{"id":7740,"date":"2018-11-09T00:22:00","date_gmt":"2018-11-08T23:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=7740"},"modified":"2020-12-10T10:44:05","modified_gmt":"2020-12-10T09:44:05","slug":"gekrzte-mtterrente-und-die-rentenerhhung-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/11\/09\/gekrzte-mtterrente-und-die-rentenerhhung-2019\/","title":{"rendered":"Gek&uuml;rzte M&uuml;tterrente und die Rentenerh&ouml;hung 2019"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DNxhm89.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Noch ein kleiner Sammelbeitrag rund um das Thema Rente in Deutschland. Da gab es eine Bundestagsabstimmung zum 'Rentenpaket'. F\u00fcr das Jahr 2019 k\u00f6nnen sich Rentner und Rentnerinnen auf eine Erh\u00f6hung der Rentenzahlungen freuen. Und da gab es vor Wochen noch eine Meldung, dass einigen Frauen 'die M\u00fctterrente gek\u00fcrzt wurde, weil sie zu viel verdienen'. Einfach ein paar Informationen sortiert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Das neue Rentenpaket, das steckt dahinter<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/b62fa50f251944df93717992000f113a\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Es war bereits Ende August 2018 in den Medien (siehe <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20190218064636\/https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute\/rentenpaket-steht-kabinett-soll-es-heute-beschliessen-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen ZDF-Bericht<\/a>). Die gro\u00dfe Koalition hatte sich im Bundeskabinett auf ein 'Rentenpaket' geeinigt. Das Paket enth\u00e4lt folgende Eckpunkte:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Rentenniveau soll bis 2025 nicht unter den derzeitigen Wert von 48 Prozent bezogen auf den Durchschnittslohn sinken.<\/li>\n<li>Au\u00dferdem darf der Beitrag zur Rentenversicherung im selben Zeitraum nicht \u00fcber 20 Prozent (aktuell 18,6 %) steigen.<\/li>\n<li>Neue Bezieher von Erwerbsminderungsrente werden dann bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente so behandelt, als h\u00e4tten sie bis zum regul\u00e4ren Renteneintrittsalter gearbeitet (bisher gab es Abschl\u00e4ge bis zum Lebensalter von 62 Jahren).<\/li>\n<li>Verbesserungen bei der M\u00fctterrente f\u00fchren dazu, dass Eltern ein weiteres halbes Jahr Kindererziehungszeit (einkommensunabh\u00e4ngig) angerechnet erhalten, wenn ihr Kind vor 1992 geboren worden ist (macht ein Plus von ca. 16 Euro\/Monat aus).<\/li>\n<li>Entlastung f\u00fcr Geringverdiener, unter einem Einkommen von 1300 Euro, die dann verringerte Rentenbeitr\u00e4ge zahlen, die aber nicht zu geringeren Rentenanspr\u00fcchen f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am gestrigen 8. November 2018 hat der Bundestag \u00fcber das vom Bundeskabinett beschlossene Rentenpaket abgestimmt. Der SWR berichtete <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20190816020925\/https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/Bundestag-will-Rentenpaket-beschliessen,bundestag-verabschiedet-rentenpaket-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> \u00fcber dies Details.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Euro-Noten\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/sBffKkL.jpg\" alt=\"Euro-Noten\" \/><br \/>\n(Quelle: Pexels CC0 Lizenz)<\/p>\n<h2>Ab 2019 gibt es mehr Rente<\/h2>\n<p>Steigerungen bei Rentenzahlungen richten sich in Deutschland nach der allgemeinen Lohnentwicklung. Da dort ein Plus zu verzeichnen war, k\u00f6nnen sich die ca. 21 Millionen Rentner und Rentnerinnen in Deutschland auf eine Erh\u00f6hung der Rentenzahlungen f\u00fcr 2019 freuen. <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/finanzen\/altersvorsorge\/id_84730422\/rente-steigt-2019-erhoehung-von-mehr-als-drei-prozent-erwartet.