{"id":3322,"date":"2017-06-30T01:22:00","date_gmt":"2017-06-29T23:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=3322"},"modified":"2021-12-10T16:43:19","modified_gmt":"2021-12-10T15:43:19","slug":"teure-krebsmedikamente-krankenkassen-schlagen-alarm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/06\/30\/teure-krebsmedikamente-krankenkassen-schlagen-alarm\/","title":{"rendered":"Teure Krebsmedikamente, Krankenkassen schlagen Alarm"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" alt=\"Gesundheit\" width=\"60\" height=\"56\" align=\"left\" border=\"0\" \/>J\u00e4hrlich erkranken in Deutschland ca. 500.000 Menschen an Krebs. Die Medizin kann helfen, aber die Kosten f\u00fcr Krebsmedikamente sind in Deutschland in den letzten Jahren stark angestiegen. Melkkuh Gesundheitswesen? Die Krankenkassen schlagen jetzt Alarm.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir leben in einer Zeit des medizinischen Fortschritts, was gut ist. Und eine fl\u00e4chendeckende gesetzliche Krankenversicherung springt f\u00fcr die Kosten einer Krebsbehandlung ein. Das ist sei vielen Jahren so. Nun haben die Krankenkassen festgestellt, dass die Krebsmedikamente zur Behandlung der gut eine halbe Million Barmer-Krebspatienten in Deutschland Jahr f\u00fcr Jahr steigen. Deutschland ist bei den Kosten f\u00fcr Krebsmedikamente Spitzenreiter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Krebs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; padding-top: 0px; padding-left: 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"Krebsbehandlung\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Krebs_thumb.jpg\" alt=\"Krebsbehandlung\" width=\"610\" height=\"408\" border=\"0\" \/><\/a><br \/>\n(Quelle: fotolia \u00a9Lydie\/Barmer)<\/p>\n<h2>Barmer Studie vorgestellt<\/h2>\n<p>Dies geht aus dem von der Barmer Ersatzkrankenkasse am 22. Juni 2917 in Berlin vorgestellte vorgestellten Arzneimittelreport 2017 hervor.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Ausgaben f\u00fcr onkologische Arzneimittel (Krebsmedikamente) in der ambulanten Versorgung BARMER-Versicherter sind seit dem Jahr 2011 um 41 Prozent gestiegen.<\/li>\n<li>Sie \u00fcbertreffen damit deutlich die Kostensteigerungen aller anderen Arzneimittel ohne Rezepturen, die im gleichen Zeitraum um 20 Prozent wuchsen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcnf der zehn Arzneimittel mit der aktuell gr\u00f6\u00dften Umsatzsteigerung dienen der Behandlung von Tumorerkrankungen. Eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl an betroffenen Patienten kommt als Erkl\u00e4rung nicht in Frage, wie der Report angibt. Grund: Auf diesen Personenkreis entfielen seit dem Jahr 2011 lediglich acht Prozent der Kostensteigerung.<\/p>\n<h2>Deutschland zahlt H\u00f6chstpreise<\/h2>\n<p>Die gestiegenen Kosten werden durch die h\u00f6heren Herstellerpreise verursacht. Die Autoren des Arzneimittelreports haben dazu die Kosten von 31 onkologischen Arzneimitteln in Europa, Australien und Neuseeland verglichen. Demnach ist Deutschland f\u00fchrend.<\/p>\n<ul>\n<li>Bei 90 Prozent (28 von 31) w\u00fcrden die Preise hier \u00fcber dem Median liegen, acht der 31 Krebsmedikamente kosteten sogar am meisten.<\/li>\n<li>Die Preise f\u00fcr Krebsmedikamente stiegen in Deutschland zudem seit Jahren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Lagen die Arzneimittelkosten f\u00fcr eine typische Chemotherapie in der ersten Therapiephase in den neunziger Jahren umgerechnet noch bei wenigen Tausend Euro, seien es zehn Jahre sp\u00e4ter einige Zehntausend Euro gewesen. Heute erreichten die Kosten in vielen F\u00e4llen eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von Hunderttausend Euro und mehr. Die Therapiekosten zur medikament\u00f6sen Behandlung von Patienten mit Hautkrebs h\u00e4tten sich beispielsweise in f\u00fcnf Jahren fast verachtfacht.