{"id":8178,"date":"2018-12-25T10:56:14","date_gmt":"2018-12-25T09:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=8178"},"modified":"2018-12-25T10:56:14","modified_gmt":"2018-12-25T09:56:14","slug":"war-maria-magdalena-die-erste-ppstin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/12\/25\/war-maria-magdalena-die-erste-ppstin\/","title":{"rendered":"War Maria Magdalena die &lsquo;erste P&auml;pstin&rsquo;?"},"content":{"rendered":"<p> Es gibt eine Theorie, dass Maria Magdalena nicht nur mit Jesus verheiratet war, sondern auch ein n\u00e4heres Verh\u00e4ltnis zum Religionsstifter des Christentums hatte, als die 12 Apostel. Demnach w\u00e4re nicht Simon Petrus der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_P%C3%A4pste\" target=\"_blank\">erste Papst<\/a>, sondern Maria Magdalena w\u00e4re die erste P\u00e4pstin gewesen. Die Kirche habe dann in der Fr\u00fchzeit die entsprechenden Belege aussortiert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es war eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_P%C3%A4pste\" target=\"_blank\">Meldung in Spiegel Online<\/a>, die mich neugierig machte. Der Artikel ist kostenpflichtig, aber der Anrisstext hatte es in sich. Die Aussage: Ein uralter Papyrus enth\u00e4lt angeblich Hinweise, dass Maria Magdalena f\u00fcr Jesus wichtiger als die Apostel gewesen sei. <\/p>\n<p>Der Beleg: Ein 1.500 Jahre lang verschwundenes Papyrus mit Teilen eines verschollenen Evangeliums, welches im Depot des \u00c4gyptischen Museums in Berlin aufbewahrt wird. Die Kirche habe diese Dokumente lange geheim gehalten und sp\u00e4ter aussortiert. W\u00e4re das bekannt gewesen, s\u00e4he die Kirche heute anders aus.<\/p>\n<h2>Das Maria Evangelium<\/h2>\n<p>Zur Person der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maria_Magdalena\" target=\"_blank\">Maria Magdalena<\/a> hat die Wikipedia einiges zusammen getragen. Diese Informationen speisen sich aus den Erw\u00e4hnungen in den, aktuell in der r\u00f6misch katholischen Kirche verwendeten Evangelien.<\/p>\n<p>Im oben zitierten Spiegel Artikel bezieht man sich aber offenbar auf Texte aus dem sogenannten '<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evangelium_der_Maria\" target=\"_blank\">Maria Evangelium<\/a>', \u00fcber dessen Existenz man in der Wikipedia ebenfalls einige Informationen findet. Laut den Erl\u00e4uterungen handelt es sich um eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gnostizismus\" target=\"_blank\">gnostische<\/a> Schrift, die auf etwa 160 n. Chr. datiert wird.<\/p>\n<p>Der Bayrische Rundfunk hat <a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/radiowissen\/religion\/religion-maria-magdalena-suenderin-heilige100.html\" target=\"_blank\">eine mehrteilige Sendung mit Artikeln<\/a> \u00fcber die Person der Maria Magdalena im Kontext der Amtskirche ver\u00f6ffentlicht. Dieser spiegelt einige Entwicklungen in der von M\u00e4nnern dominierten fr\u00fchen Amtskirche wieder. Ganz interessant zu lesen. Diese Lesart ist wohl durch mehrere Quellen belegt und zeigt, wie die heutigen Evangelien durch Umdeutungen und Zusammenfassungen \u00e4lterer Dokumente entstanden. <\/p>\n<h2>Der Papyrus von 2012<\/h2>\n<p>Und dann gibt es noch einen Papyrus, datiert auf das vierte Jahrhundert nach Christus, der wohl 2012 vorgestellt wurde. Die Welt zeichnet in <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/history\/article109324407\/Papyrus-Fund-Jesus-heiratete-Maria-Magdalena.html\" target=\"_blank\">diesem Artikel<\/a> aus dem Jahr 2012 einige Informationen nach. Karen King, Historikerin an der Harvard-University, stellte in diesem Jahr ein Papyrus-Fragment auf einer Tagung in Rom vor, das die Deutung 'Jesus habe Maria Magdalena geheiratet und mit ihr Kinder gezeugt, deren Linie sich bis in die Gegenwart erhalten habe' untermauern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Welt-Artikel ist ganz lesenswert, r\u00fcttelt er doch an etablierten Positionen der