{"id":6833,"date":"2018-07-20T00:39:00","date_gmt":"2018-07-19T22:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=6833"},"modified":"2024-07-26T16:36:05","modified_gmt":"2024-07-26T14:36:05","slug":"neues-teleskop-erreicht-theoretisch-maximale-bildschrfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/07\/20\/neues-teleskop-erreicht-theoretisch-maximale-bildschrfe\/","title":{"rendered":"Neues Teleskop erreicht theoretisch maximale Bildsch&auml;rfe"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ein gro\u00dfer Sprung im Bereich der optischen Teleskope geworden. Die europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (ESO) hat das Very Large Telescope (VLT) in Betrieb genommen und erste Bilder pr\u00e4sentiert. Es ist phantastisch, was das Teleskop mit neuer Technik in Bezug auf die Bildqualit\u00e4t bzw. -Sch\u00e4rfe leistet. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Fr\u00fcher war es so, dass die Spiegel der Teleskope immer gr\u00f6\u00dfer wurden, um mehr Licht sammeln zu k\u00f6nnen. Damit lassen sich zwar immer lichtschw\u00e4chere (und weit entfernte) Objekte abbilden. Aber die Abbildungssch\u00e4rfe lie\u00df sich nicht steigern. Auch wenn die Teleskope auf hohen Bergen stehen: Kleine Turbulenzen in der Atmosph\u00e4re sorgen daf\u00fcr, dass die Aufnahmen unscharf erscheinen. Eine L\u00f6sung bestand darin, ein Teleskop wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hubble-Weltraumteleskop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hubble<\/a> per Spaceshuttle in den Weltraum zu hieven. Dort konnte dieses Aufnahmen ohne st\u00f6rende Atmosph\u00e4re anfertigen. <\/p>\n<p>Eine Unsch\u00e4rfe bei der Hubble-Optik durch falsch berechnete und gefertigte Spiegel konnten die Astronauten in einer Spaceshuttle Reparaturmission durch eine Korrekturoptik beheben. Sp\u00e4ter konnten die Ger\u00e4te im Hubble-Teleskop sogar den Bildfehler selbst korrigieren. Die Hubble-Aufnahmen waren in ihrer Detailsch\u00e4rfe lange un\u00fcbertroffen, irdische Teleskope konnten das nicht leisten. Aber Hubble erreicht sein Lebensende, das Spaceshuttle ist au\u00dfer Dienst gestellt. Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James-Webb-Weltraumteleskop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">James-Webb-Weltraumteleskop<\/a> k\u00f6nnte in 3 Jahren die Nachfolge antreten.<\/p>\n<h2>Irdische Teleskope mit adaptiver Optik <\/h2>\n<p>Irdische Teleskope stehen meist auf hohen Bergen mit d\u00fcnner, klarer Luft, um m\u00f6glichst gute Beobachtungsverh\u00e4ltnisse zu erhalten. Bei diesen Teleskopen ist die Wartung leicht durchzuf\u00fchren, und die Spiegel k\u00f6nnen auch recht gro\u00df werden. Bleibt noch die Unsch\u00e4rfe durch Turbulenzen in der Atmosph\u00e4re. <\/p>\n<p>Und dort haben die Techniker eine brillante Idee gehabt: Eine adaptive Optik, bei der Verzerrungen des Objekts, hervorgerufen durch atmosph\u00e4rische Turbulenzen, automatisch korrigiert werden. In einer <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso1824\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitteilung der ESO<\/a> hat man nun erste Fotos und Ergebnisse des neuen VLT pr\u00e4sentiert.&nbsp; <\/p>\n<p>Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI eine neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen H\u00f6hen in der Erdatmosph\u00e4re zu korrigieren. <\/p>\n<p>Dazu strahlen Laser die Atmosph\u00e4re \u00fcber den Teleskop an. Reflektionen an Natrium-Atomen werden von Sensoren erfasst und dienen zur Korrektur der Turbulenzen der Atmosph\u00e4re bis ca. 1 km oberhalb des Teleskops. Die genaue Funktionsweise ist detaillierter im verlinkten Artikel beschrieben. <\/p>\n<p>Als Ergebnis erreicht das Teleskop eine einmalige Bildsch\u00e4rfe, das theoretische Maximum wird erreicht. Nachfolgendes Foto zeigt eine Aufnahme des Planeten Neptun, links mit adaptiver Optik, und rechts eine Aufnahme von Hubble als Vergleich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/Boipgy9.jpg\"><br \/>(ESO\/P. Weilbacher (AIP)\/NASA, ESA, and M.H. Wong and J. Tollefson (UC Berkeley))<\/p>\n<p>Das linke Bild des Planeten Neptun wurde w\u00e4hrend der Tests des Narrow-Field-Modus der Adaptiven Optik des MUSE\/GALACSI-Instruments am <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Very Large Telescope der ESO<\/a> aufgenommen. Das rechte Bild ist eine vergleichbare Aufnahme vom NASA\/ESA Hubble Space Telescope. Wichtig: Die Bilder sind nicht zum selben Zeitpunkt entstanden und zeigen daher nicht dieselben Oberfl\u00e4chenstrukturen. Auf <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/images\/eso1824d\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Seite<\/a> findet sich die Aufnahme eines Kugelsternhaufens mit und ohne adaptive Optik. Es ist genial, was moderne Technik leisten kann. Weitere Informationen sind dem <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso1824\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Original-Artikel der ESO<\/a> zu entnehmen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein gro\u00dfer Sprung im Bereich der optischen Teleskope geworden. Die europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (ESO) hat das Very Large Telescope (VLT) in Betrieb genommen und erste Bilder pr\u00e4sentiert. 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