{"id":29800,"date":"2026-05-09T00:02:06","date_gmt":"2026-05-08T22:02:06","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=29800"},"modified":"2026-05-07T12:46:33","modified_gmt":"2026-05-07T10:46:33","slug":"forscher-beschreiben-wie-es-auf-gesteinsplanet-lhs-3844-b-aussehen-duerfte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2026\/05\/09\/forscher-beschreiben-wie-es-auf-gesteinsplanet-lhs-3844-b-aussehen-duerfte\/","title":{"rendered":"Forscher ahnen, wie es auf Gesteinsplanet LHS 3844 b aussieht"},"content":{"rendered":"<p>Astronomen konnten mit dem James-Webb-Weltraumteleskop zeigen, wie die Oberfl\u00e4che eines Exoplaneten ausschauen d\u00fcrfte. Der Gesteinsplanet LHS 3844 b ist etwas gr\u00f6\u00dfer als unsere Erde, und kreist um einen fernen Stern, d\u00fcrfte aber ein arg ungem\u00fctlicher Ort sein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich fand es eine spannende Sache, was Astronomen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop inzwischen herausfinden k\u00f6nnen. Mithilfe des Instruments MIRI (<em>Mid-Infrared Instrument<\/em>) an Bord des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) untersuchte ein Forschungsteam die Oberfl\u00e4chenzusammensetzung des Gesteinsplaneten LHS\u00a03844\u00a0b. Geleitet wurde die Gruppe von Sebastian Zieba (Center for Astrophysics | Harvard &amp; Smithsonian, Cambridge, USA), einem ehemaligen Doktoranden am Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie (MPIA) in Heidelberg, sowie von Laura Kreidberg, Direktorin am MPIA und wissenschaftliche Leiterin der Studie (<em>Principal Investigator<\/em>).<\/p>\n<h2>Eine dunkle Gesteinswelt ohne Atmosph\u00e4re<\/h2>\n<p>LHS 3844 b ist ein Gesteinsplanet, der etwa 30 % gr\u00f6\u00dfer als die Erde ist und sich in einer Entfernung von 48,5 Lichtjahren zur Erde befindet. Der Exoplanet umkreist einen k\u00fchlen Roten Zwergstern in nur rund elf Stunden, und das in einer Entfernung von lediglich drei Sterndurchmessern oberhalb der Sternoberfl\u00e4che. Das f\u00fchrt zu einer gebundenen Rotation, so dass der Planet (\u00e4hnlich wie beim Erdmond in Bezug auf unsere Erde) dem Stern immer dieselbe Seite zuweist. Auf dieser permanenten Tagseite betr\u00e4gt die Durchschnittstemperatur etwa 1000 Kelvin (ca. 725 Grad Celsius). Hei\u00dfe H\u00f6lle, w\u00fcrde ich sagen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Exoplanet LHS 3844 b d\u00fcrfte wie Merkur aussehen\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/J4WS1b5x\/image.png\" alt=\"Exoplanet LHS 3844 b d\u00fcrfte wie Merkur aussehen\" width=\"640\" height=\"419\" \/><\/p>\n<p>Die Forscher gehen davon aus, dass LHS 3844 b mit seiner dunklen Oberfl\u00e4che im Wesentlichen einer gr\u00f6\u00dferen Version des Mondes oder des Planeten Merkur \u00e4hnelt (siehe obige Abbildung). Diese Schlussfolgerung basiert auf der Analyse der Infrarotstrahlung, die von der hei\u00dfen Tagseite des Planeten ausgeht. Bei der Messung dieser Strahlung kann der Planet jedoch nicht direkt abgebildet werden; stattdessen registrieren die Forschenden lediglich die periodischen Helligkeitsschwankungen des kombinierten Lichts des Sterns und des Planeten w\u00e4hrend des Umlaufs.<\/p>\n<h2>Absch\u00e4tzung der geologischen Aktivit\u00e4t<\/h2>\n<p>\u00c4hnlich wie die Erforschung von Exoplaneten-Atmosph\u00e4ren von der Klimawissenschaft profitiert hat, greift das aufstrebende Feld der Exoplanetengeologie auf geologische Erkenntnisse der Erde zur\u00fcck. Sebastian Zieba, Laura Kreidberg und ihr Team nutzten Modelle sowie Datenbanken mit Referenzspektren von Gesteinen und Mineralien, die von der Erde, dem Mond und dem Mars bekannt sind.<\/p>\n<p>So untersuchten sie, welche Infrarotsignaturen diese unter den Bedingungen auf LHS\u00a03844\u00a0b hervorbringen w\u00fcrden. Der Vergleich der Beobachtungsdaten mit diesen Berechnungen schloss eine Zusammensetzung, die der Erdkruste \u00e4hnelt \u2013 bestehend aus typischen silikatreichen Gesteinen wie Granit \u2013 sicher aus.<\/p>\n<p>Obwohl dieses Ergebnis wenig \u00fcberraschend ist \u2013 selbst im Sonnensystem besitzt nur die Erde eine solche Kruste \u2013, gibt es Aufschluss \u00fcber die geologische Geschichte von LHS\u00a03844\u00a0b. Man geht davon aus, dass erd\u00e4hnliche, silikatreiche Krusten durch eine langwierige Anreicherung entstehen, die tektonische Aktivit\u00e4t erfordert und \u00fcblicherweise Wasser als Schmiermittel ben\u00f6tigt. Dabei schmilzt und erstarrt das Gesteinsmaterial wiederholt, w\u00e4hrend es mit Mantelmaterial vermischt wird, wodurch die leichteren Minerale an der Oberfl\u00e4che zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n<p>\"Da LHS 3844 b keine solche Silikatkruste besitzt, l\u00e4sst sich schlussfolgern, dass eine erd\u00e4hnliche Plattentektonik auf diesem Planeten entweder nicht existiert oder ineffektiv ist\", sagt Sebastian Zieba. \"Dieser Planet enth\u00e4lt wahrscheinlich nur wenig Wasser.\"<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift <em>Nature Astronomy<\/em> ver\u00f6ffentlicht. Die Forscher haben zudem<a href=\"https:\/\/www.mpia.de\/aktuelles\/wissenschaft\/2026-03-lhs3844b?c=5230012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> diesen Artikel<\/a> im Internet eingestellt, der noch einige zus\u00e4tzliche Details zu gewonnenen Erkenntnissen und Schlussfolgerungen enth\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Astronomen konnten mit dem James-Webb-Weltraumteleskop zeigen, wie die Oberfl\u00e4che eines Exoplaneten ausschauen d\u00fcrfte. 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