{"id":28276,"date":"2025-07-05T00:02:19","date_gmt":"2025-07-04T22:02:19","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=28276"},"modified":"2025-07-04T00:06:47","modified_gmt":"2025-07-03T22:06:47","slug":"weisser-zwerg-doppelte-detonation-eines-sterns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/07\/05\/weisser-zwerg-doppelte-detonation-eines-sterns\/","title":{"rendered":"Wei\u00dfer Zwerg: Doppelte Detonation eines Sterns"},"content":{"rendered":"<p>Spannende Erkenntnisse eines Astronomen-Teams. Dieses konnte erstmalig den sichtbaren Beweis f\u00fcr eine doppelte Explosion eines Sterns an seinem Lebensende erbringen. , dass ein Stern sein Ende durch zwei Explosionen gefunden hat. Bei der Untersuchung der jahrhundertealten \u00dcberreste der Supernova SNR 0509-67.5 mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) haben sie Muster entdeckt, die best\u00e4tigen, dass der Stern mit zwei Explosionen endete.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Sterne enden als Supernova<\/h2>\n<p>Sterne enden, wenn der Kernbrennstoff zur Fusion aufgebraucht ist, in der Regel durch eine Explosion als Supernova und kollabieren dann zu einem Neutronenstern. Zur\u00fcck bleibt dann auch eine Wolke, die bei der Explosion ins Universum geschleudert wird. Massereiche Sterne erleben eine Explosion als Supernova, und das war es.<\/p>\n<p>Nun sind Astronomen auf eine wichtige Variante gesto\u00dfen: Wei\u00dfe Zwerge k\u00f6nnen, wenn sie ihren Kernbrennstoff verbrannt haben, als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Supernova_vom_Typ_Ia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Supernova vom Typ Ia<\/a> enden. \"Die Explosionen von Wei\u00dfen Zwergen spielen eine entscheidende Rolle in der Astronomie\", erl\u00e4utert Priyam Das, Doktorand an der University of New South Wales Canberra in Australien, der die in <em>Nature Astronomy<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichte Studie zu SNR 0509-67.5 leitete.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil des aktuellen Wissens \u00fcber die Expansion des Universums beruht auf Supernovae vom Typ Ia, die auch die Hauptquelle f\u00fcr das Eisen auf der Erde sind. \"Doch trotz ihrer Bedeutung ist das seit langem bestehende R\u00e4tsel um den genauen Mechanismus, der eine solche Explosion ausl\u00f6st, noch immer ungel\u00f6st\", f\u00fcgt Priyam Das hinzu.<\/p>\n<p>Alle Modelle, die Supernovae vom Typ Ia erkl\u00e4ren, gehen von einem Wei\u00dfen Zwerg in einem Doppelsternsystem aus. Wenn die Umlaufbahn um den anderen Stern eng genug ist, kann er ihm Materie entziehen. Nach der etabliertesten Theorie zu Supernovae vom Typ Ia sammelt der Wei\u00dfe Zwerg Materie von seinem Begleiter, bis er eine kritische Masse erreicht, bei der er eine einzige Explosion durchl\u00e4uft.<\/p>\n<h2>Doppelexplosion bei Supernovae vom Typ Ia<\/h2>\n<p>J\u00fcngste Studien deuten jedoch darauf hin, dass zumindest einige Supernovae vom Typ Ia besser durch eine doppelte Explosion des Sterns erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnten. Die Explosion wird ausgel\u00f6st, bevor der Stern diese kritische Masse erreicht.<\/p>\n<p>Astronomen des Teams haben ein neues Bild der \u00dcberreste einer Nova aufgenommen, das ihre Vermutung best\u00e4tigt: Zumindest einige Supernovae vom Typ Ia explodieren stattdessen durch einen \"Doppeldetonationmechanismus\". In diesem alternativen Modell bildet der Wei\u00dfe Zwerg eine H\u00fclle aus \"gestohlenem\" Helium um sich herum, die instabil werden und sich in einer Kernfusion entz\u00fcnden kann. Diese erste Explosion erzeugt eine Sto\u00dfwelle, die sich um den Wei\u00dfen Zwerg herum und nach innen ausbreitet und eine zweite Detonation im Kern des Sterns ausl\u00f6st \u2013 wodurch schlie\u00dflich die Supernova entsteht.