{"id":3825,"date":"2017-08-28T09:23:05","date_gmt":"2017-08-28T07:23:05","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=3825"},"modified":"2018-10-16T10:58:12","modified_gmt":"2018-10-16T08:58:12","slug":"software-updates-bei-diesel-pkws-bringen-nichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/08\/28\/software-updates-bei-diesel-pkws-bringen-nichts\/","title":{"rendered":"Software-Updates bei Diesel-PKWs bringen nichts"},"content":{"rendered":"<p>Helfen Softwareupdates bei Dieselfahrzeugen die Schadstoffbelastung wirklich zu senken? Dies ist die hei\u00df diskutierte Frage in Politik und Industrie. Umweltverb\u00e4nde bestreiten eine signifikante Reduzierung, Industrie und manche Politiker f\u00fchren 25% NOx-Reduzierung im Munde. Aber ist das nicht alles eine Scheindiskussion? Was bringt eine Nachr\u00fcstung im Hinblick auf Fahrverbotsdrohungen wirklich?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Thema Dieselskandal hat verschiedene Ebenen. Da ist einmal der Betrug der Hersteller, die in ihren Dieselfahrzeugen eine Steuersoftware eingebaut haben, die den Schadstoffaussto\u00df auf dem Pr\u00fcfstand so weit reduziert, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. W\u00e4hrend eines normalen Betriebs greift eine Abschalteinrichtung, so dass die Schadstoffbelastung durch NOx \u00fcber den Grenzwerten liegt.<\/p>\n<p>Erst nachdem in den USA dieser Betrug aufgedeckt wurde, kam auch in Deutschland Bewegung in die Sache. Aktuell wird deshalb heftig zwischen Industrie, Umweltverb\u00e4nden und Politik um den Schadstoffaussto\u00df bei Dieselfahrzeugen gerungen. Besitzern solcher Fahrzeuge droht ja ein Fahrverbot in deutschen St\u00e4dten. Ein Artikel, warum die Technik wenig bringt, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/auto\/diesel-gipfel-in-berlin-warum-software-updates-das-diesel-problem-nicht-loesen-1.3613983\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">findet sich<\/a> bei der S\u00fcddeutschen Zeitung.<\/p>\n<h2>Was bedeutet das f\u00fcr Fahrverbote?<\/h2>\n<p>In der aktuellen Diskussion um Grenzwerte und technische Ma\u00dfnahmen ger\u00e4t etwas aus dem Blick: Nehmen wir an, die optimistischen Annahmen der Industrie treten wirklich ein. Was hei\u00dft dies f\u00fcr die Schadstoffbelastung in St\u00e4dten? Sind damit Fahrverbote f\u00fcr Dieselfahrzeuge vom Tisch?<\/p>\n<p>Beim Umweltbundesamt hat man in einer Simulation mal berechnet, welche Auswirkungen Software-Updates und Umtauschpr\u00e4mien f\u00fcr Dieselautos letztendlich auf die Schadstoffbelastung an einzelnen Stra\u00dfen in bestimmten St\u00e4dten h\u00e4tten. Ern\u00fcchternde Erkenntnis (<a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/presse\/pressemitteilungen\/diesel-pkw-software-updates-reichen-nicht-aus-fuer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier nachlesbar<\/a>).<\/p>\n<blockquote><p>Die beim Dieselforum am 2. August beschlossenen Ma\u00dfnahmen f\u00fchren zu einer Senkung der Stickstoffdioxidbelastung in den deutschen St\u00e4dten von bis zu sechs Prozent. Diese Senkung reicht in den meisten betroffenen St\u00e4dten nicht aus, um den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter einzuhalten, der in der EU zum Schutz der menschlichen Gesundheit gilt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ern\u00fcchterndes Fazit: Selbst die mit Software-Updates und Umtauschpr\u00e4mien zur Umstellung auf schadstoff\u00e4rmere Diesel-PKWs erreichbare Reduzierung des Schadstoffaussto\u00dfes hilft nicht wirklich. Das ergeben die Modellrechnungen des Umweltbundesamtes (UBA), die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Auftrag gegeben hatte. Die seit Jahren geltenden Grenzwerte der