<\/p>\n<p>\u201eZiel der Pharmahersteller ist der maximale Umsatz, unser Ziel ist im Interesse der Patienten und Beitragszahler ein realistisches Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis. Auch bei onkologischen Arzneimitteln, so segensreich viele von ihnen wirken, sind faire Preise wichtig\", sagte Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER. Medikamente sollten daher nach f\u00fcnf Jahren auf ihren Nutzen \u00fcberpr\u00fcft und darauf basierend das Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis bestimmt werden.<\/p>\n<h2>Ausweichstrategie der Hersteller<\/h2>\n<p>Der Report belegt einen einen deutlichen Trend, dass Hersteller f\u00fcr onkologische Arzneimittel immer h\u00e4ufiger die Zulassung als sogenanntes \u201eOrphan Drug\" beantragen, Das sind Medikamente zur Behandlung seltener Erkrankungen. So waren bereits ein Drittel der im Jahr 2015 neueingef\u00fchrten Arzneimittel Orphan Drugs. Dabei erreichten Orphan Drugs bei nur kleinen Verordnungsmengen von 9,8 Millionen Tagesdosierungen ein Umsatzvolumen von 1,38 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>\u201eDie Pharmafirmen haben offenbar ein gro\u00dfes Interesse daran, Krebsmittel als Orphan Drugs zuzulassen. Um eine solche Zulassung zu erhalten, m\u00fcssen weniger Belege \u00fcber Nutzen und Sicherheit des Arzneimittels vorgelegt werden\", betonte Studienautor Prof. Dr. Daniel Grandt vom Klinikum Saarbr\u00fccken.<\/p>\n<p>Bei jedem dritten Orphan Drug seien zum Zeitpunkt der Zulassung weniger als 100 Patienten untersucht worden, und randomisierte Vergleichsstudien fehlten meist. Die bei Zulassung geforderten klinischen Studien gebe es jedoch auch zehn Jahre sp\u00e4ter noch nicht. Zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten sollten Orphan Drugs einer regul\u00e4ren fr\u00fchen Nutzenbewertung unterzogen werden. Zudem m\u00fcssten vor allem diese Medikamente auch zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt erneut einer Bewertung unterzogen werden. \u201eAlle Patientinnen und Patienten haben ein Recht darauf, zu erfahren, welche Risiken ein Orphan Drug hat\", betonte Grandt.<\/p>\n<h2>Zehn Millionen Euro f\u00fcr weggeworfene Arzneimittel<\/h2>\n<p>In der gesetzlichen Krankenversicherung fallen den Reportergebnissen zufolge jedes Jahr erhebliche Kosten f\u00fcr Arzneimittel in der onkologischen Behandlung an, die kein Patient erhalten hat. Gemeint sind Restmengen, die bei der Herstellung der Zytostatika-Rezepturen anfallen, die sogenannten Verw\u00fcrfe. Allein bei den Barmer-Versicherten h\u00e4tten im Jahr 2015 zehn Millionen Euro f\u00fcr ungenutzt weggeworfene Arzneimittel ausgegeben werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Diese sogenannten Verw\u00fcrfe fielen, laut Barmer-Report, je nach Packungsgr\u00f6\u00dfe, rezeptierter Wirkstoffmenge und Haltbarkeit des Wirkstoffes an. \u201eOffenbar versuchen einige Pharmafirmen \u00fcber Verw\u00fcrfe ihren Gewinn zu maximieren, indem sie praxistaugliche Packungsgr\u00f6\u00dfen mit Einzeldosierungen vom Markt nehmen und durch gr\u00f6\u00dfere Packungen ersetzen. Auch die tats\u00e4chliche Haltbarkeit angebrochener onkologischer Arzneimittelstamml\u00f6sungen scheint verschwiegen zu werden\", betonte Straub.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich sollte aber die Verf\u00fcgbarkeit praxistauglicher Einzeldosisst\u00e4rken direkt mit der Zulassung verkn\u00fcpft werden. Ebenso sollten Untersuchungen zur Haltbarkeit f\u00fcr die Pharmafirmen verpflichtend sein. Aktuell werden die Kosten dieser Untersuchungen unter anderem von den Kassen bezahlt.<\/p>\n<p>Weitere Details lassen sich dieser Barmer-Mitteilung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00e4hrlich erkranken in Deutschland ca. 500.000 Menschen an Krebs. Die Medizin kann helfen, aber die Kosten f\u00fcr Krebsmedikamente sind in Deutschland in den letzten Jahren stark angestiegen. Melkkuh Gesundheitswesen? 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