{"id":3057,"date":"2017-05-23T01:33:00","date_gmt":"2017-05-22T23:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=3057"},"modified":"2023-02-13T04:51:48","modified_gmt":"2023-02-13T03:51:48","slug":"1-200-jahre-alte-deutsche-schriften-in-der-klosterbibliothek-admont-sterreich-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/05\/23\/1-200-jahre-alte-deutsche-schriften-in-der-klosterbibliothek-admont-sterreich-entdeckt\/","title":{"rendered":"1.200 Jahre alte deutsche Schriften in der Klosterbibliothek Admont (&Ouml;sterreich) entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Es ist nur eine kleine Meldung, die vor ein paar Tagen durchs Internet ging: Ein Forscher hat zuf\u00e4llig zwei sehr alte Seiten mit deutschen Texten in der Bibliothek des Klosters Admont gefunden. Und pl\u00f6tzlich 'blitzte' Karl der Gro\u00dfe aus den alten Seiten hervor \u2026<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich muss m\u00f6glicherweise etwas ausholen. Den ersten Hinweis auf das Thema fand ich in der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins Spiegel Online. Allerdings ist <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/bibliothekar-entdeckt-die-womoeglich-aeltestes-dokument-in-deutscher-sprache-a-1147391.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">der Beitrag<\/a> vollst\u00e4ndig nur kostenpflichtig abrufbar. Die Stichw\u00f6rter 1.200 Jahre alt und Dokument in deutscher Sprache machten mich neugierig. Also habe ich mal etwas gesucht (nicht in meinem Keller, sondern im Internet) und einen Blog-Beitrag zum Thema gemacht. Hier die Informationen, die ich heraus gefunden habe.<\/p>\n<h3>Admont in Steiermark<\/h3>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.stiftadmont.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Benedektiner Stift Admont<\/a> liegt f\u00fcr meine Leser\/innen aus \u00d6sterreich quasi um die Ecke, in der Marktgemeinde Admont. Es wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stift_Admont\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">laut Wikipedia<\/a> im Jahre 1074 von Erzbischof <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gebhard_von_Helfenstein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gebhard von Salzburg<\/a> gegr\u00fcndet und ist das \u00e4lteste bestehende Kloster in der Steiermark.<\/p>\n<h3>Ein Skriptorium und alte Schriften<\/h3>\n<p>Im 12. Jahrhundert wurde im Stift ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skriptorium\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Skriptorium<\/a> (Schreibstube und \u2013schule) gegr\u00fcndet. Dort \u00fcbten sich M\u00f6nche im Abschreiben von Texten. Aus dieser Zeit ist eine einzigartige Sammlung an Handschriften erhalten. Forscher nutzen also die Gelegenheit, eine solche Quelle nach diversen Schriftst\u00fccken zu durchsuchen.<\/p>\n<h3>Alte Schriften \u2026<\/h3>\n<p>Ein Handschrift-Experte war <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170515085558\/http:\/\/www.berliner-zeitung.de:80\/panorama\/kloster-in-oesterreich-forscher-entdecken-aeltestes-schriftstueck-auf-deutsch-26892578\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">laut BZ<\/a> auf der Suche nach hebr\u00e4ischen Textfragmenten. Bei der Durchsuchung des Archivs fielen ihm bereit 2012 in einer Schachtel zwei Schriftfragemente auf Pergament auf, die deutsche W\u00f6rter enthielten. Wenn man wei\u00df, dass zu dieser Zeit Texte auf lateinisch (m\u00f6glicherweise auf griechisch und hebr\u00e4isch) verfasst wurden, sorgt das f\u00fcr Aufmerksamkeit.<\/p>\n<h3>\u2026 beauftragt von Karl dem Gro\u00dfen?<\/h3>\n<p>Experten, die die Dokumente auswerteten, datieren deren Alter auf 1.200 Jahre \u2013 also in eine Zeit weit vor Gr\u00fcndung des Klosters Admont und weit vor Gr\u00fcndung des Skriptoriums. Das Besondere: Die Seiten sind eine Art W\u00f6rterbuch (Deutsch-Latein) und die Schrift ist mit karolingischen Minuskeln versehen. Jetzt spekuliert man, dass Karl der Gro\u00dfe die Abschrift von einem (verschollenen) Original beauftragt haben k\u00f6nnte. Dieser lebte zwischen 768 und 814.<\/p>\n<p>Das Original, als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abrogans\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Abrogans<\/a> (siehe <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170623172744\/http:\/\/www.weikopf.de\/index.php?article_id=231\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">auch<\/a>) bezeichnet, gilt als \u00e4ltestes Buch in deutscher Sprache. Eine vollst\u00e4ndige Abschrift befindet sich in St. Gallen (Schweiz), Abschriften einzelner Seiten gibt es auch in Karlsruhe, schreibt die BZ. Der Standard hat <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000057504008\/Womoeglich-aelteste-deutsche-Schriftstuecke-im-Stift-Admont-entdeckt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> auch noch einen umfangreichen Artikel zur Entdeckung ver\u00f6ffentlicht. Spitzer kommentiert die Frankfurter Rundschau das Thema <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/kultur\/timesmager\/times-mager-abrogans-a-1278748\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>. Mag man sehen, wie man will \u2013 spannend finde ich es auf jeden Fall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist nur eine kleine Meldung, die vor ein paar Tagen durchs Internet ging: Ein Forscher hat zuf\u00e4llig zwei sehr alte Seiten mit deutschen Texten in der Bibliothek des Klosters Admont gefunden. 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