{"id":27634,"date":"2025-03-14T00:01:10","date_gmt":"2025-03-13T23:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=27634"},"modified":"2025-03-09T18:07:25","modified_gmt":"2025-03-09T17:07:25","slug":"durchflug-des-sonnensystems-durch-die-orion-radcliffe-welle-verursachte-eiszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/03\/14\/durchflug-des-sonnensystems-durch-die-orion-radcliffe-welle-verursachte-eiszeit\/","title":{"rendered":"Durchflug des Sonnensystems durch die Orion Radcliffe-Welle verursachte Eiszeit"},"content":{"rendered":"<p>Was hat die Eiszeit auf der Erde vor 14 Millionen Jahren verursacht? Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass das Sonnensystem vor 14 Millionen Jahren durch die sogenannte Radcliffe-Welle im Orion-Komplex flog. Dort k\u00f6nnten Staub und kleine Teilchen das Sonnenlicht blockiert und den Temperaturabfall verursacht haben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Wien <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news847976\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">informierte k\u00fcrzlich<\/a> \u00fcber neue Erkenntnisse eines\u00a0internationalen Forschungsteams. Dieses hat herausgefunden, dass unser Sonnensystem vor etwa 14 Millionen Jahren den Orion-Sternentstehungskomplex durchquert hat. Das ist eine Region, die Teil der galaktischen <a href=\"https:\/\/www.lmu.de\/de\/newsroom\/newsuebersicht\/news\/astrophysik-die-radcliffe-welle-und-sie-bewegt-sich-doch-2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Radcliffe-Welle<\/a> ist.<\/p>\n<p>Diese Reise durch eine dichte Region des Weltraums k\u00f6nnte die Heliosph\u00e4re, eine sch\u00fctzende Blase, die unser Sonnensystem umgibt, komprimiert und den Zustrom von interstellarem Staub erh\u00f6ht haben. Das wiederum hatte m\u00f6glicherweise Einfluss auf das Klima der Erde und hinterlie\u00df Spuren in geologischen Aufzeichnungen. Die in Astronomy &amp; Astrophysics ver\u00f6ffentlichten Ergebnisse stellen eine faszinierende interdisziplin\u00e4re Verbindung zwischen Astrophysik, Pal\u00e4oklimatologie und Geologie dar.<\/p>\n<h2>Reise der Sonne um das Zentrum der Milchstra\u00dfe<\/h2>\n<p>Unser Sonnensystem kreist um das Zentrum unserer Galaxie, der Milchstra\u00dfe. Bei dieser\u00a0Reise um das Zentrum der Milchstra\u00dfe passiert unser Sonnensystem unterschiedliche galaktische Umgebungen.<\/p>\n<p>\"Man kann sich das wie ein Schiff vorstellen, das durch verschiedene Meere segelt\", erkl\u00e4rt Efrem Maconi, Erstautor und Doktorand an der Universit\u00e4t Wien. \"Unsere Sonne traf auf eine Region mit h\u00f6herer Gasdichte, als sie die Radcliffe-Welle im Sternbild Orion durchquerte.\"<\/p>\n<h2>Messungen mit Gaia bringen neue Erkenntnisse<\/h2>\n<p>Anhand von Daten der Gaia-Mission der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation (ESA) in Kombination mit spektroskopischen Beobachtungen konnte das Team den Durchgang des Sonnensystems durch die Radcliffe-Welle in der Orion-Region vor etwa 14 Millionen Jahren datieren.<\/p>\n<p>\"Diese Entdeckung baut auf unseren fr\u00fcheren Arbeiten zur Identifizierung der Radcliffe-Welle auf\", sagt Jo\u00e3o Alves, Professor f\u00fcr Astrophysik an der Universit\u00e4t Wien und Mitautor der Studie. Die Radcliffe-Welle ist eine ausgedehnte, tausende Lichtjahre lange Struktur aus miteinander verbundenen Sternentstehungsgebieten, zu denen auch der bekannte Orion-Komplex geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>\"Wir durchquerten die Orion-Region, als sich bekannte Sternhaufen wie NGC 1977, NGC 1980 und NGC 1981 bildeten\", so Alves. \"Diese Region ist am Winterhimmel der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re und im Sommer auf der s\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re gut sichtbar. Halten Sie Ausschau nach dem Sternbild Orion und dem Orionnebel (Messier 42) \u2013 unser Sonnensystem kam aus dieser Richtung!