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Diese Seite<\/a> berichtet, dass man f\u00fcr den 1. Juli 2019 mit einer Erh\u00f6hung von mehr als 3 % rechnen k\u00f6nne. Basis ist wohl die Modellrechnung der Deutsche Rentenversicherung, die bereits 2017 f\u00fcr die alten und neuen Bundesl\u00e4nder Werte <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20181213163103\/https:\/\/www.deutsche-rentenversicherung.de\/Allgemein\/de\/Navigation\/6_Wir_ueber_uns\/02_Fakten_und_Zahlen\/02_kennzahlen_finanzen_vermoegen\/3_mittelfristige_finanzentwicklung\/wesentliche_ergebnisse_allgemeine_rv_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">angegeben hat<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Modellrechnung der Deutsche Rentenversicherung\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/TWkVKdG.jpg\" alt=\"Modellrechnung der Deutsche Rentenversicherung\" \/><br \/>\n(Quelle: Modellrechnung der Deutsche Rentenversicherung)<\/p>\n<h2>Die Sache mit der gekappten M\u00fctterrente<\/h2>\n<p>Und da gibt es noch einen Sachverhalt, den ich schon l\u00e4nger im Blog aufgreifen wollte. Vor einiger Zeit ging eine Meldung durch die Medien, die von einer gekappten M\u00fctterrente handelte. Meine Frau hatte das auf einer Nachrichtenseite gelesen (hier (gel\u00f6scht) ist eine Kopie abrufbar) und mich darauf hingewiesen. Auch die FAZ hat es <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/mehr-wirtschaft\/zu-hohes-einkommen-muetterrente-bei-knapp-144-000-frauen-gekuerzt-oder-gestrichen-15800915.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kurz berichtet<\/a>, und ein weiterer Artikel mit der Botschaft findet sich hier (entfernt). Die Botschaften in den Titeln der Artikel war 'Einkommen zu hoch: Weniger oder keine M\u00fctterrente'. Suggerierte eine schreiende Ungerechtigkeit. Quelle war wohl das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), die ein paar Zahlen 'recherchiert' hatten. Basis war eine Sonderauswertung der Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) mit folgenden Ergebnissen:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Im Jahr 2017 wurden in 145.294 F\u00e4llen die Rentenpunkte f\u00fcr Kindererziehung gek\u00fcrzt und die Rente entsprechend nach unten korrigiert.<\/li>\n<li>143.349 der Betroffenen waren weiblich (da nur wenige M\u00e4nner die Rentenpunkte f\u00fcr Kindererziehung gut schreiben lassen).<\/li>\n<li>Rund zwei Drittel der Frauen (92.946) kamen aus Ostdeutschland. In den westlichen Bundesl\u00e4ndern wurden f\u00fcr 50.403 Ruhest\u00e4ndlerinnen die Renten gek\u00fcrzt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>In manchen Artikeln fand sich dann noch der Hinweis, dass laut Sozialgesetzbuch die Rentenpunkte f\u00fcr die Kindererziehung gek\u00fcrzt werden, <em>wenn das beitragspflichtige Einkommen \u00fcber der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt. Aktuell liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 6.500 Euro Bruttolohn in Westdeutschland und 5.800 Euro im Osten.<\/em><\/p>\n<p>Die im Bundestag vertretene Partei 'Die Linke' griff diese Praxis an und forderte, dass die M\u00fctterrente allen erziehenden M\u00fcttern (und V\u00e4tern) zugute kommt: unabh\u00e4ngig vom Einkommen. \u201eDie M\u00fctterrente beg\u00fcnstigt das westdeutsche Ideal der Hausfrau und Mutter, w\u00e4hrend berufst\u00e4tige M\u00fctter leer ausgehen. Schon heute geht die M\u00fctterrente an der Lebenswirklichkeit im Osten v\u00f6llig vorbei\", sagte der Bundestagsabgeordnete Matthias H\u00f6hn dem RND.<\/p>\n<blockquote><p>Ein Rentenrechner f\u00fcr M\u00fctterrente findet sich auf <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/finanzen\/id_69663164\/muetterrente-beitragsbemessungsgrenze-beachten-.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser Seite<\/a>. Einfach die Anzahl der Kinder, die vor 1992 geboren wurden eingeben und w\u00e4hlen, ob man in den alten oder neuen Bundesl\u00e4ndern wohnhaft ist. Dann wird die Jahressumme ausgewiesen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei meiner Frau und mir kam sofort die Frage auf 'reicht es, im letzten Monate vor Renteneintritt zu viel verdient zu haben? oder trifft es Leute, die mehr als 6.500 Euro Rente [im Jahr] haben?'