{"id":29586,"date":"2026-03-29T00:04:48","date_gmt":"2026-03-28T23:04:48","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=29586"},"modified":"2026-03-27T12:33:36","modified_gmt":"2026-03-27T11:33:36","slug":"ein-entstehendes-sonnensystem-zwei-planeten-entdeckt-die-sich-in-der-scheibe-um-einen-jungen-stern-bilden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2026\/03\/29\/ein-entstehendes-sonnensystem-zwei-planeten-entdeckt-die-sich-in-der-scheibe-um-einen-jungen-stern-bilden\/","title":{"rendered":"Ein entstehendes Sonnensystem? Zwei Planeten entdeckt, die sich in der Scheibe um einen jungen Stern bilden"},"content":{"rendered":"<p>Forscher der ESO haben beobachtet, wie sich zwei Planeten in der Scheibe um einen jungen Stern namens WISPIT 2 bilden. Nachdem das Team zuvor bereits einen Planeten entdeckt hatte, nutzte es nun Teleskope der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO), um die Existenz eines weiteren Planeten zu best\u00e4tigen. Diese Beobachtungen sowie die einzigartige Struktur der Scheibe um den Stern deuten darauf hin, dass das WISPIT-2-System einem jungen Sonnensystem \u00e4hneln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p data-path-to-node=\"4\">\"<em>WISPIT 2 bietet uns den bislang besten Einblick in unsere eigene Vergangenheit<\/em>\", <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2604\/?nolang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erkl\u00e4rt<\/a> Chloe Lawlor, Doktorandin an der University of Galway, Irland, und Hauptautorin der heute in\u00a0<em data-path-to-node=\"4\" data-index-in-node=\"183\">The Astrophysical Journal Letters<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichten Studie.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/cdn.eso.org\/images\/newsfeature\/eso2604a.jpg\" alt=\"Sternsystem in der Entstehung\" width=\"733\" height=\"300\" \/><br \/>\n<em>VLT-Bilder von zwei Planeten, die sich um den jungen Stern WISPIT 2 bilden (Herkunftsnachweis: \u00a0ESO\/C. Lawlor, R. F. van Capelleveen et al.)<\/em><\/p>\n<p data-path-to-node=\"5\">Das System ist nach\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/news\/eso1821\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDS 70<\/a>\u00a0erst das zweite bekannte Beispiel, bei dem zwei Planeten direkt w\u00e4hrend ihrer Entstehungsphase um ihren Zentralstern beobachtet werden konnten. Im Gegensatz zu PDS 70 verf\u00fcgt WISPIT 2 jedoch \u00fcber eine sehr ausgedehnte protoplanetare Scheibe mit markanten L\u00fccken und Ringen. \u201e<em>Diese Strukturen deuten darauf hin, dass dort derzeit weitere Planeten entstehen, die wir k\u00fcnftig nachweisen werden<\/em>\", so Lawlor.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"6\">\"<em>WISPIT 2 dient uns als entscheidendes Labor, um nicht nur die Entstehung eines einzelnen Objekts, sondern eines gesamten Planetensystems zu untersuchen<\/em>\", ordnet Christian Ginski, Koautor der Studie und Forscher an der University of Galway, die Entdeckung ein. Mit solchen Beobachtungen wollen Astronomen besser verstehen, wie sich junge Systeme zu reifen Formationen wie unserem eigenen Sonnensystem entwickeln.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"7\">Der erste in diesem System nachgewiesene Planet \u2013 WISPIT 2b \u2013 wurde bereits\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/images\/potw2534a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im vergangenen Jahr entdeckt<\/a>. Er besitzt fast die f\u00fcnffache Jupitermasse und umkreist den Stern in etwa der 60-fachen Entfernung zwischen Erde und Sonne. \"<em>Dieser Nachweis einer Welt im Stadium der Entstehung hat das enorme Potenzial unserer aktuellen Instrumentierung aufgezeigt<\/em>\", sagt Richelle van Capelleveen, Doktorandin an der Sterrewacht Leiden in den Niederlanden und Leiterin der vorangegangenen Studie.