<\/p>\n<p>Bislang gab es keine eindeutigen sichtbaren Beweise f\u00fcr eine doppelte Detonation eines Wei\u00dfen Zwergs. K\u00fcrzlich hatten Astronom und Astronominnen allerdings prognostiziert, dass dieser Prozess ein charakteristisches Muster oder einen Fingerabdruck in den noch gl\u00fchenden \u00dcberresten der Supernova hinterlassen sollte. Dieses Muster sollte noch lange nach der ersten Explosion sichtbar sein. Studien deuten darauf hin, dass die \u00dcberreste einer solchen Supernova zwei separate Kalziumschalen enthalten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Astronomen aus dem oben genannten Team haben nun genau diesen Fingerabdruck in den \u00dcberresten einer Supernova gefunden. Ivo Seitenzahl, der die Beobachtungen leitete und zum Zeitpunkt der Studie am Heidelberger Institut f\u00fcr Theoretische Studien t\u00e4tig war, erl\u00e4utert: Die Ergebnisse seien \"ein klarer Hinweis darauf, dass Wei\u00dfe Zwerge weit vor Erreichen der ber\u00fchmten Chandrasekhar-Massengrenze explodieren k\u00f6nnen und dass der Mechanismus der \u201aDoppeldetonation' tats\u00e4chlich in der Natur vorkommt\".<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/HkGC2yr0\/image.png\" alt=\"\u00dcberreste einer Supernova\" width=\"640\" height=\"262\" \/><br \/>\n\u00dcberreste der Supernova \u00a0SNR 0509-67.5, Quelle: ESO\/P. Das et al. Background stars (Hubble): K. Noll et al.<\/p>\n<p>Das Team konnte diese Kalziumschichten (in obiger Abbildung blau dargestellt) in den \u00dcberresten der Supernova SNR 0509-67.5 nachweisen, als sie diese mit dem Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am VLT der ESO beobachtete. Dies liefert starke Hinweise darauf, dass eine Supernova vom Typ Ia auftreten kann, bevor ihr Wei\u00dfer Zwerg eine kritische Masse erreicht.<\/p>\n<p>Supernovae vom Typ Ia sind f\u00fcr unser Verst\u00e4ndnis des Universums von entscheidender Bedeutung. Sie verhalten sich sehr konsistent, und ihre vorhersagbare Helligkeit \u2013 unabh\u00e4ngig davon, wie weit sie entfernt sind \u2013 hilft Astronomen, Entfernungen im Weltraum zu messen. Mit ihnen als kosmisches Ma\u00dfband entdeckten Astronomen die beschleunigte Expansion des Universums, eine Entdeckung, die 2011 mit dem Nobelpreis f\u00fcr Physik ausgezeichnet wurde. Die Untersuchung ihrer Explosionsmechanismen hilft zu verstehen, warum sie eine so vorhersagbare Helligkeit haben.<\/p>\n<p>Es gibt aber noch einen weiteren Grund, diese Explosionen zu untersuchen: \u201e<em>Dieser konkrete Beweis f\u00fcr eine doppelte Detonation tr\u00e4gt nicht nur zur L\u00f6sung eines langj\u00e4hrigen R\u00e4tsels bei, sondern bietet auch ein visuelles Spektakel<\/em>\", sagt Das und beschreibt die \u201e<em>wundersch\u00f6n geschichtete Struktur<\/em>\", die eine Supernova erzeugt. F\u00fcr ihn ist es \u201e<em>unglaublich erhellend, die inneren Vorg\u00e4nge einer so spektakul\u00e4ren kosmischen Explosion aufzudecken<\/em>\".<\/p>\n<p>Der Originaltext mit Bildern und Videos l\u00e4sst sich <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2511\/?nolang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> abrufen. Die Arbeit mit dem\u00a0Titel \"Calcium in a supernova remnant shows the fingerprint of a sub-Chandrasekhar mass explosion\" soll in der Fachzeitschrift <em>Nature Astronomy <\/em>erscheinen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spannende Erkenntnisse eines Astronomen-Teams. Dieses konnte erstmalig den sichtbaren Beweis f\u00fcr eine doppelte Explosion eines Sterns an seinem Lebensende erbringen. , dass ein Stern sein Ende durch zwei Explosionen gefunden hat. 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