{"id":29149,"date":"2025-12-16T00:04:29","date_gmt":"2025-12-15T23:04:29","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=29149"},"modified":"2025-12-15T10:18:54","modified_gmt":"2025-12-15T09:18:54","slug":"sind-neptun-und-uranus-keine-eisriesen-sondern-besitzen-einen-felskern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/12\/16\/sind-neptun-und-uranus-keine-eisriesen-sondern-besitzen-einen-felskern\/","title":{"rendered":"Sind Neptun und Uranus keine \"Eisriesen\", sondern besitzen einen Felskern?"},"content":{"rendered":"<p>Spannende These, die Forscher \u00fcber die \u00e4u\u00dferen Planeten Uranus und Neptun unseres Sonnensystems aufgestellt haben. Bisher ging man davon aus, dass diese \"Gasplaneten\" einen Kern aus Eis (gefrorenes Ammoniak) haben. Neuere Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, dass diese Planeten auch einen felsigen Kern aufweisen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Uranus und Neptun sind ja die \u00e4u\u00dferen Planeten, au\u00dferhalb der Bahn des Saturn, in unserem Sonnensystem. Der Gasplanet <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uranus_(Planet)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Uranus<\/a> ist mit 51.000 Kilometern Durchmesser etwa viermal so gro\u00df wie der der Erde (Durchmesser 12.742 km). Das das Volumen ist etwa 63-mal so gro\u00df wie das der Erde. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neptun_(Planet)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neptun<\/a> besitzt einen Durchmesser von knapp 50.000 Kilometern und ist der viertgr\u00f6\u00dfte Planet des Sonnensystems. Die Wikipedia f\u00fchrt beide \u00e4u\u00dferen Planeten als \"Eisriesen\" auf und schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>Ein Eisriese ist ein Riesenplanet, der haupts\u00e4chlich aus fl\u00fcchtigen chemischen Verbindungen wie Wasser (H2O), Ammoniak (NH3) oder Methan (CH4) besteht und eine m\u00e4chtige Atmosph\u00e4re aus leichten Elementen besitzt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Sonnensystem gebe es zwei bekannte Eisriesen, Uranus und Neptun. Bei der Suche nach dem hypothetischen Planeten Neun geht man auch von einem Eisriesen aus.<\/p>\n<h2>Stimmt vielleicht nicht<\/h2>\n<p>Die obigen Annahme, dass es sich bei Uranus und Neptun um Eisriesen handelt, stimmt vermutlich oder vielleicht nicht. Wie der eigentliche Planetenkern der \u00e4u\u00dferen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun beschaffen ist, ist umstritten. Man kann ja nicht durch die dichten Atmosph\u00e4ren, die die Planetenkerne umgeben, schauen und Messungen vornehmen.<\/p>\n<p>Letztmalig wurden die \u00e4u\u00dferen Planeten durch die US-Raumsonde Voyager 2 besucht. Diese passierte Uranus am\u00a024. Januar 1986 und Neptun am 25.08.1989, wobei zahlreiche Daten gewonnen wurden. Aber die Frage nach dem inneren Aufbau konnten diese Daten nicht direkt belegen.<\/p>\n<p>Was die Forscher aber machen k\u00f6nnen: Mathematische Modelle f\u00fcr den Aufbau der Planeten entwickeln und dann deren Verhalten mit den gemessenen Daten der Raumsonde Voyager 2 sowie diverser Teleskope abgleichen. Genau dies haben nun die\u00a0 Wissenschaftler Luca Morf und Ravit Helled von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich getan und ihre Erkenntnisse in <a href=\"https:\/\/www.news.uzh.ch\/de\/articles\/media\/2025\/Uranus-Neptun.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einer Meldung<\/a> vom 10. Dezember 2025 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Das Forschungsteam der Universit\u00e4t Z\u00fcrich und des NCCR PlanetS stellt das bisherige Verst\u00e4ndnis vom Inneren der Planeten des Sonnensystems in Frage. Die Zusammensetzung von den beiden \u00e4u\u00dfersten Planeten Uranus und Neptun k\u00f6nnte felsiger und weniger eisig sein als bisher angenommen, schreiben die Wissenschaftler. Dies deckt sich auch mit dem k\u00fcrzlichen Befund, dass der Zwergplanet Pluto in seiner Zusammensetzung \u00fcberwiegend aus Gestein besteht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone \" src=\"https:\/\/www.news.uzh.ch\/dam\/jcr:06d9b094-8d10-41fb-9b7b-3e1ba7ff657e\/20251210_UranusRockIce.jpg\" alt=\"Modell des Aufbaus