{"id":29588,"date":"2026-04-04T00:02:56","date_gmt":"2026-04-03T22:02:56","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=29588"},"modified":"2026-04-01T23:25:55","modified_gmt":"2026-04-01T21:25:55","slug":"wissenschaftliche-studie-entlarvt-unterschiede-bei-hundefutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2026\/04\/04\/wissenschaftliche-studie-entlarvt-unterschiede-bei-hundefutter\/","title":{"rendered":"Studie legt Unterschiede bei Hundefutter offen"},"content":{"rendered":"<p dir=\"ltr\">Millionen Hunde in Deutschland bekommen t\u00e4glich industriell hergestelltes Trocken- oder Nassfutter im Napf. Kaum zu glauben, aber es gibt nun eine wissenschaftliche Studie zu Hundefutter, die besagt, dass stark erhitzte und hochverarbeitete Produkte im Durchschnitt h\u00f6here Mengen bestimmter hitzebedingter Reaktionsstoffe enthalten als frisch gekochtes, schonender zubereitetes Futter. Und der Preis eines Futters sagt laut Studie wenig dar\u00fcber aus, wie viele dieser Stoffe enthalten sind \u2013 einige teure Premiumprodukte schnitten sogar besonders schlecht ab. Daher wird hier heute mal \"auf den Hund gekommen\".<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich die neue <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/jpn.70053\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wissenschaftliche Studie<\/a>, die zeigt, dass stark erhitzte und hochverarbeitete Hundefutter-Produkte im Durchschnitt h\u00f6here Mengen bestimmter hitzebedingter Reaktionsstoffe enthalten als frisch gekochte Mahlzeiten, auf den Tisch bekam. Andererseits: In Deutschland leben rund 10,5 Millionen Hunde, und etwa jeder f\u00fcnfte Haushalt hat einen Vierbeiner. Gleichzeitig ist Hundefutter ein Milliardenmarkt &#8211; das rechtfertigt schon eine Studie. Und ich gehe davon aus, dass auch unter der Blog-Leserschaft Hundebesitzer und -besitzerinnen sind (auch wenn ich, als Landwirtssohn mit Tieren aufgewachsen, heute im st\u00e4dtischen Haushalt bewusst keine Hunde und Katzen halte).<\/p>\n<p>Allein im station\u00e4ren Handel werden j\u00e4hrlich rund 1,8 Milliarden Euro mit Hundefutter umgesetzt. Der gr\u00f6\u00dfte Teil davon entf\u00e4llt auf industriell hergestellte Trocken- und Nassfutter. Diese Produkte werden stark erhitzt (h\u00e4ufig bei 120\u00b0C bis 180\u00b0C oder mehr), damit sie lange haltbar bleiben und sicher gelagert werden k\u00f6nnen. Frisch gekochte Mahlzeiten hingegen werden schonender bei etwa 90\u00b0C gegart. Doch genau diese Verarbeitung kann chemische Ver\u00e4nderungen ausl\u00f6sen. Wenn Zucker und Eiwei\u00dfe bei hohen Temperaturen reagieren, entstehen Maillard-Reaktionsprodukte \u2013 Stoffe, die auch beim Braten oder Backen von Lebensmitteln entstehen.<\/p>\n<p>Diese Verbindungen f\u00f6rdern Entz\u00fcndungsprozesse und oxidativen Stress im K\u00f6rper. \"Kleine Mengen dieser Stoffe k\u00f6nnen vom K\u00f6rper abgebaut werden. Doch wenn Hunde t\u00e4glich dieselbe hochverarbeitete Mahlzeit bekommen, kann sich die Belastung im Laufe der Zeit summieren\", mahnt Tier\u00e4rztin Clarke.<\/p>\n<h2>Studie untersucht Prozessstoffe im Hundefutter<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Untersuchung analysierten Forschende der Hacettepe University insgesamt 41 kommerzielle Hundefutterprodukte aus dem britischen Markt. Verglichen wurden frische Mahlzeiten, Nassfutter, Trockenfutter sowie gefriergetrocknete und kaltgepresste Varianten. Im Fokus standen mehrere chemische Verbindungen, die bei starker Hitze entstehen. Dazu geh\u00f6ren Advanced Glycation End Products (AGEs) sowie bestimmte reaktive Carbonylverbindungen. Die Studie ist die erste Untersuchung, die diese Stoffe systematisch in kommerziellem Hundefutter analysiert.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind aufgrund vergleichbarer Produktionsstandards auch auf den deutschen Markt \u00fcbertragbar. \u201eJe st\u00e4rker ein Futter erhitzt oder industriell verarbeitet wird, desto mehr Reaktionsprodukte entstehen\", so Clarke.