{"id":27609,"date":"2025-03-02T00:01:27","date_gmt":"2025-03-01T23:01:27","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=27609"},"modified":"2025-02-27T20:58:07","modified_gmt":"2025-02-27T19:58:07","slug":"exoplaneten-3d-beobachtungen-der-atmosphaere-enthuellen-einzigartiges-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/03\/02\/exoplaneten-3d-beobachtungen-der-atmosphaere-enthuellen-einzigartiges-klima\/","title":{"rendered":"Exoplanet: 3D-Beobachtungen der Atmosph\u00e4re enth\u00fcllen einzigartiges Klima"},"content":{"rendered":"<p>Spannende Geschichte: Astronominnen und Astronomen haben erstmal durch die Atmosph\u00e4re eines Planeten au\u00dferhalb unseres Sonnensystems geblickt und seine 3D-Struktur kartiert. Durch die Kombination aller vier Teleskope des Very Large Telescope (VLT) der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) fanden sie starke Winde, die chemische Elemente wie Eisen und Titan transportieren und komplexe Wettermuster in der Atmosph\u00e4re des Planeten erzeugen. Diese Entdeckung ebnet den Weg f\u00fcr detaillierte Studien der chemischen Zusammensetzung und des Wetters anderer fremder Welten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\"Die Atmosph\u00e4re dieses Planeten verh\u00e4lt sich auf eine Weise, die unser Verst\u00e4ndnis der Wetterabl\u00e4ufe in Frage stellt \u2013 nicht nur auf der Erde, sondern auf allen Planeten. Es f\u00fchlt sich an, wie etwas aus einem Science-Fiction-Film\", <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2504\/?nolang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sagt<\/a> Julia Victoria Seidel, Forscherin an der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) in Chile und Hauptautorin der Studie, die in Nature ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Der Planet, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/WASP-121b\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WASP-121b<\/a> (auch bekannt als Tylos), ist etwa 900 Lichtjahre von der Erde entfernt im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Achterdeck_des_Schiffs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sternbild Puppis<\/a> (Achterdeck des Schiffs) zu finden. Es handelt sich um einen ultrahei\u00dfen Jupiter, einen Gasriesen, der seinen Mutterstern so nah umkreist, dass ein Jahr dort nur etwa 30 Erdstunden dauert. Au\u00dferdem ist eine Seite des Planeten gl\u00fchend hei\u00df, da sie immer dem Stern zugewandt ist, w\u00e4hrend die andere Seite viel k\u00fchler ist.<\/p>\n<p>Das Team hat nun tief in die Atmosph\u00e4re von Tylos hineingesp\u00e4ht und dabei unterschiedliche Winde in separaten Schichten entdeckt und eine Karte der 3D-Struktur der Atmosph\u00e4re erstellt. Es ist das erste Mal, dass Astronominnen und Astronomen die Atmosph\u00e4re eines Planeten au\u00dferhalb unseres Sonnensystems so tiefgehend und detailliert untersuchen konnten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/qvTw2dsB\/image.png\" alt=\"Atmosph\u00e4re des Planeten\" width=\"640\" height=\"360\" \/><em>Die Atmosph\u00e4re von Tylos ist in drei Schichten unterteilt, mit Winden aus Eisen am Boden, gefolgt von einem rasanten Jetstream aus Natrium und schlie\u00dflich einer oberen Schicht aus Wasserstoffwinden.