{"id":27445,"date":"2025-01-20T00:01:43","date_gmt":"2025-01-19T23:01:43","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=27445"},"modified":"2025-01-19T22:36:34","modified_gmt":"2025-01-19T21:36:34","slug":"vater-sohn-ding-wir-schreiben-ein-buch-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/01\/20\/vater-sohn-ding-wir-schreiben-ein-buch-zusammen\/","title":{"rendered":"Vater-Sohn-Ding: Wir schreiben ein Buch zusammen"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Du alt bist, geht der Blick schon mal zur\u00fcck, wie war das damals, als &#8230; &#8211; manchmal geht es auch um Erfahrungen mit den eigenen Kindern. Hier habe ich nette Erinnerungen aus 31 Jahren freiberuflicher T\u00e4tigkeit bzw. spezielle Erfahrungen mit dem eigenen Spr\u00f6ssling: Unter anderem haben wir zusammen B\u00fccher geschrieben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Wenn der Vater mit dem Sohne<\/h2>\n<p>Es waren extrem spannende Zeiten als Autor diverser Computerb\u00fccher. Und mein Sohn war an manchen Stellen einbezogen. Die erste Ber\u00fchrung gab es, als ich in den 90er Jahren auch ein Computerbuch f\u00fcr Kinder ab 8 Jahre konzipiert habe. Der Sohn war gerade in diesem Alter, und so sa\u00df er mit seinem Schulfreund schon mal mit dem Manuskript am Computer und die beiden durften versuchen, den Inhalt meines Manuskripts nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Ich habe M\u00e4uschen gespielt und konnte so sehr schnell sehen, an welchen Stellen es bei Kindern am Verst\u00e4ndnis haperte. Dann lie\u00df sich das korrigieren, so dass finale Buch beim Erscheinen \"Kids-gepr\u00fcft\" war. Eine Erfahrung, die nicht jeder Vater machen darf.<\/p>\n<p>Aber es geht noch weiter. So ab dem Alter von 14 Jahren wollte ich den Sohn an die Realit\u00e4ten des Lebens heranf\u00fchren. Daher durfte er\u00a0gegen gr\u00f6\u00dferes Taschengeld meine damalige Webseite pflegen (ich wollte ihn etwas in die Welt der Technik schnuppern lassen und mitgeben, dass man f\u00fcr Geld arbeiten muss).<\/p>\n<p>Startete aber mit einem echten Frustpack f\u00fcr den Vatter. So 1996 hatte ich mir m\u00fchsam \u00fcber 6 Wochen die notwendigen Basics in HTML 1.x bzw. 2.0 erarbeitet und ein erstes B\u00fcchlein dar\u00fcber verfasst, wie sich damit Webseiten erstellen lie\u00dfen (war erinnerungsm\u00e4\u00dfig \u00fcberhaupt erst das 2. Buch in deutscher Sprache dazu).<\/p>\n<p>Also setzte ich mich eine Zeit sp\u00e4ter mit Junior zusammen, legte dieses B\u00fcchlein auf seinen Schreibtisch und begann ihm zu erkl\u00e4ren, wie er mit einem einfachen Programm Webseiten in HTML erstellen und dann auf den CompuServe-Webspace f\u00fcr meine Homepage hochladen konnte.<\/p>\n<p>Idee war so \"naja, in 2 Stunden hat er die erste Lektion, musst ihm vielleicht noch eine Woche \u00fcben lassen und unter die Arme greifen\" &#8211; wie man halt so als alter Vater seinen Vorstellungen nachh\u00e4ngt. Nach knapp 30 Minuten meinte er \"ist gut, ich habe es kapiert, Du kannst jetzt gehen\". Bin damals ziemlich konsterniert aus einem Kinderzimmer abgezogen. \"Du hast da 6 Wochen gebraucht, bis Du alles verstanden hattest, und dein Sohn rafft das in einer halben Stunde. Ich glaube, Du wirst alt &#8230;\". Yo, und Sohn hatte es wirklich gerafft, bei HTML brauchte ich ihm kaum noch zu unterst\u00fctzen, falls etwas unklar war, hat er nachgefragt.<\/p>\n<h2>Wir schreiben \"ein Buch\"<\/h2>\n<p>Und dann gab es dann irgendwann noch die ber\u00fchmten Buchprojekte. Der Sohn war im letzten Studiensemester, und ich kam ich auf die Idee, ein Entwicklerbuch zu Visual Basic zu verfassen und den Sohn als Co-Autor mit einzubeziehen. Idee war, dass er eine Arbeitsprobe f\u00fcr seine zuk\u00fcnftige T\u00e4tigkeit vorweisen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Das Projekt ging aber so aus, dass\u00a0er nur an einem Kapitel mitgearbeitet hat, weil er pl\u00f6tzlich seine Diplomarbeit bekam und die Zeit zur Mitarbeit fehlte. Nach Abschluss des Elektrotechnik-Studiums war mein Sohn auf Stellensuche. Zu Beginn dieser Phase schneite er st\u00fcndlich in mein B\u00fcro und fragte, ob ich nicht was an B\u00fcchern zu dieser oder jener Software habe. Er wollte sich in diese Themen einarbeiten.<\/p>\n<p>Und pl\u00f6tzlich kam mir die Idee, das Material aus dem inzwischen erschienenen Visual Basic Entwicklerbuchs f\u00fcr eine andere Programmiersprache, Visual C#, umzusetzen und ein weiteres Buch dazu zu schreiben. Wir beiden hatten zwar keine Ahnung von Visual C#, aber ein kurzer Anruf beim Verlag und das Projekt war im Prinzip geritzt.