. Mich machte stutzig, dass M\u00fctter in den neuen Bundesl\u00e4ndern h\u00e4ufiger als Frauen in den westlichen Bundesl\u00e4ndern betroffen waren. Der Sachverhalt war dann ziemlich schnell klar:<\/p>\n<ul>\n<li>Eltern bekommen Rentenpunkte f\u00fcr die Zeiten der Kindererziehung angerechnet, wobei entschieden werden muss, ob diese f\u00fcr den Vater oder die Mutter auf dem Rentenkonto gebucht werden.<\/li>\n<li>Bis zum 1. Juli 2014 war die Rechtspraxis, dass die Entgeltpunkte beim Eintritt in die Rente voll angerechnet wurden. Das hat sich f\u00fcr Neu-Rentner\/innen nach diesem Stichtag ge\u00e4ndert. F\u00fcr das zur Sonderauswertung zugrunde gelegte Jahr 2017 wurde die Rentenpunkte also bei \u00dcberschreiten der Verdienstgrenze gekappt.<\/li>\n<li>Es gilt: Verdient der Bezieher der Rentenpunkte w\u00e4hrend der fraglichen <em>Zeit der Kindererziehung<\/em> mehr als die Beitragsbemessungsgrenze (6.500 Euro Bruttolohn in Westdeutschland und 5.800 Euro im Osten) angibt, werden die Rentenpunkte f\u00fcr Kindererziehung laut Sozialgesetzbuch beim Renteneintritt gek\u00fcrzt.\n<p>Was man aber beachten muss: Durch die Rentenpunkte f\u00fcr die Kindererziehung wird ein Durchschnittsgehalt eines Einzahlers sowie das Einkommen der Mutter w\u00e4hrend der Erziehungszeit herangezogen. Dadurch kann es bei einem Verdienst unterhalb der obigen Beitragsbemessungsgrenze bereits zu der K\u00fcrzung kommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dies trifft wohl vorwiegend Frauen in den neuen Bundesl\u00e4ndern, die fr\u00fcher ihren Erziehungsurlaub beenden und wieder arbeiten. Allerdings muss man auch n\u00fcchtern feststellen, dass ein Bruttoarbeitslohn oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze eher f\u00fcr 'Gutverdienende' spricht. Dass der Gesetzgeber dort die Anrechnung von Kindererziehungszeiten k\u00fcrzt \u2013 das muss ja von der Allgemeinheit bezahlt werden \u2013 ist schon nachvollziehbar. Auf <a href=\"https:\/\/rentenbescheid24.de\/muetterrente-wird-gekuerzt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser Seite<\/a> hat man das Thema aufgegriffen. In einem Rechenbeispiel ergab sich eine Rentenk\u00fcrzung wegen Einkommensanrechnung von 22,14 \u20ac\/Monat f\u00fcr jedes Jahr der Kindererziehung. Diskutieren k\u00f6nnte man die Ungleichbehandlung von Altf\u00e4llen und Neurentner\/innen ab Juli 2014.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich erstaunlich war, dass die Zahl der Betroffenen in den neuen Bundesl\u00e4ndern h\u00f6her als in den alten Bundesl\u00e4ndern war (m\u00f6glicherweise wegen der niedrigeren Beitragsbemessungsgrenze). Das zeigt aber, dass es Einzelne auch in den neuen Bundesl\u00e4ndern in der Vergangenheit in sehr gute Gehaltsklassen geschafft haben.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=1713\">Tipp: Die Rentenberatung der Deutsche Rentenversicherung<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=1718\">Steuererkl\u00e4rung f\u00fcr Rentner: Ausf\u00fcllhilfe anfordern<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=1724\">Rentenantr\u00e4ge bei der Deutsche Rentenversicherung anfordern<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=1728\">Tipp: Erg\u00e4nzende Informationen f\u00fcr Rentner bei der DRV<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/10\/13\/rentenantrge-bei-der-deutsche-rentenversicherung-anfordern\/\">Rentenantr\u00e4ge bei der Deutsche Rentenversicherung anfordern<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/01\/05\/tipp-online-rechner-fr-rentenhhe-und-beginn\/\">Tipp: Online-Rechner f\u00fcr Rentenh\u00f6he und \u2013beginn<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/06\/11\/urteil-zum-versorgungsausgleich-nach-tod-des-begnstigten\/\">Urteil zum Versorgungsausgleich nach Tod des Beg\u00fcnstigten<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/10\/01\/rente-mit-63-und-anrechnung-von-arbeitslosenzeiten\/\">Urteil: Anrechnung von Arbeitslosenzeiten bei Rente mit 63<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/10\/19\/pflegende-angehrige-tipps-fr-mehr-rente\/\">Pflegende Angeh\u00f6rige: Tipps f\u00fcr mehr Rente<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch ein kleiner Sammelbeitrag rund um das Thema Rente in Deutschland. 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