{"id":4492,"date":"2017-11-15T01:23:00","date_gmt":"2017-11-15T00:23:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=4492"},"modified":"2024-05-19T20:10:23","modified_gmt":"2024-05-19T18:10:23","slug":"langzeit-raumfahrtmissionen-wirken-sich-auf-das-gehirn-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/11\/15\/langzeit-raumfahrtmissionen-wirken-sich-auf-das-gehirn-aus\/","title":{"rendered":"Langzeit-Raumfahrtmissionen wirken sich auf das Gehirn aus"},"content":{"rendered":"<p>Der bemannte Raumflug zum Mars muss m\u00f6glicherweise warten oder ausfallen. Zumindest wird dies nicht ganz so einfach, denn eine Studie hat ergeben, dass Langzeitaufenthalte im Weltraum das Gehirn von Astronauten (negativ) ver\u00e4ndern. Ein Flug zum Mars k\u00f6nnte Menschen sogar erblinden lassen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\" https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/9454f028dd0b40d1bf59297bab4e127c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>In der Raumfahrt tr\u00e4umt man derzeit von Fl\u00fcgen zum Mars und von anderen Langzeitmissionen in den Weltraum. Bemannte Marsmissionen, Urlaubsreisen zum Mond \u2013 das \u00f6ffentliche Interesse am Weltraum ist ungebrochen.<\/p>\n<p>Der nachhaltige Einfluss andauernder Schwerelosigkeit auf den menschlichen K\u00f6rper ist bisher aber nur wenig erforscht. Trotzdem gibt es erste ern\u00fcchternde Erkenntnisse: Der Mensch ist aber wohl nicht f\u00fcr so etwas geschaffen. L\u00e4ngere Aufenthalte im Weltraum wirken sich negative auf den K\u00f6rper der Astronauten aus. Im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/10\/31\/raumfahrt-gehversuche-nach-340-tagen-im-all\/\">Raumfahrt: Gehversuche nach 340 Tagen im All<\/a> hatte ich bereits gezeigt, wie sich ein Astronaut nach nur 340 Tagen im Weltraum f\u00fchlt. Direkt nach der Landung k\u00f6nnen die Astronauten nicht mehr laufen \u2013 und haben noch monatelang Anpassungsschwierigkeiten (z.B. Schmerzen beim Sitzen, Liegen und Laufen).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"ISS\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/6\/62\/STS-134_International_Space_Station_after_undocking_6.jpg\/800px-STS-134_International_Space_Station_after_undocking_6.jpg\" alt=\"ISS\" width=\"636\" height=\"422\" \/><br \/>\n(Internationale Raumstation ISS, Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:STS-134_International_Space_Station_after_undocking_6.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NASA, gemeinfrei<\/a>)<\/p>\n<h2>Auch das Gehirn ist betroffen<\/h2>\n<p>Aber es gibt noch gravierendere Beeintr\u00e4chtigungen \u2013 die Aufenthalte im Weltraum \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum ver\u00e4ndern das Gehirn von Astronauten, wie <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220709024018\/https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa1705129\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">eine Studie der NASA<\/a> jetzt ergab. \"Der Aufenthalt in einer Weltraumumgebung hat dauerhafte Auswirkungen auf den Menschen, die wir einfach nicht verstehen\", sagt Neuroradiologin Donna Roberts. \"Was Astronauten im Weltraum erleben, muss abgemildert werden, um eine sicherere Raumfahrt f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zu erm\u00f6glichen.\"<\/p>\n<p>Die Studie war aufgesetzt worden, weil die NASA bei der R\u00fcckkehr von Astronauten von Langzeitmissionen der Internationalen Raumstation (ISS) beobachtete, das die Raumfahrer \u00fcber Kopfschmerzen und Sehst\u00f6rungen berichteten. Vor wenigen Jahren pr\u00e4gte die NASA den Begriff des Vision Impairment and Intracranial Pressure Syndroms (VIIP; Beeintr\u00e4chtigung von Sehverm\u00f6gen und Hirndruck). Die Astronauten, die von der Internationalen Raumstation ISS zur\u00fcckkehrten, litten, medizinisch gesehen, oftmals unter einem Papillen\u00f6dem \u2013 also einer Schwellung des Sehnervs \u2013 und erh\u00f6htem Hirndruck. Dies erkl\u00e4rt die von vielen Astronauten berichteten Sehst\u00f6rungen und Kopfschmerzen.