<\/p>\n<h2>Der Preis sagt wenig \u00fcber Qualit\u00e4t aus<\/h2>\n<p>Ein weiteres Ergebnis der Studie d\u00fcrfte viele Hundehalter \u00fcberraschen: Der Preis eines Futters sagt wenig dar\u00fcber aus, wie stark es verarbeitet wurde oder wie viele Reaktionsstoffe es enth\u00e4lt. Die Analyse zeigte keinen klaren Zusammenhang zwischen Preiskategorie und den gemessenen Werten. Einige der untersuchten hochpreisigen Premium-Produkte geh\u00f6rten sogar zu den Futtern mit besonders hohen Mengen unerw\u00fcnschter Reaktionsstoffe.<\/p>\n<p>\"Viele Menschen gehen davon aus, dass teureres Futter automatisch besser ist. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Verarbeitung eine entscheidende Rolle spielt\", ordnet die Tier\u00e4rztin von Butternut Box ein.<\/p>\n<p>Nassfutter schneidet besonders schlecht ab \u2013 wird aber h\u00e4ufig gef\u00fcttert<br \/>\nAuch zwischen den Futterarten selbst gab es deutliche Unterschiede. Klassisches Nassfutter (z. B. Dosenfutter sowie ungek\u00fchlt haltbare \u201evorratsfrische\" Produkte) enthielt im Schnitt den h\u00f6chsten Anteil an sch\u00e4dlichen AGEs sowie Glyoxal-Verbindungen. CEL \u2013 ein Stoff, der im Zusammenhang mit chronischen Entz\u00fcndungen steht \u2013 lag in Nassfutter bei 128 mg\/kg, mehr als viermal so hoch wie in frisch gekochtem Futter.<\/p>\n<p>Auch in allen anderen Messkategorien wiesen frisch gekochte Mahlzeiten weniger sch\u00e4dliche Chemikalien auf. Die Ergebnisse verdeutlichen somit, wie stark sich unterschiedliche Herstellungsprozesse auf die Zusammensetzung eines Futters auswirken k\u00f6nnen. Repr\u00e4sentative Befragungen zeigen allerdings, dass Hunde in Deutschland \u00fcberwiegend noch mit herk\u00f6mmlichem Trocken- und Nassfutter gef\u00fcttert werden.<\/p>\n<h2>Hitze kann auch N\u00e4hrstoffe ver\u00e4ndern<\/h2>\n<p>Neben den Reaktionsstoffen untersuchten die Forschenden auch, wie sich intensive Verarbeitung auf wichtige N\u00e4hrstoffe auswirkt. Besonders im Fokus stand die Aminos\u00e4ure Lysin, ein wichtiger Baustein f\u00fcr Muskeln, Wachstum und Stoffwechsel von Hunden. Wird ein Futter stark erhitzt, kann Lysin chemisch ver\u00e4ndert werden. Dann steht dieser N\u00e4hrstoff dem K\u00f6rper nicht mehr vollst\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Analyse zeigte, dass frisch gekochte Mahlzeiten im Durchschnitt mehr als doppelt so viel verf\u00fcgbares Lysin enthielten wie Trocken- oder Nassfutter. \"Wenn dieser N\u00e4hrstoff w\u00e4hrend der Herstellung ver\u00e4ndert wird, kann ein Teil der urspr\u00fcnglich enthaltenen N\u00e4hrstoffe vom K\u00f6rper schlechter genutzt werden\", erkl\u00e4rt Clarke.<\/p>\n<h2>Ganz sch\u00f6n auf den Hund gekommen &#8230;<\/h2>\n<p dir=\"ltr\">So ganz spontan fielen mir zwei Dinge ein, als ich die entsprechende Meldung auf den Tisch bekam. Da gab es einerseits die Frau, die nach ihrer Scheidung gestand, ihren Mann \u00fcber Jahre Hundefutter aus der Dose servierte &#8211; weil der Kerl so knauserig mit dem Haushaltsgeld war. Nun gut, meine Frau bekommt kein \"Haushaltsgeld\", die hat Konto-Vollmacht von unserem Gemeinschaftskonto und Hundefutter kommt uns keines ins Haus.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">So im Sinne des \"ganz sch\u00f6n auf den Hund gekommen\" (ich wei\u00df, ich werde gleich von Hundebesitzern geteert und gefedert), t\u00e4te ich ja sagen: \"Kauf ich halt demn\u00e4chst Katzenfutter\". Aber wir haben nicht mal eine Katze, bei den heutigen Renten musst Du schon \u00fcberlegen, wen Du alles noch durchf\u00fctterst. Aber hey, wir kochen noch selbst &#8211; wobei \"wir\" meine Frau meint. Meine Wenigkeit hat ja, auf dem Weg zum n\u00e4chsten\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Bocuse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paul Bocuse<\/a>, nach dem <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/12\/14\/der-kochunfall-mousse-au-chocolat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ber\u00fchmten Kochunfall<\/a> die Lust am Kochen verloren. Ganz sch\u00f6n steinig, dieses Leben &#8211; mit und ohne Katze oder Hund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Millionen Hunde in Deutschland bekommen t\u00e4glich industriell hergestelltes Trocken- oder Nassfutter im Napf. 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