{"id":6720,"date":"2018-07-10T01:55:00","date_gmt":"2018-07-09T23:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=6720"},"modified":"2021-12-12T09:33:35","modified_gmt":"2021-12-12T08:33:35","slug":"barmer-arzneimittelreport-2018-ltere-erhalten-oft-ungeeignete-medikamente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/07\/10\/barmer-arzneimittelreport-2018-ltere-erhalten-oft-ungeeignete-medikamente\/","title":{"rendered":"Barmer: &Auml;ltere erhalten oft ungeeignete Medikamente"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gesundheit\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" border=\"0\" alt=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" width=\"60\" align=\"left\" height=\"56\">Mit steigendem Alter verordnen \u00c4rzte den Menschen h\u00e4ufig mehrere Medikamente. Der Barmer Arzneimittelreport 2018 zeigt, dass jeder f\u00fcnfte Patient oft Arzneimittel erh\u00e4lt, die f\u00fcr ihn ungeeignet sind, weil sie sich gegenseitig nicht vertragen. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bei der Einnahme von Medikamenten vertr\u00e4gt sich nicht jeder Mix. Laut <a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/presse\/infothek\/studien-und-reports\/arzneimittelreporte\/pressemitteilung-zum-arzneimittelreport-2018-158954\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Presseinformation<\/a> hat jeder f\u00fcnfte Bundesb\u00fcrger im Jahr 2016 f\u00fcnf oder mehr Arzneimittel eingenommen. Je mehr Medikamente eine Patientin oder ein Patient einnimmt, desto unsicherer wird, laut BARMER, jedoch die Arzneimitteltherapie aufgrund der zu erwartenden Wechselwirkungen. Dass es vermeidbare Risiken gibt, belegt der BARMER-Arzneimittelreport 2018. <\/p>\n<p>\u201eAngesichts der Sicherheitsl\u00fccken in der Arzneimitteltherapie geht es nicht um Schuldzuweisungen in Richtung \u00c4rzte. Fehlende Verf\u00fcgbarkeit wichtiger Informationen f\u00fcr Behandlungsentscheidungen, Sprachbarrieren oder unvollst\u00e4ndige Medikationspl\u00e4ne k\u00f6nnen zu vermeidbaren Risiken bei der Arzneimitteltherapie f\u00fchren. Die Patientinnen und Patienten m\u00fcssen besser vor diesen Risiken gesch\u00fctzt werden\", forderte der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Prof. Dr. Christoph Straub. <\/p>\n<p>Es sei enorm schwierig f\u00fcr \u00c4rzte, den \u00dcberblick zu behalten. Aus diesem Grund habe die BARMER gemeinsam mit der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe das Projekt \u201eAdAM\" (Anwendung f\u00fcr digital unterst\u00fctztes Arzneimitteltherapie-Management) ins Leben gerufen, um Haus\u00e4rzte bei ihrem Arzneimitteltherapie- und Versorgungsmanagement zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Medikamente\" alt=\"Medikamente\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/SOcbIqe.jpg\"><br \/>(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/de\/foto\/antibiotikum-apotheke-behandlung-dosis-159211\/\">Pexels<\/a>, CC0 Lizenz) <\/p>\n<h2>Jeder f\u00fcnfte ab 65 erh\u00e4lt ein ungeeignetes Arzneimittel<\/h2>\n<p>Verdeutlicht werde das Ausma\u00df des Problems der sogenannten Polypharmazie, laut BARMER, durch die Tatsache, dass bundesweit rund 5,4 Millionen Menschen an drei chronischen Erkrankungen leiden. Bei 23,3 Millionen Menschen sind es sogar f\u00fcnf oder mehr. Zwei Drittel der BARMER-Versicherten mit einer Polypharmazie seien im Jahr 2016 durch drei oder mehr \u00c4rzte medikament\u00f6s behandelt worden. <\/p>\n<p>Der Schutz vor vermeidbaren Risiken in der Arzneimitteltherapie gelingt den Reportergebnissen zufolge nicht immer. Jeder vierte BARMER-Versicherte ab 65 Jahren erhielt im Jahr 2016 ein von Experten nicht f\u00fcr diese Altersgruppe empfohlenes Arzneimittel (25,9 Prozent). Generell kann ein akutes Nierenversagen oder ein pl\u00f6tzlicher Herztod durch eine ungeeignete Kombination von Arzneimitteln ausgel\u00f6st werden. