{"id":2781,"date":"2017-04-08T01:36:00","date_gmt":"2017-04-07T23:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=2781"},"modified":"2017-04-07T13:52:31","modified_gmt":"2017-04-07T11:52:31","slug":"exoplanet-in-erdgre-mit-atmosphre-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/04\/08\/exoplanet-in-erdgre-mit-atmosphre-entdeckt\/","title":{"rendered":"Exoplanet in Erdgr&ouml;&szlig;e mit Atmosph&auml;re entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Astronomen haben in 39 Lichtjahren Entfernung einen extrasolaren Planeten entdeckt, der in etwa die Gr\u00f6\u00dfe der Erde aufweist. Solche Planeten sind zwar bereits mehrere nachgewiesen. Neu ist aber, dass man glaubt, auf dem Planeten eine Atmosph\u00e4re nachgewiesen zu haben. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir leben in aufregenden Zeiten, jedenfalls f\u00fcr Leute, die sich f\u00fcr das Universum und Exoplaneten interessieren. Bis vor wenigen Jahren waren noch keine Exoplaneten in anderen Sonnensystemen bekannt \u2013 nun hat man Tausende nachgewiesen. Ist ein erdgro\u00dfer Planet darunter, regt dies die Phantasien an. Liegt der Planet in der habitablen Zone? Kann er eine Atmosph\u00e4re halten und gibt es dort Wasser? Trifft dies zu, w\u00e4re das ein Kandidat f\u00fcr extraterrestrisches Leben.<\/p>\n<p>In einer <a href=\"http:\/\/www.mpia.de\/aktuelles\/wissenschaft\/2017-03-GJ1132b\" target=\"_blank\">Mitteilung<\/a> vom letzten Donnerstag (6. April 2017) gab das Max Plank-Institut f\u00fcr Astronomie bekannt, dass man eine Atmosph\u00e4re um einen extrasolaren Planeten von Erdgr\u00f6\u00dfe nachgewiesen habe. Diese umgibt die \"Supererde\" mit der Bezeichnung GJ 1132b. Der Fund gilt als erster Nachweis einer Atmosph\u00e4re bei Planeten dieser Art \u2013 einer Supererde mit vergleichsweise niedriger, erd\u00e4hnlicher Masse \u2013 und damit um einen wichtigen Schritt hin zum Nachweis von Leben auf Exoplaneten. <\/p>\n<p>Aus der Mitteilung geht hervor, dass ein Astronomenteam, zu dem auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Astronomie geh\u00f6ren, das 2,2-Meter-ESO\/MPG-Teleskop in Chile nutzte, um Bilder vom zugeh\u00f6rigen Stern GJ 1132 aufzunehmen und die winzigen Helligkeitsminderungen nachzuweisen die auftreten, wenn der Stern samt Atmosph\u00e4re direkt vor seinem Heimatstern vorbeizieht.<\/p>\n<p>Der Planet GJ 1132b kreist um den roten Zwergstern GJ 1132 im s\u00fcdlichen Sternbild Segel (des Schiffs), rund 39 Lichtjahre von uns entfernt. Die neuen Beobachtungen hat ein Team unter der Leitung von John Southworth (Keele University, GB) durchgef\u00fchrt. Die Projektidee geht auf Luigi Mancini zur\u00fcck, bis vor kurzem am Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie (MPIA) und nun an der Universit\u00e4t Rom Tor Vergata t\u00e4tig, der die Beobachtungen auch koordiniert hat. Weitere Teammitglieder vom MPIA waren Paul Molli\u00e8re und Thomas Henning.<\/p>\n<p>Das Team nutzte die GROND-Kamera am 2,2-Meter-ESO\/MPG-Teleskop der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte in Chile um den Planeten gleichzeitig durch sieben verschiedene Filter zu beobachten. GJ 1132b ist ein Transitplanet: Aus der Perspektive von Beobachtern hier auf der Erde zieht er alle 1,6 Tage direkt vor seinem Heimatstern vorbei und schattet dabei einen kleinen Teil des Sternenlichts ab. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mpia.de\/4274135\/JPG_3986x3809-1488969043.