{"id":29188,"date":"2025-12-29T00:04:08","date_gmt":"2025-12-28T23:04:08","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=29188"},"modified":"2025-12-22T18:54:45","modified_gmt":"2025-12-22T17:54:45","slug":"planeten-kollision-im-fomalhaut-a-system","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/12\/29\/planeten-kollision-im-fomalhaut-a-system\/","title":{"rendered":"Planeten-Kollision im Fomalhaut A-System"},"content":{"rendered":"<p>Astronomen haben innerhalb 20 Jahren zwei Kollisionen von Planeten im benachbart gelegenen Sonnensystem Fomalhaut A anhand der entstandenen Tr\u00fcmmer nachgewiesen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fomalhaut\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fomalhaut<\/a> (A) ist der hellste Stern im Sternbild S\u00fcdlicher Fisch, ein benachbartes gelegenes Sonnensystem, dass ca. 25 Lichtjahre von uns entfernt ist. Es ist, \u00e4hnlich wie die etwas hei\u00dfere <a title=\"Wega\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wega\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wega<\/a>\u00a0ein\u00a0Hauptreihenstern\u00a0der\u00a0Spektralklasse\u00a0A. Seine Oberfl\u00e4chentemperatur betr\u00e4gt etwa 8500\u00a0K. Es wird vermutet, dass Fomalhaut etwa 400 Millionen Jahre alt ist. Seine Lebenszeit wird auf rund eine Milliarde Jahre eingestuft.<\/p>\n<p>Fomalhaut A ist ein Mitglied des Castor-Bewegungshaufens, zu dem unter anderem auch Wega gez\u00e4hlt wird. Das n\u00e4chste Mitglied dieses Bewegungshaufens, TW Piscis Austrini (ein ver\u00e4nderlicher Stern vom Typ BY Draconis), liegt nur ca. 0,85 Lichtjahre von Fomalhaut A entfernt und hat eine sehr \u00e4hnliche Eigenbewegung.<\/p>\n<p>Die beiden Sterne bilden zusammen mit dem Roten Zwerg LP876-10 (Fomalhaut C) ein Dreifachsystem, wie eine 2013 erfolgte Auswertung der Parallaxe und der Eigenbewegung von Fomalhaut C ergeben hat. Die Entfernung von 3,2 Lichtjahren zwischen Fomalhaut A und C ist f\u00fcr ein gebundenes System ungew\u00f6hnlich gro\u00df.<\/p>\n<h2>Entdeckung einer Tr\u00fcmmerwolke<\/h2>\n<p>Kurz vor Weihnachten 2025 machte eine Meldung die Runde, dass das Hubble Weltraumteleskop Tr\u00fcmmer von Planetenkollisionen gefunden habe. Das sind nun bereits zwei Kollisionen von Planeten in 20 Jahren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Crash im Formalhaut-System\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/t4K7sh58\/image.png\" alt=\"Crash im Formalhaut-System \" width=\"482\" height=\"405\" \/><\/p>\n<p>Das Max Plank-Institut f\u00fcr Astronomie (MPIA) hat zum 18. Dezember 2025 in einer Meldung <a href=\"https:\/\/www.mpia.de\/news\/science\/2025-08-fomalhaut\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Destruction of Infant Planets Around Nearby Star<\/a> die neuesten Erkenntnisse der Forschung ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Astronomen, darunter Bin Ren vom MPIA, haben mit dem Hubble-Weltraumteleskop die Auswirkungen katastrophaler Kollisionen zwischen gro\u00dfen Gesteinsk\u00f6rpern in einem nahe gelegenen, sich entwickelnden Planetensystem um den Stern Fomalhaut erfasst.<\/p>\n<p>In einer Staubscheibe um Formalhaut tauchte pl\u00f6tzlich ein Lichtpunkt auf. Diese neue Lichtpunkt befand sich dabei an einer anderen Stelle als der Lichtpunkt, der 20 Jahre vorher bereits einmal in der Staubscheibe fotografiert worden war, inzwischen aber verschwunden ist. Die Forscher vermuten, dass die Lichtpunkte durch Kollision von ca. 200 km gro\u00dfen K\u00f6rpern, sogenannten Planetisimalen entstanden sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\"Das ist sicherlich das erste Mal, dass ich einen Lichtpunkt gesehen habe, der aus dem Nichts in einem Exoplanetensystem aufgetaucht ist\", sagte der leitende Forscher Paul Kalas von der University of California, Berkeley, USA. \"Er ist auf allen unseren bisherigen Hubble-Bildern nicht zu sehen, was bedeutet, dass wir gerade Zeugen einer heftigen Kollision zwischen zwei massiven Objekten geworden sind, die eine riesige Tr\u00fcmmerwolke gebildet hat \u2013 anders als alles, was wir heute in unserem Sonnensystem sehen k\u00f6nnen.