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"8\">Nachdem ein weiteres Objekt in der N\u00e4he des Sterns identifiziert worden war (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2604\/?nolang#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">siehe diesen Artikel<\/a>) best\u00e4tigten Messungen mit dem Very Large Telescope (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VLT<\/a>) der ESO und dem VLT-Interferometer (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/vlti\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VLTI<\/a>) ihn als Planeten. Der neue Planet \u2013 WISPIT 2c \u2013 befindet sich viermal n\u00e4her am Zentralstern und ist doppelt so massereich wie WISPIT 2b. Bei beiden Objekten handelt es sich um Gasriesen, vergleichbar mit den \u00e4u\u00dferen Planeten unseres Sonnensystems.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"9\">Um die Existenz von WISPIT 2c zu verifizieren, setzte das Team das\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/vlt-instr\/sphere\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SPHERE<\/a>-Instrument am VLT der ESO ein, das ein Bild des Objekts aufnahm. Anschlie\u00dfend\u00a0ermittelte die Gruppe mit dem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/vlt-instr\/gravity+\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GRAVITY+<\/a>-Instrument am VLTI Eigenschaften, die das Objekt eindeutig als Planeten charakterisieren. \u201e<em>Unsere Studie hat entscheidend von der j\u00fcngsten Modernisierung auf GRAVITY+\u00a0<\/em><em>profitiert<\/em><em>. Ohne dieses Upgrade h\u00e4tten wir den Planeten in so geringem Abstand zu seinem Stern nicht derart pr\u00e4zise erfassen k\u00f6nnen<\/em>\", meint Guillaume Bourdarot, Koautor der Studie und Forscher am Max-Planck-Institut f\u00fcr extraterrestrische Physik in Garching bei M\u00fcnchen.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"10\">Beide Planeten in WISPIT 2 befinden sich in deutlichen L\u00fccken innerhalb der Staub- und Gasscheibe, die den jungen Stern umgibt. Diese Freir\u00e4ume resultieren aus dem Wachstum der Planeten: Partikel in der Scheibe sammeln sich an und verklumpen, wobei ihre Gravitation zunehmend Material anzieht, bis sich ein Planetenembryo formt. Das verbleibende Material bildet um jede L\u00fccke herum charakteristische Staubringe.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"11\">Zus\u00e4tzlich zu den Bereichen, in denen die beiden Planeten gefunden wurden, existiert mindestens eine weitere, kleinere L\u00fccke im \u00e4u\u00dferen Teil der WISPIT-2-Scheibe. \u201e<em>Wir vermuten, dass ein dritter Planet diese L\u00fccke freir\u00e4umt<\/em>\", sagt Lawlor. \u201e<em>Aufgrund der geringeren Breite und Tiefe der L\u00fccke k\u00f6nnte es sich potenziell um ein Objekt mit Saturnmasse handeln.<\/em>\" Das Team plant bereits Folgebeobachtungen. Ginski merkt an: \u201e<em>Mit dem k\u00fcnftigen Extremely Large Telescope (ELT) der ESO werden wir in der Lage sein, einen solchen Planeten direkt abzubilden.<\/em>\"<\/p>\n<p>Erste Hinweise auf die Existenz eines zweiten Planeten lieferten laut <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2604\/?nolang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser ESO-Mitteilung<\/a> Beobachtungen mit dem Instrument MagAO-X der University of Arizona an den 6,5-Meter-Magellan-Teleskopen in Chile sowie mit der LMIRcam der University of Virginia am Large Binocular Telescope Interferometer in den USA.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscher der ESO haben beobachtet, wie sich zwei Planeten in der Scheibe um einen jungen Stern namens WISPIT 2 bilden. 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