des Planeten Uranus \" width=\"620\" height=\"383\" \/><br \/>\n<em>Gem\u00e4\u00df neuer Studie k\u00f6nnte Uranus je nach Modellannahmen ein Eisriese (links) oder ein Gesteinsriese (rechts) sein. (Bild: Keck Institute for Space Studies\/Chuck Carter)<\/em><\/p>\n<p>Dazu entwickelte das Team ein neues Modell, um das Innere von Uranus und Neptun zu simulieren. \u00abDie Einstufung als Eisriesen ist m\u00f6glicherweise zu stark vereinfacht, da die beiden Planeten nur unzureichend verstanden werden\u00bb, sagt Luca Morf, UZH-Doktorand und Hauptautor der Studie. \u00abPhysikalische Modelle gingen bisher von zu vielen Annahmen aus und empirische Modelle waren zu vereinfachend. Wir haben beide Ans\u00e4tze kombiniert, um neue, neutrale und physikalisch konsistente Modelle zu erhalten\u00bb, so Morf.<\/p>\n<p>Die Forschenden begannen zuerst mit einem zuf\u00e4lligen Dichteprofil f\u00fcr das Innere des Planeten. Sie berechneten das planetarische Gravitationsfeld, das dann mit den Beobachtungsdaten (auch von der US-Sonde Voyager 2) \u00fcbereinstimmte, und leiteten daraus eine m\u00f6gliche Zusammensetzung ab. Schlie\u00dflich wurde der gesamte Prozess viele Male wiederholt, um die bestm\u00f6gliche \u00dcbereinstimmung zwischen den Modellen und den Beobachtungen zu erzielen. Auf diese Weise stellte das Team sicher, dass ihr Modell den Gesetzen der Physik entspricht \u2013 wie dem Gleichgewicht zwischen Schwerkraft, inneren Druckkr\u00e4ften sowie Thermodynamik.<\/p>\n<p>Mithilfe des neuen Modells fand das UZH-Team heraus, dass die m\u00f6gljche Zusammensetzung im Inneren der \u00abEisriesen\u00bb unseres Sonnensystems keineswegs auf Eis &#8211; typischerweise dargestellt durch Wasser oder andere fl\u00fcchtige Materialien &#8211; beschr\u00e4nkt ist. \u00abDas hatten wir vor fast 15 Jahren erstmals vermutet, nun verf\u00fcgen wir endlich \u00fcber den rechnerischen Beleg\u00bb, sagt Ravit Helled, UZH-Professorin am Institut f\u00fcr Astrophysik sowie Direktorin von UZH Space.<\/p>\n<p>Die Studie bringt auch neue Erkenntnisse zum Magnetfeld der beiden \u00e4usseren Planeten des Sonnensystems. W\u00e4hrend auf der Erde klare Nord- und S\u00fcdpole bestehen, sind die Magnetfelder von Uranus und Neptun chaotischer und haben mehr als nur zwei Pole. \u00abWir haben zudem festgestellt, dass das Magnetfeld des Uranus tiefer liegen k\u00f6nnte als dasjenige von Neptun\u00bb, erkl\u00e4rt Ravit Helled.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind zwar vielversprechend, dennoch bleibt eine gewisse Unsicherheit. \u00abPhysiker verstehen noch immer kaum, wie sich Materialien unter den Druck- und Temperaturbedingungen im Inneren eines Planeten verhalten. Dies k\u00f6nnte unsere Ergebnisse beeinflussen\", sagt Luca Morf, der die Modelle noch erweitern m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Generell ebnen die Studienergebnisse den Weg f\u00fcr neue m\u00f6gliche Szenarien, wie die beiden Planeten im Inneren zusammengesetzt sind. Die an der UZH im Rahmen des NCCR PlanetS entwickelte Methode weist neue Wege f\u00fcr die zuk\u00fcnftige materialwissenschaftliche Forschung unter planetarischen Bedingungen. \u00abSowohl Uranus als auch Neptun k\u00f6nnten je nach Modellannahmen Gesteinsriesen oder Eisriesen sein. Die derzeitigen Daten reichen jedoch nicht aus, um die beiden Varianten zu unterscheiden. Dazu br\u00e4uchte es wohl gezielte Missionen zu Uranus und Neptun\u00bb, sagt Helled. Auf scinexx.de finden sich in <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/kosmos\/uranus-und-neptun-doch-keine-eisriesen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> einige zus\u00e4tzliche Informationen zur Studie.<\/p>\n<p>Luca Morf and Ravit Helled. Icy or rocky? Convective or stable? New interior models of Uranus and Neptune. Astronomy &amp; Astrophysics, 10. December 2025. Doi: 10.1051\/0004-6361\/202556911<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spannende These, die Forscher \u00fcber die \u00e4u\u00dferen Planeten Uranus und Neptun unseres Sonnensystems aufgestellt haben. Bisher ging man davon aus, dass diese \"Gasplaneten\" einen Kern aus Eis (gefrorenes Ammoniak) haben. 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