<\/p>\n<p>Dieses Ph\u00e4nomen wurde nun in der oben zitierten, unter Beteiligung des Universit\u00e4tsklinikums Frankfurt, international angelegten Studie n\u00e4her untersucht. In der Studie wurden die Gehirne von 34 Astronauten vor und nach einem Weltraumeinsatz untersucht.<\/p>\n<p>Mithilfe von MRT-Scans der Gehirne von Astronauten vor und nach Aufenthalten im Weltall entdeckten die Forscher um Dr. Moritz H. Albrecht, Assistenzarzt des Instituts f\u00fcr Diagnostische und Interventionelle Radiologie, dass vor allem l\u00e4ngere Weltraumreisen zu einer Verengung der Hirnwasserr\u00e4ume und sogar zu einer signifikanten Verschiebung des Gehirns der Astronauten f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Offenbar beeintr\u00e4chtigt die Schwerlosigkeit die Regionen des Gehirns, die f\u00fcr Koordination, Wahrnehmung und Interaktion ben\u00f6tigt werden. Sollten sich diese Effekte als nachhaltig herausstellen, k\u00f6nnte beispielsweise eine bemannte Mission zum Mars nicht in der bisher geplanten Form durchf\u00fchrbar sein. Denn die Ver\u00e4nderungen bergen das Risiko, dass Astronauten nach einem Flug zum Mars, der 2 Jahre dauert, irgendwann die Objekte in ihrer Umgebung nicht mehr wahrnehmen k\u00f6nnen. Zudem d\u00fcrften die Raumfahrer schlicht ihre t\u00e4glichen Aufgaben nicht mehr erledigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich habe mal f\u00fcr diesen Artikel kurz recherchiert. Bereits 2012 ist auf der Webseite Golem <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/raumfahrt-schwerelosigkeit-kann-das-gehirn-von-astronauten-veraendern-1203-90526.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser deutschsprachige Artikel<\/a> erschienen, der sich mit dem Thema befasst und interessante Erkenntnisse enth\u00e4lt. Vor einem Jahr ist dann <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170208071211\/http:\/\/www.galileo.tv:80\/science\/wissenschaftler-sicher-ein-flug-zum-mars-macht-blind\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser Artikel<\/a> bei Galileo TV erschienen, dem zufolge Astronauten bei einem Flug zum Mars sogar erblinden k\u00f6nnten. Der Astronaut Scott Kelly wurde wegen seiner perfekten Augen f\u00fcr die Untersuchung ausgew\u00e4hlt (und auch, weil er <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20180129154749\/http:\/\/www.businessinsider.de:80\/die-nasa-schickte-einen-zwilling-ins-all-so-unterscheidet-er-sich-jetzt-von-seinem-bruder-2017-2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einen Zwillingsbruder hat<\/a>). Die Augen von Kelly sind laut dem Artikel seit der R\u00fcckkehr gesch\u00e4digt und er braucht eine Lesebrille. Allerdings kenne ich Bilder von der ISS, wo Kelly eine Lesebrille tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Deutschsprachige Artikel, der die aktuellen Studienergebnisse aus 2017 thematisiert, finden sich zum Beispiel <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20171219001643\/http:\/\/www.businessinsider.de:80\/forscher-stellen-seltsame-veraenderungen-im-gehirn-von-astronauten-fest-die-laenger-im-weltall-waren-2017-11\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.wn.de\/Welt\/Wissenschaft\/3049881-Gravierende-Schaeden-Langer-Aufenthalt-im-All-veraendert-das-Hirn-von-Astronauten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>. Die Pressemitteilung des Uniklinikum Frankfurt ist hier einsehbar (gel\u00f6scht). Ein englischsprachiger Artikel ist <a href=\"https:\/\/www.inverse.com\/article\/38045-how-does-space-affect-astronaut-brains-nasa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> abrufbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der bemannte Raumflug zum Mars muss m\u00f6glicherweise warten oder ausfallen. Zumindest wird dies nicht ganz so einfach, denn eine Studie hat ergeben, dass Langzeitaufenthalte im Weltraum das Gehirn von Astronauten (negativ) ver\u00e4ndern. 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