EU werden an den betreffenden Stra\u00dfen, f\u00fcr die die Modellrechnung durchgef\u00fchrt werden, weiterhin deutlich \u00fcberschritten. UBA-Pr\u00e4sidentin Maria Krautzberger dazu:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDass die Luft in den St\u00e4dten trotz Software-Update kaum sp\u00fcrbar besser wird, liegt ganz einfach am viel zu schlechten Ausgangsniveau der Fahrzeuge. Euro 5-Diesel ohne Update sto\u00dfen heute im Schnitt 906 Milligramm Stickstoffoxide pro Kilometer aus. Das ist f\u00fcnfmal mehr als der Grenzwert von 180 Milligramm. Auch aktuelle Euro 6-Diesel ohne RDE sto\u00dfen sechsmal mehr Stickstoffoxide aus dem Auspuff aus als zul\u00e4ssig.\"<\/p><\/blockquote>\n<h2>Minderung zwischen 2 und 5 Mikrogramm<\/h2>\n<p>Das Umweltbundesamt hat in Szenarien berechnet, wie sich die beim Dieselforum beschlossenen Software-Updates sowie die Umtauschpr\u00e4mien auf zwei beispielhaft gew\u00e4hlte Messstellen auswirken \u2013 die Landshuter Allee in M\u00fcnchen mit einer sehr starken Belastung von 80 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter sowie die Parcusstra\u00dfe in Mainz mit einer mittleren Belastung von 53 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresdurchschnitt.<\/p>\n<p>Im Ergebnis wirken sich Updates und Pr\u00e4mien an st\u00e4rker belasteten Stra\u00dfen nat\u00fcrlich st\u00e4rker aus als an weniger stark belasteten Standorten. In den wahrscheinlichsten Szenarien liegt die Minderung demnach etwa zwischen zwei Mikrogramm (Mainz) und f\u00fcnf Mikrogramm (M\u00fcnchen). UBA-Pr\u00e4sidentin Maria Krautzberger dazu:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eF\u00fcr fast 70 deutsche St\u00e4dte reichen die Ma\u00dfnahmen voraussichtlich nicht aus, um die Atemluft unter den Grenzwert von maximal 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid im Jahresmittel zu senken. Nur in rund 20 St\u00e4dten, die derzeit knapp \u00fcber dem Grenzwert liegen, werden die Beschl\u00fcsse des Diesel-Gipfels dazu f\u00fchren, die seit 2010 geltenden EU-Grenzwerte endlich einzuhalten.\"<\/p><\/blockquote>\n<h2>Was bringen Pr\u00e4mie und Software-Update?<\/h2>\n<p>Die von den deutschen Automobilherstellern angebotenen Software-Updates k\u00f6nnen die Stickoxid-Emissionen der gesamten Pkw-Flotte nach UBA-Sch\u00e4tzung um drei bis sieben Prozent senken \u2013 je nachdem, wie viele Besitzer das Update durchf\u00fchren lassen (Annahme: zwischen 3,5 und 5 Millionen Fahrzeughalter) und je nachdem, wie viel das Update bringt (Annahme: zwischen 15 und 25 Prozent bezogen auf die Situation vor dem Update).<\/p>\n<p>Die Wirkung der Umtauschpr\u00e4mie wird insgesamt geringer eingesch\u00e4tzt als die der Software-Updates und d\u00fcrfte je nach Annahmen zwischen null und zwei Prozent liegen. Deutlich h\u00f6her w\u00e4re die Wirkung, wenn die Pr\u00e4mie nur f\u00fcr den Kauf sehr sauberer Fahrzeuge eingesetzt w\u00fcrde \u2013 und nicht f\u00fcr die Euro-6-Diesel, die die neuen Stra\u00dfentests noch nicht erf\u00fcllen.<\/p>\n<h2>Das Fazit<\/h2>\n<p>B\u00fcrger und Umweltverb\u00e4nde k\u00f6nnen und werden klagen und vor Gericht Recht bekommen. Damit steht das Fahrverbot f\u00fcr Dieselautos in Innenst\u00e4dten weiterhin ganz konkret im Raum. Die Diskussion \u00fcber Nachr\u00fcstungen geht also am Kern vorbei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helfen Softwareupdates bei Dieselfahrzeugen die Schadstoffbelastung wirklich zu senken? Dies ist die hei\u00df diskutierte Frage in Politik und Industrie. Umweltverb\u00e4nde bestreiten eine signifikante Reduzierung, Industrie und manche Politiker f\u00fchren 25% NOx-Reduzierung im Munde. 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