{"id":3770,"date":"2017-08-17T10:51:00","date_gmt":"2017-08-17T08:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=3770"},"modified":"2019-06-05T18:11:57","modified_gmt":"2019-06-05T16:11:57","slug":"gehirn-narrt-teurer-wein-schmeckt-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/08\/17\/gehirn-narrt-teurer-wein-schmeckt-besser\/","title":{"rendered":"Gehirn narrt: Teurer Wein schmeckt besser"},"content":{"rendered":"<p>Da haben sich schon Generationen von Weintrinkern dr\u00fcber gestritten. Kann die Pl\u00f6rre f\u00fcr 1,95 so gut schmecken wie der Wein f\u00fcr 30 Euro die Flasche? Ja, ist die Antwort \u2013 ein Marketing-Trick nutzt einen Placebo-Effekt, den das Gehirn uns vorspielt. Teurer Wein wird dabei automatisch als besser schmeckend wahrgenommen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Illusion, dass Qualit\u00e4t beim Wein seinen Preis hat, haben uns die Forscher der franz\u00f6sischen Insead Business School und der Universit\u00e4t Bonn genommen. Sie haben Probanden (je 15 M\u00e4nner und Frauen) in einer Studie in einen Kernspintomografen gepackt. Dann bekamen die Teilnehmer\/innen einen Schlauch in den Mund, \u00fcber den jeweils ein Schluck Wein gegeben wurde. Gleichzeitig wurde der Preis f\u00fcr den jeweiligen Wein in einer Anzeige vor den Probanden eingeblendet.<\/p>\n<p>Die Versuchspersonen mussten dann auf einer Skala angeben, wie gut der Wein schmecke. Die Preisangaben variierten dabei zwischen drei, sechs und 18 Euro. Erwartungsgem\u00e4\u00df wurden die teureren Weine als 'besser schmeckend' bewertet. Das Dumme an der Geschichte: Die Teilnehmer erhielten \u00fcber den Schlauch immer den gleichen Wein.<\/p>\n<h2>Placebo-Effekt des Gehirns<\/h2>\n<p>Ursache ist ein Placebo-Effekt des Gehirns, der wohl das Belohnungssystem aktiviert. Mit dem vermeintlich teureren Wein werden andere Gehirnregionen aktiviert, die dann 'schmeckt besser' signalisieren. Das Marketing macht sich dies mitunter zunutze. Allerdings hat dies alles auch seine Grenzen \u2013 wer bestimmte Weine nicht mag, wird diese, auch bei h\u00f6herem Preis, nicht lieben. Und eine ganz billige Pl\u00f6rre mit sensorisch deutlich bemerkbaren Fehlern d\u00fcrfte auch nicht als teurer Wein durchgehen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie sind bei Nature <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-017-08080-0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier publiziert worden<\/a> (Englisch) \u2013 deutschsprachige Artikel lassen sich <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/technologie\/forschung\/studie-warum-teurer-wein-besser-schmeckt\/11271680.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bei der Wirtschaftswoche<\/a>, bei <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wissenschaft\/article1551995\/Der-teure-Wein-schmeckt-besser-glauben-wir.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Welt Online<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/wein-placebo-effekt-laesst-teuren-wein-besser-schmecken-a-1162901.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bei Spiegel Online<\/a> nachlesen.<\/p>\n<h2>Wissenschaftlich korrekt, aber das ist nicht alles!<\/h2>\n<p>Der in obiger Studie erhaltene Befund ist das Eine, wie Wein geschmacklich von Weinliebhabern empfunden wird, ist das Andere.\u00a0Ich m\u00f6chte mich nun nicht als Weinkenner bezeichnen, trinke aber gerne mal ein Glas 'guten' Wein. Seit Jahren kommt selten Supermarkt-Ware auf den Tisch.<\/p>\n<p>Als Weintrinker probiere ich beim Winzer oder Weinh\u00e4ndler meines Vertrauens, was ich mir so in den Keller hole.\u00a0Ich habe gl\u00fccklicherweise die M\u00f6glichkeit, binnen einer guten Stunde im Rheingau, im Frankenland, an der Nahe, in der Pfalz oder in 1,5 Stunden in Nord-Baden zu sein, wo ich bei Winzergenossenschaften oder lokalen Winzern einkaufe.\u00a0Dabei gibt es so diverse Erfahrungen, die ich gemacht habe.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Erfahrung Nummer 1:<\/em> Ich suche mir meist so vier bis f\u00fcnf Weine und einen guten Winzersekt zum Probieren aus. Die Preise habe ich beim Verkosten nicht im Hinterkopf und ohne Lesebrille ist mal schnell auf der Preisliste nachsehen auch nicht drin.\u00a0Dort ist es so, dass sehr h\u00e4ufig die preisg\u00fcnstigeren Weine oder Sekte nach dem Motto 'ist in Ordnung, muss man aber nicht haben' herausfallen (Ausnahmen bestimmen die Regel). Meist wird dann doch ein Angebot, welches 1-2 Euro teurer ist, gekauft.<\/li>\n<li><em>Erfahrung Nummer 2:<\/em> Gelegentlich hat man einen Wein, der beim Probieren, im Urlaub oder wo auch immer, super schmeckt. Und zu Hause stellt man fest 'geht gar nicht oder der Wein ist so na ja'. Andererseits habe ich gewisse Weing\u00fcter (Staatsdom\u00e4nen) in Hessen, wo ich immer wieder Wein kaufe, weil er schmeckt &#8211; auch wenn der doch deutlich h\u00f6here Preis eher abschreckt.<\/li>\n<li><em>Erfahrung Nummer 3:<\/em> Es kommt auch auf die Stimmung an. Ich habe oft den Fall, dass beim \u00d6ffnen einer Flasche Wein das erste Glas super schmeckt oder unter 'k\u00f6nnte besser sein, was hast Du da gekauft' l\u00e4uft. Und am Folgetag gie\u00dft man sich ein Glas ein und denkt 'hui, was f\u00fcr ein feiner Tropfen' oder 'ne, der schmeckt ja \u00fcberhaupt nicht mehr'.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich denke, jeder, der \u00f6fters ein Glas Wein trinkt, wird diese Erfahrung schon gemacht haben. Genormte Weine, in Form von Cuv\u00e9es, die auf den Massengeschmack abgestimmt sind, lasse ich hier einmal au\u00dfen vor.<\/p>\n<p>Wie der Wein schmeckt, kommt auf die Tagesform, auf die Umgebung, auf das, was man vielleicht vorher gegessen hat, und vieles mehr an. Wein ist Genuss, der auch von Stimmung lebt. Und wenn ein etwas h\u00f6herer Preis uns Wein halt besser schmecken l\u00e4sst, warum nicht. Jedenfalls meine Meinung &#8211; und wenn das dem lokalen Winzer zugute kommt, um so besser. Prost!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da haben sich schon Generationen von Weintrinkern dr\u00fcber gestritten. Kann die Pl\u00f6rre f\u00fcr 1,95 so gut schmecken wie der Wein f\u00fcr 30 Euro die Flasche? 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