\u00a0<\/em><strong>Herkunftsnachweis: <\/strong>ESO\/M. Kornmesser<\/p>\n<p>\"Unser Fund war eine \u00dcberraschung: Ein Jetstream w\u00e4lzt Material um den \u00c4quator des Planeten, w\u00e4hrend eine separate Str\u00f6mung in den unteren Schichten der Atmosph\u00e4re Gas von der hei\u00dfen Seite zur k\u00fchleren Seite transportiert. Ein solches Klima wurde noch nie auf einem Planeten beobachtet\", sagt Seidel, die auch am Lagrange-Labor des Observatoire de la C\u00f4te d'Azur in Frankreich forscht. Der beobachtete Jetstream erstreckt sich \u00fcber die H\u00e4lfte des Planeten, nimmt an Geschwindigkeit zu und wirbelt die Atmosph\u00e4re hoch oben am Himmel heftig durcheinander, w\u00e4hrend er die hei\u00dfe Seite von Tylos \u00fcberquert. \"Selbst die st\u00e4rksten Hurrikane im Sonnensystem wirken im Vergleich dazu ruhig\", f\u00fcgt sie hinzu.<\/p>\n<p>Um die 3D-Struktur der Atmosph\u00e4re des Exoplaneten zu ermitteln, kombinierte das Team mithilfe des ESPRESSO-Instruments am VLT der ESO das Licht seiner vier gro\u00dfen Teleskopeinheiten zu einem einzigen Signal. Dieser kombinierte Modus des VLT sammelt viermal so viel Licht wie eine einzelne Teleskopeinheit und macht schw\u00e4chere Details sichtbar. Durch die Beobachtung des Planeten w\u00e4hrend eines vollst\u00e4ndigen Transits vor seinem Mutterstern konnte ESPRESSO Signaturen mehrerer chemischer Elemente erkennen und so verschiedene Schichten der Atmosph\u00e4re untersuchen.<\/p>\n<p>\"Das VLT erm\u00f6glichte es uns, drei verschiedene Schichten der Atmosph\u00e4re des Exoplaneten auf einen Schlag zu untersuchen\", sagt Leonardo A. dos Santos, Mitautor der Studie und Assistenzastronom am Space Telescope Science Institute in Baltimore, USA. Das Team verfolgte die Bewegungen von Eisen, Natrium und Wasserstoff, wodurch es m\u00f6glich war, die Winde in den tiefen, mittleren und flachen Schichten der Planetenatmosph\u00e4re zu verfolgen.\"Solche Beobachtungen sind mit Weltraumteleskopen nur sehr schwer durchzuf\u00fchren, was die Bedeutung bodengest\u00fctzter Beobachtungen von Exoplaneten unterstreicht\", f\u00fcgt er hinzu.<\/p>\n<p>Interessanterweise zeigten die Beobachtungen auch das Vorhandensein von Titan direkt unterhalb des Jetstreams, wie in einer Begleitstudie, die in Astronomy and Astrophysics ver\u00f6ffentlicht wurde, hervorgehoben wurde. Dies war eine weitere \u00dcberraschung, da fr\u00fchere Beobachtungen des Planeten gezeigt hatten, dass dieses Element nicht vorhanden war, m\u00f6glicherweise weil es tief in der Atmosph\u00e4re verborgen ist.<\/p>\n<p>\"Es ist wirklich verbl\u00fcffend, dass wir in der Lage sind, Details wie die chemische Zusammensetzung und die Wettermuster eines Planeten in einer so gro\u00dfen Entfernung zu untersuchen\", sagt Bibiana Prinoth, Doktorandin an der Universit\u00e4t Lund, Schweden, und der ESO, die die Begleitstudie leitete und Mitautorin des Nature-Artikels ist.<\/p>\n<p>Um die Atmosph\u00e4re kleinerer, erd\u00e4hnlicher Planeten zu erforschen, werden jedoch gr\u00f6\u00dfere Teleskope ben\u00f6tigt. Dazu geh\u00f6rt das Extremely Large Telescope (ELT) der ESO, das derzeit in der chilenischen Atacama-W\u00fcste gebaut wird. \"Das ELT wird die Erforschung der Atmosph\u00e4ren von Exoplaneten grundlegend ver\u00e4ndern\", sagt Prinoth. \u201eDiese Erfahrung gibt mir das Gef\u00fchl, dass wir kurz davor stehen, unglaubliche Dinge zu entdecken, von denen wir jetzt nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen.\"<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spannende Geschichte: Astronominnen und Astronomen haben erstmal durch die Atmosph\u00e4re eines Planeten au\u00dferhalb unseres Sonnensystems geblickt und seine 3D-Struktur kartiert. 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