\"<\/p>\n<p>Diese Ereignisse stimmen mit dem weithin akzeptierten Modell \u00fcberein, nach dem Planetesimale, Asteroiden und Kometen kollidieren und dabei Tr\u00fcmmer erzeugen, die mit der Planetenentstehung in Verbindung stehen. Wissenschaftler glauben, dass das fr\u00fche Sonnensystem eine \u00e4hnliche Phase intensiver Aktivit\u00e4t durchlaufen hat, in der Tr\u00fcmmer aus diesen Kollisionen sp\u00e4ter die junge Erde, den Mond und andere innere Planeten bombardierten.<\/p>\n<h2>Spannende Geschichte der letzten 20 Jahre<\/h2>\n<p>Im Jahr 2008 war Fomalhaut das erste Sternsystem, in dem ein potenzieller Exoplanet im sichtbaren Licht entdeckt wurde. Das mit dem Hubble-Teleskop gefundene Objekt namens Fomalhaut b stellte sich sp\u00e4ter als expandierende Staubwolke heraus, die sich als Planet tarnt \u2013 das Ergebnis einer Kollision von Planetesimalen, kilometergro\u00dfen felsigen Bausteinen von Planeten, hei\u00dft es in der Mitteilung der Forscher.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Astronomen bei den j\u00fcngsten Hubble-Beobachtungen nach Fomalhaut b suchen wollten, fanden die Wissenschaftler stattdessen einen zweiten Lichtpunkt an einer \u00e4hnlichen Stelle. Sie nennen dieses Objekt \u201ecs2\", w\u00e4hrend das erste Objekt nun als \u201ecs1\" bekannt ist.<\/p>\n<h2>Unerwartete H\u00e4ufigkeit von Kollisionen<\/h2>\n<p>Warum Astronomen diese beiden Tr\u00fcmmerwolken so nah beieinander sehen, ist ein R\u00e4tsel. W\u00e4ren die Kollisionen zwischen Asteroiden und Planetesimalen zuf\u00e4llig, m\u00fcssten cs1 und cs2 an voneinander unabh\u00e4ngigen Orten auftreten. Tats\u00e4chlich befinden sie sich jedoch in faszinierender Weise nahe beieinander am inneren Rand der \u00e4u\u00dferen Tr\u00fcmmerwolke von Fomalhaut.<\/p>\n<p>Eine weitere offene Frage ist, warum Wissenschaftler diese beiden Ereignisse innerhalb eines so kurzen Zeitraums beobachtet haben. Die Theorie besagt, dass es alle 100.000 Jahre oder l\u00e4nger zu einer Kollision kommen sollte. Die Astronomen haben jedoch innerhalb von 20 Jahren zwei beobachtet. Im Vergleich dazu erscheinen diese Ereignisse wie ein Feuerwerk. Tats\u00e4chlich sind solche Kollisionen f\u00fcr die Entwicklung von Planetensystemen von grundlegender Bedeutung, aber sie sind selten und schwer zu untersuchen.<\/p>\n<p>\"M\u00f6glicherweise gab es Hunderte solcher Kollisionen, die unentdeckt blieben\", betonte Ren. \"Nur diese beiden waren hell genug, um vom Hubble-Teleskop erfasst zu werden.\u00a0Die N\u00e4he von Fomalhaut hat \u00fcberhaupt erst dazu beigetragen, diese schwachen Lichtblitze zu entdecken.\"<\/p>\n<p>Das Spannende an dieser Beobachtung ist, dass sie es Forschern erm\u00f6glicht, sowohl die Gr\u00f6\u00dfe der kollidierenden K\u00f6rper als auch deren Anzahl in der Scheibe zu sch\u00e4tzen \u2013 Informationen, die mit anderen Mitteln kaum zu erhalten sind. Das Ergebnis: Die Planetesimale, die zerst\u00f6rt wurden, um cs1 und cs2 zu bilden, hatten eine Gr\u00f6\u00dfe von 30 Kilometern. Es d\u00fcrfte etwa 300 Millionen solcher Objekte geben, die im Fomalhaut-System umlaufen.<\/p>\n<p>Scinexx.de hat in <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/kosmos\/doppelter-crash-um-fomalhaut-a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem deutschsprachigen Artikel<\/a> die neuesten Erkenntnisse der Astronomen zu dieser Entdeckung zusammen gefasst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Astronomen haben innerhalb 20 Jahren zwei Kollisionen von Planeten im benachbart gelegenen Sonnensystem Fomalhaut A anhand der entstandenen Tr\u00fcmmer nachgewiesen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,690],"tags":[206,207],"class_list":["post-29188","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-natur","category-wissenschaft","tag-astronomie","tag-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29188","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29188"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29188\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29189,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29188\/revisions\/29189"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29188"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29188"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29188"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}