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/gesundheit\/diagnose\/arzneimittelreport-jeder-fuenfte-ueber-65-erhaelt-ein-ungeeignetes-medikament-a-1216794.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier<\/a> wird das Beispiel Blutdrucksenker (der ACE-Hemmer, AT1 Rezeptorantagonisten, Renin-Antagonisten) in Kombination mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac genannt. Der Studienautor, Daniel Grandt, wird so zitiert, dass dort ein erh\u00f6htes Risiko eines akuten Nierenversagens besteht. <\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist Methotrexat, ein Arzneistoff f\u00fcr die Krebs- und Rheumatherapie. Allein mehr als 1.400 BARMER-Versicherte erhielten das Mittel, obwohl es bei diesen Patienten wegen gleichzeitig stark eingeschr\u00e4nkter Nierenfunktion nicht eingesetzt werden d\u00fcrfte. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Therapien mit Antibiotika, wo einiges schief gehen kann, speziell, wenn weitere Arzneimittel eingenommen werden.<\/p>\n<h2>\u00c4rzte k\u00f6nnen kaum noch den \u00dcberblick bewahren<\/h2>\n<p>Teil des Problems ist die Un\u00fcbersichtlichkeit m\u00f6glicher Varianten bei der Arzneimitteltherapie. Ohne Hilfe ist es f\u00fcr \u00c4rzte kaum noch m\u00f6glich, den \u00dcberblick zu bewahren. Die Reportergebnisse belegen f\u00fcr das Jahr 2016, dass Haus\u00e4rzte im Durchschnitt 60 Arzneimittelwirkstoffe regelm\u00e4\u00dfig, also mindestens einmal im Quartal, und weitere 100 zumindest einmal pro Jahr verordneten. <\/p>\n<p>\u201eHaus\u00e4rzte m\u00fcssen die Gesamtmedikation ihrer Patienten, also auch die von Fach\u00e4rzten verordneten Arzneimittel, beurteilen. Dass der Arzt hier die Risiken ohne Hilfsmittel immer korrekt einsch\u00e4tzen kann, ist schlichtweg nicht realistisch. Im Gegenteil, im Versorgungsalltag ist es f\u00fcr \u00c4rzte oft ausgesprochen schwierig, \u00fcber alle Arzneimittelverordnungen einer Patientin oder eines Patienten Bescheid zu wissen\", betonte der Autor des BARMER-Arzneimittelreports Prof. Dr. Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbr\u00fccken.  <\/p>\n<p>Im Jahr 2016 seien bei der BARMER insgesamt 1.860 Arzneimittelwirkstoffe zum Einsatz gekommen und zwar in 454.012 Kombinationen von zwei Arzneimittelwirkstoffen. Kein Arzt k\u00f6nne die Risiken derartig vieler Arzneimittelkombinationen ohne Hilfsmittel korrekt einsch\u00e4tzen. <\/p>\n<h2>AdAM schafft Arzneimitteltherapiesicherheit f\u00fcr Patienten<\/h2>\n<p>Die BARMER habe zur Unterst\u00fctzung der \u00c4rzte daher zusammen mit der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe eine neue Versorgungsform entwickelt, die diese Probleme l\u00f6sen k\u00f6nne. Mit AdAM, kurz f\u00fcr \u201eAnwendung f\u00fcr digital unterst\u00fctztes Arzneimitteltherapie-Management\", lie\u00dfen sich vermeidbare Risiken besser erkennen. Haus\u00e4rzte erhalten Daten zur Arzneimitteltherapie, die Verordnungen aller \u00c4rzte umfassen. Somit w\u00fcrde die \u00dcbersicht deutlich erleichtert. Zus\u00e4tzlich erhalte der Arzt Hinweise auf potenziell vermeidbare Risiken der Therapie, um f\u00fcr seine Patienten die richtige und sicherste Therapie festzulegen. Ziel sei es, so Grandt, das Projekt in die Regelversorgung zu \u00fcbernehmen, damit mehr als 20 Millionen Polypharmazie-Patienten davon profitieren k\u00f6nnen. AdAM wird mit circa 16 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gef\u00f6rdert. <\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20180706161734\/https:\/\/www.barmer.de\/blob\/159166\/b9999fb6ca0a7b98f523c70dbc29c251\/data\/dl-report-komplett.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Barmer Arzneimittelreport 2018<\/a> ist ein umfangreiches Dokument von 214 Seiten, was wohl kaum jemand, der nicht vom Fach ist, durchlesen m\u00f6chte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit steigendem Alter verordnen \u00c4rzte den Menschen h\u00e4ufig mehrere Medikamente. 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