{"id":28539,"date":"2025-08-30T00:03:37","date_gmt":"2025-08-29T22:03:37","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=28539"},"modified":"2025-08-31T10:55:48","modified_gmt":"2025-08-31T08:55:48","slug":"vor-38-000-jahren-meissel-aus-elfenbein-auf-schwaebischer-alp-benutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/08\/30\/vor-38-000-jahren-meissel-aus-elfenbein-auf-schwaebischer-alp-benutzt\/","title":{"rendered":"Vor 38.000 Jahren: Mei\u00dfel aus Elfenbein auf Schw\u00e4bischer Alb benutzt"},"content":{"rendered":"<p>Auf der Schw\u00e4bischen Alb muss es in der Altsteinzeit &#8211; so vor 38.000 Jahren &#8211; eine \"bedeutsame Elfenbeinwerkstatt\" bei Blaubeuren gegeben haben. T\u00fcbinger Arch\u00e4ologen haben bereits 2019 das bislang gr\u00f6\u00dfte altsteinzeitliche Werkzeug in einem Grabungsgebiet gefunden: Einen Mei\u00dfel aus Elfenbein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hohler_Fels\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hohle Fels<\/a> am Rande der Schw\u00e4bischen Alb war in der j\u00fcngeren Altsteinzeit eine bedeutsame Elfenbeinwerkstatt, schreiben die Forscher in einer <a href=\"https:\/\/uni-tuebingen.de\/universitaet\/aktuelles-und-publikationen\/pressemitteilungen\/newsfullview-pressemitteilungen\/article\/werkzeug-satz-aus-elfenbein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitteilung<\/a> und sprechen <a href=\"https:\/\/uni-tuebingen.de\/universitaet\/aktuelles-und-publikationen\/pressemitteilungen\/newsfullview-pressemitteilungen\/article\/forschende-sprechen-vom-zeitalter-des-mammutelfenbeins\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> sogar von einer \"Elfenbeinzeit\" vor 38.000 Jahren.\u00a0Gro\u00dfe Mengen an Sp\u00e4nen und Splittern von Mammutsto\u00dfz\u00e4hnen, aber auch spektakul\u00e4re Schnitzarbeiten wie die weltber\u00fchmte Venus wurden in der H\u00f6hle geborgen.<\/p>\n<h2>Funde aus 2019<\/h2>\n<p>Neue Funde k\u00f6nnten nun genaueren Aufschluss dar\u00fcber geben, welche Werkzeugtechniken die Menschen vor 38.000 Jahren anwandten: Professor Nicholas Conard und Dr. Sibylle Wolf vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (SHEP) an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen pr\u00e4sentierten Mitte Juli 2020 im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren drei Mei\u00dfel aus Mammutelfenbein, die vermutlich unterschiedlichen handwerklichen Zwecken dienten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Hohle Fels - Mei\u00dfel\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/8ch69DJB\/image.png\" alt=\"Hohle Fels - Mei\u00dfel\" width=\"544\" height=\"425\" \/><br \/>\nHohle Fels &#8211; Mei\u00dfel; Quelle:\u00a0 <a href=\"https:\/\/uni-tuebingen.de\/universitaet\/aktuelles-und-publikationen\/pressemitteilungen\/newsfullview-pressemitteilungen\/article\/werkzeug-satz-aus-elfenbein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung Universit\u00e4t T\u00fcbingen<\/a><\/p>\n<p>\"Wir konnten in den vergangenen Jahren schon gelegentlich solche Gegenst\u00e4nde aus Knochen, Geweih oder Elfenbein ausgraben und sie als Werkzeug bestimmen\", sagt Conard. \"Eine solche Konzentration dieser Werkzeuge haben wir jedoch noch nie entdeckt \u2013 es ist ein regelrechter Werkzeug-Satz.\"<\/p>\n<p>Die Funde aus dem Jahr 2019 sind zwischen 14 und 22 Zentimetern lang, bis zu vier Zentimeter breit und wurden vor mehr als 38.000 Jahren aus den h\u00e4rtesten Teilen von Mammutsto\u00dfz\u00e4hnen gefertigt. Die drei konisch flach zulaufenden Elfenbeinst\u00e4be zeigen deutliche Absplitterungen und Ausfransungen an den Enden, die eine intensive Nutzung als Werkzeug belegen. \"Wir sprechen hier wegen der charakteristischen Form der Funde von Mei\u00dfeln\", erkl\u00e4rt Conard, \"tats\u00e4chlich aber muss in weiteren Analysen und Experimenten nachvollzogen werden, welche Funktionen die Werkzeuge tats\u00e4chlich hatten. Wie es aussieht, wurden sie als Multifunktionswerkzeuge benutzt, um unterschiedliche organische Materialien wie Elfenbein, Holz, Knochen oder Geweih zu bearbeiten.\"<\/p>\n<p>Dr. Sibylle Wolf, wissenschaftliche Koordinatorin des Senckenberg Centre SHEP und Elfenbeinexpertin im Team Conards, hat die Fundst\u00fccke unter dem Mikroskop begutachtet und kommt zu dem Schluss, dass sie zun\u00e4chst als Spitze und sp\u00e4ter umgearbeitet als Mei\u00dfel, Keil, St\u00f6\u00dfel und Schlagwerkzeug genutzt worden sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\"Die Abnutzungen sprechen daf\u00fcr, dass die Werkzeuge mit gro\u00dfer Wucht eingesetzt wurden\", sagt Wolf. \"Denkbar w\u00e4re, dass einerseits mit dem schlanken Ende Materialien gespalten wurden und dass andererseits das dicke Ende als Schlagwerkzeug oder eine Art St\u00f6\u00dfel diente, etwa um andere Materialien zu zerkleinern.\"<\/p>\n<p>Immer wieder spannend, aus Funden in H\u00f6hlen und Grabungsstellen zu erfahren, was unsere fernen Vorfahren alles so konnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Schw\u00e4bischen Alb muss es in der Altsteinzeit &#8211; so vor 38.000 Jahren &#8211; eine \"bedeutsame Elfenbeinwerkstatt\" bei Blaubeuren gegeben haben. 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