{"id":28869,"date":"2025-10-08T00:03:32","date_gmt":"2025-10-07T22:03:32","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=28869"},"modified":"2025-10-06T11:32:29","modified_gmt":"2025-10-06T09:32:29","slug":"raketenflugzeug-von-deutschland-in-den-weltraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/10\/08\/raketenflugzeug-von-deutschland-in-den-weltraum\/","title":{"rendered":"Raketenflugzeug: Von Deutschland in den Weltraum"},"content":{"rendered":"<p>Im n\u00e4chsten Jahr, soll es soweit sein, f\u00fcr 2026 ist der erste Testflug eines deutschen Raketenflugzeugs geplant. Von Peenem\u00fcnde an der Ostsee, wo einst die deutsche V2-Rakete abhob, soll das von einem Start-up in Bremen entwickelte Raketenflugzeug starten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Ein deutsches Start-up aus Bremen<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polaris_Raumflugzeuge\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Polaris Raumflugzeuge<\/a> ist ein deutsches, in Bremen basiertes Luft-und-Raumfahrttechnik-Start-up. Die Polaris Raumflugzeuge GmbH wurde 2019 als Ausgr\u00fcndung des Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) registriert. Kopf des Unternehmens ist Alexander Kopp, der zuvor bei der DLR System-Ingenieur war. Stand September 2025 waren in dem Unternehmen 60 Mitarbeiter besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Die Firma will die Raumfahrt mit horizontal startenden und landenden Raumflugzeugen, die von Flugh\u00e4fen aus operieren und keine komplexen Startinfrastrukturen mehr ben\u00f6tigen\u00a0revolutionieren.\u00a0Dank ihrer flugzeug\u00e4hnlichen Funktionsweise und ihrer Wiederverwendbarkeit f\u00fcr Hunderte von Missionen sollen diese Raumflugzeuge die Wirtschaftlichkeit der Raumfahrt in Bezug auf Kosteneffizienz, Flexibilit\u00e4t und Sicherheit grundlegend ver\u00e4ndern.\u00a0Durch die Beseitigung von Weltraumm\u00fcll und die Verwendung der umweltfreundlichen Treibstoffkombination aus synthetischem Kerosin (SAF) und fl\u00fcssigem Sauerstoff (LOX) werden wir ein neues Ma\u00df an Nachhaltigkeit in der Raumfahrt einf\u00fchren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.polaris-raumflugzeuge.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/PrdyTZCr\/image.png\" alt=\"Polaris Raketenflugzeug\" width=\"640\" height=\"287\" \/><\/a>Polaris Raumflugzeuge (Webseite)<\/p>\n<p>2021 bekam Polaris einen Wehrwissenschaftlichen Forschungsauftrag von der Bundeswehr zur Untersuchung von Raumflugzeugen f\u00fcr Weltraumbasierte- und Hyperschall-Aufkl\u00e4rung sowie die Untersuchung zur Verwendung eines\u00a0Aerospike-Triebwerks.\u00a0Aktuell entwickelt und forscht Polaris daher in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr an einem 28 Meter langem unbemannten Raumflugzeug Aurora und an sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aerospike\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aerospike-Antrieben<\/a>.<\/p>\n<p>Zum Hintergrund: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aerospike\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aerospike<\/a> (englisch \u201eLuftstachel\") ist ein Raketentriebwerk, das nicht auf dem Prinzip der glockenf\u00f6rmigen (Laval-)Raketend\u00fcse basiert. Die \u00c4nderung des D\u00fcsenprinzips erm\u00f6glicht eine Anpassung an den atmosph\u00e4rischen Luftdruck in unterschiedlichen Flugh\u00f6hen. Durch diese Anpassungsf\u00e4higkeit kann das Triebwerk unter optimalen Bedingungen betrieben werden. Aerospike-Triebwerke werden bereits seit Mitte der 1950er Jahre erforscht. Aufgrund der Komplexit\u00e4t dieses Triebwerktyps konnte ein Prototyp jedoch erst in den 1990er Jahren mit dem X-33-Programm entwickelt werden. Derzeit gibt es kein einsatzf\u00e4higes Triebwerk.<\/p>\n<h2>Bereits verschiedene Demonstratorfl\u00fcge<\/h2>\n<p>Anfang April 2020 absolvierte der 2,5 m lange Demonstrator und Technologie-Teststand STELLA seinen ersten Flug, wie man auf der <a href=\"https:\/\/www.polaris-raumflugzeuge.de\/News\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">News-Seite<\/a> nachlesen kann. STELLA reproduziert die Form der sp\u00e4teren Aurora-Tr\u00e4gerrakete und wird von kerosinbetriebenen Turbostrahltriebwerken angetrieben. Hauptzweck war die Bewertung der Start- und Landeeigenschaften sowie der Unterschallfliegeneigenschaften der Aurora-Konfiguration.