{"id":8239,"date":"2019-01-14T01:32:00","date_gmt":"2019-01-14T00:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=8239"},"modified":"2019-01-14T11:33:59","modified_gmt":"2019-01-14T10:33:59","slug":"bei-krebs-hilft-bewegungstherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/01\/14\/bei-krebs-hilft-bewegungstherapie\/","title":{"rendered":"Bei Krebs hilft Bewegungstherapie"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" alt=\"Gesundheit\" width=\"60\" height=\"56\" border=\"0\" \/>Regelm\u00e4\u00dfiger Sport senkt nicht nur das Risiko, an Krebs zu erkranken. K\u00f6rperliches Training kann auch die Therapie bei einer bestehenden Krebserkrankung unterst\u00fctzen. Je individualisierter, desto besser.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein internationales Forscher-Konsortium hat unter Beteiligung von Wissenschaftlern vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Nationalen Centrum f\u00fcr Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg herausgefunden: Patienten, die sich regelm\u00e4\u00dfig bewegen, f\u00fchlen sich nicht nur k\u00f6rperlich fitter und kr\u00e4ftiger, sie beurteilen auch ihre eigene Lebensqualit\u00e4t als besser und leiden seltener unter dem chronischen Ersch\u00f6pfungssyndrom Fatigue. Dabei scheinen jedoch bestimmte Patientengruppen mehr zu profitieren als andere.<\/p>\n<h2>Tumorerkrankungen behandeln<\/h2>\n<p>Dank moderner Therapiemethoden geht die Sterblichkeit durch Tumorerkrankungen immer weiter zur\u00fcck. W\u00e4hrend vor 1980 noch zwei Drittel der Krebspatienten ihrem Leiden erlag, kann heute mehr als die H\u00e4lfte dauerhaft geheilt werden. Mit dem Erfolg der Therapie gehen jedoch oft schwerwiegende Nebenwirkungen einher. Und auch nach abgeschlossener Behandlung leiden viele Betroffene unter k\u00f6rperlicher Schw\u00e4che, dem chronischen Ersch\u00f6pfungssyndrom Fatigue und letztlich unter einem Verlust an Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das muss jedoch kein unabwendbares Schicksal sein. Zahlreiche Studien aus den letzten Jahren legen nahe, dass moderate bis anstrengende Bewegung dazu geeignet ist, etwa die Nebenwirkungen einer Krebstherapie abzumildern und die Lebensqualit\u00e4t zu verbessern. Der einzelne Patient profitiert davon nicht nur durch ein verbessertes k\u00f6rperliches Wohlbefinden. \u201eDas kann dar\u00fcber entscheiden, ob beispielsweise eine Chemotherapie wie geplant durchgef\u00fchrt werden kann, und tr\u00e4gt somit indirekt auch zum Heilungserfolg bei\", erkl\u00e4rt Karen Steindorf, die am DKFZ und am Nationalen Centrum f\u00fcr Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg forscht.<\/p>\n<p>Allerdings: Der Effekt der Bewegungstherapie schwankt von Studie zu Studie zum Teil erheblich, da sich die untersuchten Zielgruppen ebenso wie die Art, Dauer und Intensit\u00e4t der Bewegungsprogramme deutlich unterscheiden.<\/p>\n<h2>Studie: Unterst\u00fctzt Sport treiben die Therapie?<\/h2>\n<p>Unter der Leitung von Laurien Buffart von der Freien Universit\u00e4t Amsterdam, hat das internationale Forschungskonsortium POLARIS (Predicting OptimaL cAncer RehabIlitation and Supportive care) daher den therapeutischen Nutzen von Sport bei Krebs genauer unter die Lupe genommen. Die Wissenschaftler f\u00fchrten die Daten von Patienten aus insgesamt 34 Studien zusammen. Ziel war herauszufinden, welchen Effekt Sport w\u00e4hrend und nach einer Krebstherapie auf das chronische Ersch\u00f6pfungssyndrom Fatigue, auf die k\u00f6rperliche Ausdauer, auf die Muskelkraft sowie auf die selbstberichtete k\u00f6rperliche Funktionsf\u00e4higkeit im Alltag und auf die Lebensqualit\u00e4t aus\u00fcbt.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: \u201eSport hilft, aber nicht bei allen gleicherma\u00dfen\", wie Steindorf zusammenfasst, die mit ihrem Team am DKFZ und am NCT Heidelberg mit zwei Studien zur Sporttherapie bei Brustkrebs am Konsortium beteiligt war. In Bezug auf Fatigue und die k\u00f6rperliche Funktionsf\u00e4higkeit im Alltag, etwa Koffertragen oder Treppensteigen, tat Sport besonders den Patienten gut, die in diesen Bereichen starke Probleme hatten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Krebspatientin beim Krafttraining\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/dpHsUUM.jpg\" alt=\"Krebspatientin beim