\"<\/p>\n<h2>Noch kein Nachweis m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Die galaktische Begegnung mit der Radcliffe-Welle f\u00fchrte das Sonnensystem durch eine Region mit erh\u00f6htem Staubanteil. Der Staub k\u00f6nnte in die Erdatmosph\u00e4re eingedrungen sein und m\u00f6glicherweise Spuren von radioaktiven Elementen aus Supernovae in geologischen Aufzeichnungen hinterlassen haben. \"Die derzeitige Technologie ist vielleicht nicht ausgereift genug, um diese Spuren zu entdecken, aber k\u00fcnftige Fortschritte k\u00f6nnten dies erm\u00f6glichen\", meint Alves.<\/p>\n<h2>Grund f\u00fcr eine Eiszeit?<\/h2>\n<p>Die Forschungsergebnisse des Teams deuten darauf hin, dass die Begegnung des Sonnensystems mit der Orion-Region vor etwa 18,2 bis 11,5 Millionen Jahren stattfand, wobei der wahrscheinlichste Zeitpunkt zwischen 14,8 und 12,4 Millionen Jahren liegt.<\/p>\n<p>Diese Zeitspanne stimmt gut mit einer Ver\u00e4nderung des Erdklimas im mittleren Mioz\u00e4n \u00fcberein, einem bedeutenden Wechsel von einem warmen, wechselhaften zu einem k\u00fchleren Klima, das zur Entstehung eines kontinentalen Prototyps des antarktischen Eisschildes f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Ob es einen Zusammenhang zwischen der vergangenen Durchquerung des Sonnensystems durch diese Region mit h\u00f6herer Gasdichte und der damaligen Klimaver\u00e4nderung auf der Erde gibt, ist noch ungekl\u00e4rt. Zeitlich w\u00e4re das m\u00f6glich, ob es aber tats\u00e4chlich auch einen kausalen Zusammenhang gibt, m\u00fcsse noch weiter untersucht werden, betonen die Autoren.<\/p>\n<h2>Nicht mit aktuellem Klimawandel vergleichbar<\/h2>\n<p>\"Die zugrunde liegenden Prozesse, die f\u00fcr den Klimawandel im mittleren Mioz\u00e4n verantwortlich waren, sind nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Die verf\u00fcgbaren Rekonstruktionen scheinen darauf hinzudeuten, dass ein langfristiger R\u00fcckgang der Konzentration des atmosph\u00e4rischen Treibhausgases Kohlendioxid die wahrscheinlichste Erkl\u00e4rung ist, auch wenn gro\u00dfe Unsicherheiten bestehen. Unsere Studie zeigt jedoch, dass interstellarer Staub, der durch die Querung der Radcliffe-Welle auf die Erde gelangte, eine Rolle bei der \u00c4nderung des Klimas gespielt haben k\u00f6nnte. Um eine solche Klimabeeinflussung zu erzeugen, m\u00fcsste die Menge an extraterrestrischem Staub auf der Erde jedoch entscheidend gr\u00f6\u00dfer sein, als die bisherigen Daten vermuten lassen\", sagt Maconi. \"Zuk\u00fcnftige Forschungen werden die Bedeutung dieses Beitrags untersuchen. Es ist wichtig festzuhalten, dass dieser vergangene Klima\u00fcbergang und der aktuelle Klimawandel nicht vergleichbar sind, da sich der Klimawandel im mittleren Mioz\u00e4n \u00fcber einen Zeitraum von mehreren Hunderttausend Jahren vollzog, w\u00e4hrend die aktuelle Erderw\u00e4rmung durch menschliche Aktivit\u00e4ten in nur wenigen Jahrzehnten dramatische Ver\u00e4nderungen verursacht.\"<\/p>\n<p>Diese Forschung f\u00fcgt ein weiteres Puzzlest\u00fcck zur Geschichte unseres Sonnensystems hinzu und hilft, es im Kontext unserer Heimatgalaxie zu verstehen. \"Wir sind Bewohner der Milchstra\u00dfe\", sagt Alves. \"Gaia hat uns die M\u00f6glichkeit gegeben, unseren j\u00fcngsten Weg im interstellaren Meer der Milchstra\u00dfe nachzuvollziehen. Das er\u00f6ffnet neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Austausch zwischen Astronomen, Geologen und Pal\u00e4oklimatologen.\" In Zukunft plant das Team um Jo\u00e3o Alves, weiter zu erforschen, welchen galaktischen Regionen unsere Sonne auf ihrer Reise durch die Milchstra\u00dfe begegnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was hat die Eiszeit auf der Erde vor 14 Millionen Jahren verursacht? Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass das Sonnensystem vor 14 Millionen Jahren durch die sogenannte Radcliffe-Welle im Orion-Komplex flog. 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