<\/p>\n<p>Und so kam es, dass wir gemeinsam ein zweites Buch geschrieben haben. Wobei: Der Text war ja in gro\u00dfen Teilen bereits vom ersten Titel vorhanden &#8211; aber die Beispiele mussten halt umgesetzt werden. Ich hatte meinem Filius die Aufgabe zugedacht, genau diese Umsetzung f\u00fcr die neue Programmiersprache durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Dazu hatte ich ihm an seinem Computer eine entsprechende Umgebung eingerichtet und die Beispiele bereitgestellt. Von mir gab es die Order \"schau mal, was geht\". Als ich eine halbe Stunde sp\u00e4ter nachsah, sa\u00df jemand ziemlich konsterniert am Rechner und meinte \"das ist aber schon eine riesige Arbeit, ich glaube, das schaffe ich nicht &#8230;\".<\/p>\n<p>Als ich grinste, war er etwas konsterniert, aber ich zeigte ihm, dass es im Internet Programme gab, die genau diese Aufgabe \u00fcbernehmen konnten. Davon hatte er noch nie geh\u00f6rt. Ich lie\u00df ihn dann im Anschluss mit der Bemerkung \"probiere es mal damit\" alleine &#8211; der frisch gebackene Ingenieur sollte zeigen, was er kann. Nach einer halben Stunde kam er in mein B\u00fcro und meinte \"das klappt\".<\/p>\n<p>Im Anschluss habe ich die Beispiele aus den Buchkapiteln h\u00e4lftig aufgeteilt und ihm die 50 Prozent des Codes zur Bearbeitung \u00fcberlassen. Den Rest und die \u00dcberarbeitung des Manuskripttexts sollte meine Aufgabe sein.\u00a0Gab dann eine interessante Erfahrung.<\/p>\n<p>Ich brauchte damals mit meinen gut 50 Jahren gut doppelt so lange f\u00fcr die \u00dcberarbeitung der Beispiele als mein Sohn. Er war binnen k\u00fcrzester Zeit zwar fertig. Wenn ich mir die portierten Beispiele und den Code dann ansah, waren leider viele Fehler enthalten, so dass er jedes Mal zwei oder drei Durchl\u00e4ufe zur Nachbearbeitung brauchte.<\/p>\n<p>Am Ende des Tages brauchten wir beide ziemlich die gleiche Zeit zum Umsetzen der Beispiele. Die Jugend hatte zwar einen Schnelligkeitsvorteil. Aber meine Erfahrungen f\u00fchrten dazu, dass die Beispiele im ersten Schuss liefen und fertig waren.<\/p>\n<p>Noch ein nettes Postscript zu diesem Ausflug: Das Buch erschien, hat uns aber nicht reich gemacht. Aber meine Strategie war eine andere: Macht sich ja beruflich nicht schlecht, wenn der Sohn auf zwei Buchtiteln als Co-Autor steht.<\/p>\n<p>Bei einem seiner Vorstellungsgespr\u00e4che wurde er von der Fachabteilung gefragt, ob er eventuell auch die Programmiersprache Visual C# im Studium gehabt habe. Man wolle demn\u00e4chst neue Software-Projekte mit dieser Sprache angehen. Als der Sohn so lapidar meinte \"Hab gerade mit meinem Vater ein Buch dazu geschrieben\", hatte er die Stelle.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Entwicklerpress-Titel\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/1lJITn7.png\" alt=\"Entwicklerpress-Titel\" \/><\/p>\n<p>So 2008 habe ich noch mit ihm ein weiteres Einsteigerb\u00fcchlein zu Visual Basic verfasst, dann aber die Erstellung von solchen B\u00fcchern beendet. F\u00fcr den Sohn war es aber ganz nett, auch Jahre sp\u00e4ter hin und wieder mal ein paar Euro von Verwertungsgesellschaften f\u00fcr diese B\u00fccher zu bekommen. Und seine Autorenexemplare der drei Titel hat er auch im B\u00fccherschrank stehen.<\/p>\n<p>Heute ist er ein erfahrener Software-Entwickler in diesem Bereich. Und ca. ein Jahrzehnt nach unserem Buchprojekt fragte ich nach, was er im R\u00fcckblick von unserem Visual C# Entwicklerhandbuch \u00e4ndern w\u00fcrde.\u00a0Und mein Sohn meinte, <em>ich w\u00fcrde heute vielleicht f\u00fcnf bis sechs Seiten anders schreiben und auf diesen Seiten dann mehr zum Thema xyz einflechten, beim Rest waren wir schon ziemlich gut, das passt<\/em>. Bei der Antwort war ich ziemlich platt, denn zum Zeitpunkt, als wir den Titel schrieben, hatten wir beide keine Ahnung von dieser Programmiersprache.<\/p>\n<p>Sind sch\u00f6ne Erinnerungen an die Zeit mit den eigenen Kindern, und besondere Erfahrungen, die ich als Vater mit dem Sohn im Hinblick auf seinen beruflichen Werdegang machen durfte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Du alt bist, geht der Blick schon mal zur\u00fcck, wie war das damals, als &#8230; &#8211; manchmal geht es auch um Erfahrungen mit den eigenen Kindern. 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