r\u00f6misch katholischen Kirche in Bezug auf die Rolle der Frau. Abseits dieser Diskussion ist dieses Papyrus aber nicht unumstritten. Der amerikanischer Koptologe und Gastforscher an der Universit\u00e4t M\u00fcnster, Christian Askeland, bezeichnet das Dokument, welches Karen King von einem privaten Sammler zur Auswertung \u00fcbergeben wurde, als 'unglaubliche F\u00e4lschung'. Das Papyrus wurde zwar auf das 4. Jahrhundert datiert, aber solches Papier k\u00f6nne man kaufen. Der Text sei aber wohl erst ab 2000, aus echten Vorlagen des vierten Jahrhunderts auf dieses Papyrus kopiert worden sei. Der Artikel <a href=\"http:\/\/www.kath.net\/news\/55717\" target=\"_blank\">hier<\/a> behauptet ebenfalls, dass es sich bei diesem Papyrus um eine F\u00e4lschung handele.<\/p>\n<h2>Erste P\u00e4pstin der Welt <\/h2>\n<p>Ein <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/literatur\/article175044952\/Die-erste-Paepstin.html\" target=\"_blank\">weiterer Artikel in der Welt<\/a> befasst sich mit der Frage, ob Maria Magdalena als erste P\u00e4pstin der Welt bezeichnet werden kann. Interessant finde ich, wie der Artikel das Spannungsfeld der Fr\u00fchkirche beleuchtet und auf Erkenntnisse aus n(nicht angezweifelten) Dokumenten des Fr\u00fchchristentums samt Maria Evangelium aufbaut. In der Fr\u00fchkirche hatte die Frau wohl eine starke Stellung, die dann aber im 3. Jahrhundert nach Christus durch die Amtskirche in Rom ver\u00e4ndert wurde. <\/p>\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/maria-magdalena-verrucht-und-verehrt.886.de.html?dram:article_id=370465\" target=\"_blank\">dieser Beitrag<\/a> des Deutschlandfunks thematisiert die Rolle der Maria Magdalena in der Kirche \u2013 aus Sicht einer Ausstellung. Insgesamt bleibt vieles aus meiner Sicht im Dunkeln. Was sich aber herauskristallisiert: Die Person der Maria Magdalena belegt die starke Stellung der Frau im Ur- und Fr\u00fchchristentum. Die heutigen vier Evangelien sowie die Kirchendoktrin sind das Ergebnis eines Prozesses, der in den fr\u00fchen Jahrhunderten des Christentums begann. Papst Gregor der Gro\u00dfe best\u00e4tigte best\u00e4tigte in einigen Magdalenen-Homilien (Predigten), dass Maria Magdalena mit der bei Lukas genannten S\u00fcnderin identisch sei. Und Das Konzil von Laodicea untersagte im Jahr 351 den Frauen, zum Altar zu treten und einer Gemeinde vorzustehen. Dies wird als Verbot der Priesterweihe verstanden. Nachzulesen auf <a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/radiowissen\/religion\/maria-magdalena-fragen-und-antworten102.html\" target=\"_blank\">dieser Fragen-und-Antworten-Seite<\/a> des Bayrischen Rundfunks. <\/p>\n<p>Auf Facebook (nur mit Anmeldung abrufbar) kann man <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/neuesmuseum\/photos\/a.147287155312766\/1022916701083136\/?type=1&amp;theater\" target=\"_blank\">hier<\/a> Fotos und Erkl\u00e4rungen zur Rolle der Maria Magdalena im Neuen Museum abrufen. Das Ganze stammt wohl aus dem Jahr 2016, wo F\u00fchrungen zum Thema \u201eDas koptische Maria-Magdalena-Evangelium und die Gnosis des Codex Berolinensis\" im Neuen Museum Berlin auf der Museumsinsel angeboten wurden.<\/p>\n<p>Die christliche Religion predigt zwar N\u00e4chstenliebe, aber im Sinne der patriarchalisch gepr\u00e4gten katholischen Kirche wird da seit Jahrhunderten mit harten Bandagen gek\u00e4mpft. Wer historisch an dieser Thematik interessiert ist, findet also reichlich Stoff. F\u00fcr den US-Autor Dan Brown war es auf jeden Fall Stoff, den er im Roman 'The da Vinci Code' (deutsch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sakrileg_(Roman)\" target=\"_blank\">Sakrileg<\/a>) ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt eine Theorie, dass Maria Magdalena nicht nur mit Jesus verheiratet war, sondern auch ein n\u00e4heres Verh\u00e4ltnis zum Religionsstifter des Christentums hatte, als die 12 Apostel. 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