<\/p>\n<p>Am 26. Oktober 2023 hat der Demonstrator MIRA seinen ersten Flug am Flughafen Peenem\u00fcnde erfolgreich absolviert. MIRA ist das f\u00fcnftes Flugger\u00e4t des Startups und mit einer L\u00e4nge von 4,3 m und einer Startmasse von 210 kg auch das bislang gr\u00f6\u00dfte. Der Erstflug wurde mit Turbinenantrieb durchgef\u00fchrt. Der Hauptzweck von MIRA besteht jedoch darin, einen neuartigen linearen Aerospike-Raketentriebwerk im Flug zu testen.<\/p>\n<p>Im Dezember 2024 gab es dann die Meldung, dass das Startup bereits \u00fcber hundert Testfl\u00fcge mit seinen Demonstratoren vorgenommen habe. Es waren alles kleiner Modelle, um die Flugeigenschaften zu pr\u00fcfen. Der Flugplatz in Peenem\u00fcnde auf der Insel Usedom war dabei die Basis f\u00fcr die Testfl\u00fcge, die dann \u00fcber der Ostsee stattfinden konnten.<\/p>\n<h2>Jungfernflug des Raketenflugzeugs NOVA<\/h2>\n<p>Nun las ich <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/raumfahrt\/deutsches-raketenflugzeug-vor-dem-jungfernflug\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in ingenieur.de<\/a>, dass der Prototyp des Raketenflugzeugs NOVA vor seinem ersten Jungfernflug stehen soll. \"NOVA ist ein Demonstrator f\u00fcr ein \u00dcberschall-Raketenflugzeug\", erkl\u00e4rt Minal Jain, die Leiterin des Projekts, gegen\u00fcber ingenieur.de. Dieser Demonstrator soll eine Geschwindigkeit von Mach 2 erreichen. Das entspricht der doppelten Schallgeschwindigkeit, also fast 2500 Kilometern pro Stunde.<\/p>\n<p>\"NOVA verf\u00fcgt \u00fcber zwei Antriebssysteme\", sagt Jain. Zun\u00e4chst spr\u00e4ngen vier Triebwerke einer herk\u00f6mmlichen Flugzeugturbine an. Um Mach 2 zu erreichen, werde im Laufe des Fluges ein Raketenantrieb am Heck des Raketenflugzeugs eingeschaltet. Dieser Antrieb soll im Endstadium des Projekts ausreichend Schub erzeugen, um den Weltraum zu erreichen.\u00a0Ein vergleichbares Projekt existiert aktuell weltweit nicht.<\/p>\n<p>Beim Jungfernflug des Demonstrator NOVA ist das aber noch nicht der Fall. Das Raketenflugzeug mit einer L\u00e4nge von 8,50 Meter soll nur bis auf rund 20 Kilometer H\u00f6he aufsteigen. Dabei soll das Zusammenspiel der beiden Triebwerkstypen erstmals getestet werden. Das Raketenflugzeug wird 2026 vom Flughafen Peenem\u00fcnde zun\u00e4chst mit den luftatmenden Triebwerken abheben, beschreibt Tejveer Singh, Ingenieur f\u00fcr den Bereich Flugdynamik bei Polaris, den Start. Wenn das Raumflugzeug eine H\u00f6he von sechs Kilometern erreicht hat, schaltet der Raketenantrieb ein. Dieser soll die NOVA auf ungef\u00e4hr 20 Kilometer H\u00f6he bringen. Dort wird das Triebwerk abgestellt, um den Flug abschlie\u00dfen und sp\u00e4ter wieder in Peenem\u00fcnde auf dem Flughafen landen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter soll das Triebwerk das Raketenflugzeug aber in den Weltraum bef\u00f6rdern &#8211; was aber noch einige J\u00e4hrchen dauern d\u00fcrfte. Ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-f4j33So1iI\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video auf YouTube<\/a> stellt die T\u00fcftler an diesem Projekt vor. Und einen Flug, bei dem ein Aerospike-Triebwerk f\u00fcr 3 Sekunden betrieben wurden, hat es auch bereits gegeben. Bringt mich in meine Zeit in der Luft- und Raumfahrttechnik in Bremen zur\u00fcck &#8211; aber ich war da halt 45 Jahre zu fr\u00fch dran. Weitere Details \u00fcber das NOVA-Projekt lassen sich im Artikel auf <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/raumfahrt\/deutsches-raketenflugzeug-vor-dem-jungfernflug\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ingenieur.de<\/a> nachlesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im n\u00e4chsten Jahr, soll es soweit sein, f\u00fcr 2026 ist der erste Testflug eines deutschen Raketenflugzeugs geplant. 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