{"id":8161,"date":"2018-12-23T01:16:00","date_gmt":"2018-12-23T00:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=8161"},"modified":"2018-12-22T19:28:16","modified_gmt":"2018-12-22T18:28:16","slug":"planetenentstehung-schneller-als-bisher-vermutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/12\/23\/planetenentstehung-schneller-als-bisher-vermutet\/","title":{"rendered":"Planetenentstehung: Schneller als bisher vermutet"},"content":{"rendered":"<p>Planeten entstehen aus protoplanetaren Staubscheiben, wenn sich ein neues Sonnensystem formiert. Bisher dachte man, dass dieser Vorgang viele Millionen Jahre ben\u00f6tigt. Bislang unbekannte, spektakul\u00e4re Strukturen in Staub- und Gasg\u00fcrteln junger Sterne geben vollkommen neue Einblicke in die Geburtsst\u00e4tten von Planeten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u00dcber die Entstehung von Planeten und die damit verbundenen physikalischen Mechanismen ist bislang wenig bekannt. Bisherige Modelle besagen, dass Planeten \u00fcber Millionen von Jahren durch die allm\u00e4hliche Verdichtung von Staub und Gas in einer protoplanetaren Scheibe geboren werden \u2013 beginnend mit Staubk\u00f6rnern, die sich zu immer gr\u00f6\u00dferen Gesteinsbrocken zusammenf\u00fcgen. <\/p>\n<h2>Neue Einsichten mit einem Teleskopverbund<\/h2>\n<p>Jetzt hat man erstmals spektakul\u00e4re Strukturen in Staub- und Gasg\u00fcrteln junger Sterne beobachtet, die vollkommen neue Einblicke in die Geburtsst\u00e4tten von Planeten geben. Entdeckt wurden diese Strukturen von einem internationalen Astronomenteam unter ma\u00dfgeblicher Mitwirkung von Heidelberger Wissenschaftlern. Das Team hat 20 dieser sogenannten protoplanetaren Scheiben im Zuge einer mehrmonatigen Beobachtungskampagne untersucht. <\/p>\n<p>Zum Einsatz kam dabei ein Teleskopverbund, das Atacama Large Millimeter \/ Submillimeter Array (ALMA). \u201eUnsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass Planeten viel schneller entstehen k\u00f6nnen als bislang angenommen\", <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news707851\" target=\"_blank\">betont Prof. Dr. Cornelis Dullemond<\/a> vom Zentrum f\u00fcr Astronomie der Universit\u00e4t Heidelberg (ZAH), der einer der Leiter der Kampagne ist.<\/p>\n<p>Im Rahmen der aktuellen Beobachtungskampagne des \u201eDisk Substructures at High Angular Resolution Project\" (DSHARP) haben die Astronomen Staubpartikel untersucht, die auf nat\u00fcrliche Weise im Millimeterwellenlicht leuchten. Auf diese Weise konnte mithilfe von ALMA und seiner extrem scharfen Bilder die Dichteverteilung der kleinen, festen Partikel um junge Sterne pr\u00e4zise abgebildet werden.<\/p>\n<h2>Rasche Planetenbildung<\/h2>\n<p>Die \u00fcberzeugendste Interpretation dieser Beobachtungen ist nach Angaben der beteiligten Forscher, dass sich gro\u00dfe Planeten wie zum Beispiel Neptun oder Saturn viel schneller gebildet haben, als es die gegenw\u00e4rtige Theorie voraussagt. Solche Planeten neigen offensichtlich auch dazu, sich in enormen Entfernungen von ihren Muttersternen zu entwickeln. <\/p>\n<p>\u201eWir sehen klar definierte Details bei jungen Sternen unterschiedlicher Massen, einschlie\u00dflich markanter Ringe und L\u00fccken, die in ganz verschiedenen Abst\u00e4nden von ihren Wirtssternen vorkommen. Sie sind offenbar ein Hinweis auf die Anwesenheit von Planeten\", erl\u00e4utert Prof. Dullemond.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Protoplanetare-Scheiben-im-Detail-Planeten-entstehen-schneller-als-gedacht-4253279.html?view=zoom;zoom=1\"><img decoding=\"async\" alt=\"20 protoplanetare Scheiben und ihre Ringe\" src=\"https:\/\/heise.cloudimg.io\/width\/610\/q70.png-lossy-70.webp-lossy-70.foil1\/_www-heise-de_\/imgs\/18\/2\/5\/6\/3\/7\/6\/0\/hires-c8374a3ff41a5c60.jpeg\"><\/a> <\/p>\n<p>(20 protoplanetare Scheiben und ihre Ringe Bild: ALMA (ESO\/NAOJ\/NRAO), S. Andrews et al.; NRAO\/AUI\/NSF, S. Dagnello) <\/p>\n<p>Der deutschsprachige Artikel <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Protoplanetare-Scheiben-im-Detail-Planeten-entstehen-schneller-als-gedacht-4253279.html\" target=\"_blank\">hier<\/a> gibt an, dass winzige der nun beobachteten Sterne gerade einmal eine Million Jahre alt sind. Trotz des geringen Alters sind die Sterne von klar definierten Ringen umgeben. Die sind in Entfernungen von einigen wenigen Astronomischen Einheiten (AE) bis zu mehr als 100 A um ihren Stern sichtbar.  <\/p>\n<p>Mithilfe der j\u00fcngsten Beobachtungen kann m\u00f6glicherweise auch erkl\u00e4rt werden, wie sich erd\u00e4hnliche Planeten bilden und wachsen k\u00f6nnen. So r\u00e4tseln Astronomen seit Jahrzehnten \u00fcber eine Unstimmigkeit in der Theorie der Planetenentstehung. \u201eWenn staubige K\u00f6rper etwa die Gr\u00f6\u00dfe von Murmeln erreichen, w\u00fcrde die Dynamik einer strukturlosen glatten protoplanetaren Scheibe dazu f\u00fchren, dass diese irgendwann auf ihren Mutterstern fallen und niemals die f\u00fcr Planeten erforderlichen Masse erreichen k\u00f6nnen\", betont Cornelis Dullemond. <\/p>\n<p>Die ALMA-Bilder deuten jedoch darauf hin, dass diese \u201eMurmeln\" in Ringen eingeschlossen sind. \u201eJeder dieser Ringe enth\u00e4lt viele Dutzend Erdmassen in Form dieses staubigen Materials. Sie sind die idealen Orte, an denen sich neue Planeten bilden k\u00f6nnen\", so der Heidelberger Astronom. \u201eDie dichten Staubringe schaffen somit einen sicheren Hafen, in dem felsige Welten vollst\u00e4ndig reifen k\u00f6nnen\".<\/p>\n<p>Federf\u00fchrend beteiligt an der DSHARP-Kampagne waren neben Prof. Dullemond auch Dr. Sean Andrews, Astronom am Harvard-Smithsonian Center f\u00fcr Astrophysik (USA), Prof. Dr. Andrea Isella von der Rice University (USA) sowie Prof. Dr. Laura P\u00e9rez von der Universidad de Chile. <\/p>\n<p>Die Forschungsergebnisse wurden in einer Reihe von Ver\u00f6ffentlichungen publiziert und zu einer Sonderausgabe der \u201eAstrophysical Journal Letters\" zusammengefasst. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Planeten entstehen aus protoplanetaren Staubscheiben, wenn sich ein neues Sonnensystem formiert. Bisher dachte man, dass dieser Vorgang viele Millionen Jahre ben\u00f6tigt. 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