Krafttraining\" \/><br \/>\nKrebspatientin beim Krafttraining,<br \/>\nQuelle: Medienzentrum des Universit\u00e4tsklinikums Heidelberg<\/p>\n<p>Hinsichtlich Muskelkraft und Lebensqualit\u00e4t profitierten alle Patienten von einem Training w\u00e4hrend der Krebstherapie, unabh\u00e4ngig von ihrem Ausgangslevel. Nach Abschluss der Krebstherapie schien ein moderates Krafttraining jedoch vor allem weniger sportliche Patienten zu kr\u00e4ftigen und zu einer besseren Lebensqualit\u00e4t zu verhelfen. Vermutlich ben\u00f6tigen Patienten, die bereits \u00fcber eine m\u00e4\u00dfige bis gute Fitness verf\u00fcgen, ein intensiveres Training. Dar\u00fcber hinaus zeigte sich, dass Patienten mit sehr niedriger Ausdauerleistungsf\u00e4higkeit weniger von einem Ausdauertraining w\u00e4hrend der Therapie profitieren als andere. M\u00f6glicherweise waren diese Patienten w\u00e4hrend der anstrengenden Krebstherapie mit dem Training \u00fcberfordert.<\/p>\n<p>\u201eGrunds\u00e4tzlich glauben wir fest daran, dass alle Krebspatienten von Ausdauer- und Krafttraining profitieren k\u00f6nnen\", sagt Steindorf. \u201eDaher w\u00fcrden wir allen Betroffenen zu mehr Bewegung raten, um ihr pers\u00f6nliches Wohlbefinden und ihre Lebensqualit\u00e4t zu verbessern.\" Die Erkenntnisse aus der Studie legen aber nahe, dass es sinnvoll sein kann, die Sporttherapie noch st\u00e4rker an den individuellen Voraussetzungen der einzelnen Patienten auszurichten, um die Effekte im Rahmen einer Krebstherapie noch effizienter ausnutzen zu k\u00f6nnen. \u201eUnser Ziel ist eine individualisierte Sporttherapie\", fasst die Wissenschaftlerin zusammen.<\/p>\n<p>Studie: Laurien M. Buffart, Maike G Sweegers, Anne M. May, Mai J. Chinapaw, Jonna K. Van Vulpen, Rob U. Newton, Daniel A. Galv\u00e3o, Neil K. Aaronson, Martijn M. Stuiver, Paul B. Jacobsen, Irma M. Verdonck-de Leeuw, Karen Steindorf, Melinda L. Irwin, Sandi Hayes, Kathleen A. Griffith, Alejandro Lucia, Fernando Herrero-Roman, Ilse Mesters, Ellen van Weert, Hans Knoop, Martine M Goedendorp, Nanette Mutrie, Amanda J. Daley, Alex McConnachie, Martin Bohus, Lene Thorsen, Karl-Heinz Schulz, Camille E Short, Erica L James, Ronald C Plotnikoff, Gill Arbane, Martina E. Schmidt, Karin Potthoff, Marc van Beurden, Hester S. Oldenburg, Gabe S. Sonke, Wim H. van Harten, Rachel Garrod, Kathryn H. Schmitz, Kerri M. Winters-Stone, Miranda J. Velthuis, Dennis R. Taaffe, Willem van Mechelen, Marie-Jos\u00e9 Kersten, Frans Nollet, Jennifer Wenzel, Joachim Wiskemann, Johannes Brug, Kerry S Courneya:<br \/>\nTargeting exercise interventions to patients with cancer in need: an individual patient data meta-analysis. Journal of the National Cancer Institute 2018, DOI: 10.1093\/jnci\/djy161<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.dkfz.de\/de\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Krebsforschungszentrum<\/a> (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die gr\u00f6\u00dfte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. \u00dcber 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren pr\u00e4ziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden k\u00f6nnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) kl\u00e4ren Betroffene, interessierte B\u00fcrger und Fachkreise \u00fcber die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum f\u00fcr Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ans\u00e4tze aus der Krebsforschung in die Klinik \u00fcbertragen werden. Im Deutschen Konsortium f\u00fcr Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren f\u00fcr Gesundheitsforschung, unterh\u00e4lt das DKFZ Translationszentren an sieben universit\u00e4ren Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkar\u00e4tigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-W\u00fcrttemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschesgesundheitsportal.de\/2018\/10\/30\/bewegungstherapie-bei-krebs-hilft-je-individualisierter-desto-besser\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsches Gesundheitsportal<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regelm\u00e4\u00dfiger Sport senkt nicht nur das Risiko, an Krebs zu erkranken. K\u00f6rperliches Training kann auch die Therapie bei einer bestehenden Krebserkrankung unterst\u00fctzen. 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