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Exoplanet\" alt=\"Exoplanet\" src=\"http:\/\/www.mpia.de\/4274135\/JPG_3986x3809-1488969043.jpg\" width=\"601\" height=\"574\"><\/a><br \/>(Quelle: Max Plank-Institut f\u00fcr Astronomie) <\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe von Sternen wie GJ 1132 ist aus Sternmodellen bekannt. Aus dem Bruchteil des Sternenlichts, das abgeschattet wird, k\u00f6nnen Astronomen daher R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Gr\u00f6\u00dfe des Planeten ziehen. GJ 1132b ist danach rund 1,4 Mal so gro\u00df wie die Erde. Entscheidend ist nun, dass die neuen Beobachtungen bei einer der Infrarotwellenl\u00e4ngen einen noch gr\u00f6\u00dferen Planetenumfang zeigen. Das deutet daraufhin, dass der Planet eine Atmosph\u00e4re besitzt, die f\u00fcr diese spezifische Infrarotwellenl\u00e4nge undurchsichtig ist (und den Planeten daher gr\u00f6\u00dfer erscheinen l\u00e4sst), bei den andern Wellenl\u00e4ngen aber durchsichtig. Mitglieder des Teams von der Universit\u00e4t Cambridge und vom MPIA simulierten daraufhin verschiedene Atmosph\u00e4renvarianten. Den Modellen nach k\u00f6nnte eine Atmosph\u00e4re, die reich ist an Wasser und Methan, die Beobachtungen gut erkl\u00e4ren. <\/p>\n<p>Die Entdeckung kommt mit den \u00fcblichen Einschr\u00e4nkungen derartiger Exoplaneten-Beobachtungen. Wir wissen zwar, dass GJ 1132b eine sogenannte Supererde ist, n\u00e4mlich ein Planet mit rund 1,6 Mal der Erdmasse (wie fr\u00fchere Beobachtungen gezeigt haben) und in etwa so gro\u00df wie unser Heimatplanet. Die Daten reichen aber nicht aus, um im Einzelnen nachzuweisen, wie \u00e4hnlich oder un\u00e4hnlich der Planet unserer Erde tats\u00e4chlich ist. Eine M\u00f6glichkeit ist beispielsweise eine \u201eWasserwelt\" mit einer Atmosph\u00e4re aus hei\u00dfem Wasserdampf. <\/p>\n<p>Dennoch ist bereits die Existenz der Atmosph\u00e4re Grund zum vorsichtigen Optimismus. M-Zwerge wie GJ 1132 sind der h\u00e4ufigste Sterntyp \u00fcberhaupt. Allerdings handelt es sich um aktive Sterne, deren Aktivit\u00e4t (z.B. Massenausw\u00fcrfe und Str\u00f6me geladener Teilchen) je nach Umst\u00e4nden genug sein kann, um die Atmosph\u00e4re nahegelegener Planeten schlicht wegzublasen. GJ 1132b ist das hoffnungsvolle Gegenbeispiel: mit einer Atmosph\u00e4re, die offenbar Milliarden von Jahren \u00fcberdauert hat (n\u00e4mlich lange genug, um heute von uns nachgewiesen zu werden). Gegeben die gro\u00dfe Anzahl an M-Sternen k\u00f6nnten solche langlebigen Atmosph\u00e4ren bedeuten, dass die Voraussetzungen f\u00fcr Leben im Universum recht h\u00e4ufig sind. (<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Astronomen-finden-erstmals-Atmosphaere-bei-fast-erdgrossem-Exoplaneten-3677696.html\" target=\"_blank\">via<\/a>) <\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/04\/15\/nachweis-von-von-exoplaneten-auf-fotoplatte-von-1917\/\">Nachweis von Exoplaneten auf Fotoplatte von 1917<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/02\/23\/nasa-entdeckung-sonne-mit-7-erdhnlichen-planeten\/\">NASA-Entdeckung: Sonne mit 7 erd\u00e4hnlichen Planeten<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/10\/25\/rtselhafter-alien-stern-tabbys-star\/\">R\u00e4tselhafter 'Alien-Stern' Tabbys Star<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/10\/09\/ozean-auf-proxima-centauri-b\/\">Ozean auf Proxima Centauri b?<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/08\/26\/die-zweite-erde-in-unserer-nachbarschaft\/\">Die zweite Erde in unserer Nachbarschaft?<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/07\/09\/cool-exo-planet-mit-drei-sonnen-erstmals-direkt-fotografiert\/\">Cool: Exo-Planet mit drei Sonnen erstmals direkt fotografiert<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Astronomen haben in 39 Lichtjahren Entfernung einen extrasolaren Planeten entdeckt, der in etwa die Gr\u00f6\u00dfe der Erde aufweist. 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