{"id":30547,"date":"2026-09-08T04:01:35","date_gmt":"2026-09-08T02:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=30547"},"modified":"2026-09-01T17:02:27","modified_gmt":"2026-09-01T15:02:27","slug":"jagten-die-menschen-der-eiszeit-bevorzugt-weibliche-mastodons","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2026\/09\/08\/jagten-die-menschen-der-eiszeit-bevorzugt-weibliche-mastodons\/","title":{"rendered":"Jagten die Menschen der Eiszeit bevorzugt weibliche Mastodons?"},"content":{"rendered":"<p>Spannende Geschichte: Bei der Analyse der \u00dcberreste von mehr als 500 in der Eiszeit get\u00f6teten Wollhaarmammuts stie\u00df ein internationales Forschungsteam auf ein auff\u00e4lliges Ungleichgewicht: Der Anteil weiblicher Tiere ist auff\u00e4llig hoch. Das stellt die Frage nach den Jagdgewohnheiten der Menschen in der Eiszeit?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Kurz vor dem H\u00f6hepunkt der letzten Eiszeit durchstreiften gro\u00dfe Herden von Wollhaarmammuts die eisigen Graslandschaften und Tundren Mitteleuropas. Aus dieser Zeit stammen Knochenansammlungen an Fundstellen wie Krak\u00f3w Spadzista in Polen, Doln\u00ed V\u011bstonice in Tschechien und Langmannersdorf in \u00d6sterreich. Die Untersuchung der Knochen stellt die Forschung aber seit dem 19. Jahrhundert vor ein R\u00e4tsel: Es wurden vor allem Knochen von weiblichen Tieren gefunden.<\/p>\n<h2>EU-Forschungsprojekt MAMBA<\/h2>\n<p>Ein von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rdertes Forschungsprojekt <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/www.mamba-erc.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">MAMBA<\/a> (\"Exploring <strong>MAM<\/strong>moth <strong>B<\/strong>one <strong>A<\/strong>ccumulations in Central Europe) versuchte nun Antworten auf diese Fragestellung zu geben. Man versucht in einem\u00a0internationalen Forschungsteam das Leben der Menschen und Tiere vor 35 000 bis 25 000 Jahren zu untersuchen. Dabei werden Ausgrabungen mit Laboranalysen kombiniert, wobei Genetik, Isotopenchemie, Geoarch\u00e4ologie und Pal\u00e4oklimatologie zum Einsatz kommen, um ein detailliertes Bild der Welt des Jungpal\u00e4olithikums zu rekonstruieren.<\/p>\n<p>\"Wir verbinden Feldforschung mit Laborarbeit\", erkl\u00e4rt Jaros\u0142aw Wilczy\u0144ski, Arch\u00e4ologe und au\u00dferordentlicher Professor am das Projekt MAMBA koordinierenden Institut f\u00fcr Systematik und Evolution der Tiere der Polnischen Akademie der Wissenschaften in einem <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/projects.research-and-innovation.ec.europa.eu\/de\/horizon-magazine\/mammoth-bones-reveal-secrets-ice-age-hunters?etrans=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel im Magazin \u201eHorizon\"<span class=\"sr-only\">(\u00f6ffnet in neuem Fenster)<\/span><\/a>. \u201eWir sammeln neues Material, untersuchen aber auch Museumssammlungen erneut mit Verfahren, die fr\u00fcher noch nicht zur Verf\u00fcgung standen.\"<\/p>\n<p>Einen Eckpfeiler der Forschung bildet die Analyse alter DNS (aDNA) und stabiler Isotopen. Zwar stellt die aDNA-Extraktion aus Proben, die nicht aus Permafrostboden stammen, eine echte Herausforderung dar, doch entwickelt das Forschungsteam gegenw\u00e4rtig verbesserte Methoden, um aus zersetzten Proben genetische Daten zu gewinnen.<\/p>\n<h2>Das R\u00e4tsel der weiblichen Tiere<\/h2>\n<p>Eine Genanalyse der Knochen von 521 Mammuts, die an den oben genannten Fundstellen untersucht wurden, zeigt, dass an den Lagerpl\u00e4tzen der Eiszeitmenschen die K\u00fche des Wollhaarmammuts dominierten. Der MDR hat es in <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/archaeologie-fruehgeschichte\/hatten-jaeger-in-der-eiszeit-es-auf-weibliche-mammuts-abgesehen-,mammut-132.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> pr\u00e4zisiert, denn es wurden Mammut-Knochen von Einzelfundstellen und von den St\u00e4tten mit Knochenansammlungen analysiert.<\/p>\n<ul>\n<li>Bei den 421 Einzelfunden, ohne Bezug zu menschlichen Lagerpl\u00e4tzen, waren zwei Drittel der Tiere m\u00e4nnlich, 280 Bullen gegen\u00fcber 140 K\u00fchen.<\/li>\n<li>Bei den Knochen der 100 Wollhaarmammuts, die an Fundstellen mit menschlicher Besiedlung gefunden wurden, waren 70 der Tiere weiblich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Forscher diskutierten verschiedene Begr\u00fcndungen, warum die Menschen bevorzugt weibliche Tiere erlegten. Von diversen M\u00f6glichkeiten kristallisiert sich eine Erkl\u00e4rung als die wahrscheinlichste heraus. K\u00fche zogen mit ihren Herden auf berechenbaren Pfaden zwischen den Weidegr\u00fcnden und Wasser. Das f\u00fchrte dazu, dass die fr\u00fchen J\u00e4ger der Eiszeit Herden mit K\u00fchen einfach h\u00e4ufiger als einzelne, umherstreifende Bullen begegneten. Und damit wurden auch mehr weibliche als m\u00e4nnliche Tiere erlegt oder als gefundene Kadaver verwertet. Neben dem oben verlinkten MDR-Artikel hat auch scinexx.de das Thema <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/archaeologie\/steinzeitmenschen-haben-vor-allem-weibliche-mammuts-gejagt\/\">hier aufgegriffen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spannende Geschichte: Bei der Analyse der \u00dcberreste von mehr als 500 in der Eiszeit get\u00f6teten Wollhaarmammuts stie\u00df ein internationales Forschungsteam auf ein auff\u00e4lliges Ungleichgewicht: Der Anteil weiblicher Tiere ist auff\u00e4llig hoch. 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