{"id":9199,"date":"2019-05-23T00:07:00","date_gmt":"2019-05-22T22:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=9199"},"modified":"2024-07-26T23:24:50","modified_gmt":"2024-07-26T21:24:50","slug":"yasuke-der-erste-schwarze-samurai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/05\/23\/yasuke-der-erste-schwarze-samurai\/","title":{"rendered":"Yasuke, der erste schwarze Samurai"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/gborn.files.wordpress.com\/2010\/02\/flagge11.jpg?w=500\" \/>Es ist eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Geschichte, die mir die Tage unter die Augen gekommen ist. Sie handelt von einem Afrikaner, der um 1600 in Japan als schwarzen Samurai bekannt wurde. Sein richtiger Name ist unbekannt, da er wohl als Kind verschleppt und als Sklave verkauft wurde. In Japan bekam er den Namen Yasuke und war ein Elitekrieger in den Diensten des Kriegsherrn Nobunaga Oda in Kyoto.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich wei\u00df gar nicht, wie ich vor einigen Tagen auf <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2019\/05\/19\/asia\/black-samurai-yasuke-africa-japan-intl\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen englischsprachigen Artikel<\/a> von CNN Hongkong gesto\u00dfen bin. Aber das Thema hat mich sofort fasziniert, da ich in jungen Jahren f\u00fcr einige Kurzaufenthalte in Japan weilte und die damaligen Erfahrungen in einem <a href=\"https:\/\/borncity.com\/japan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">eigenen Blog<\/a> niedergeschrieben habe.<\/p>\n<blockquote><p>Zum Hintergrund: Das Thema wird aktuell wohl hochgesp\u00fclt, weil ein Film mit dem Titel 'Yasuke, the First African Samurai' gedreht wird (siehe <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20190511095125\/https:\/\/www.denofgeek.com\/us\/movies\/chadwick-boseman\/280966\/chadwick-boseman-first-african-samurai-yasuke\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesen Artikel<\/a>). Der Film geht auf\u00a0 ein <a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/African-Samurai-Yasuke-Legendary-Warrior\/dp\/1335141022\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Buch<\/a> mit dem Titel \"African Samurai: The True Story of Yasuke, a Legendary Black Warrior in Feudal Japan.\" des Autors Thomas Lockley zur\u00fcck.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Die historische Person des Yasuke<\/h2>\n<p>Yasuke lebte vermutlich in den Jahren 1555 bis 1590 n. Chr. und war afrikanischer Herkunft. In (Seite nicht mehr erreichbar) hei\u00dft es, dass er in den 1530er oder 1540er Jahren auf der Insel Mosambi geboren worden sei. In den Jahren 1581 und 1582 diente er als unter dem japanischen Hegemon und Kriegsherrn Oda Nobunaga diente er als Elitekrieger (Samurai) unter dem japanischen Hegemon und Kriegsherrn Oda Nobunaga.<\/p>\n<p>(Quelle: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/_An0-cbZ60Q\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">YouTube<\/a>)<\/p>\n<h2>Abstimmung aus Westafrika<\/h2>\n<p>\u00dcber seine Abstammung ist wenig bekannt. Die englische <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Yasuke\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wikipedia schreibt<\/a>, dass er wohl aus Mosambik oder \u00c4thiopien stammte. Andere Quellen gebe den Sudan an. Der Name Yasuke k\u00f6nnte von Yasufe (ein in Mosambik popul\u00e4rer Name, der in der Bev\u00f6lkerungsgruppe der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Makua_(Volk)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Makhuwa<\/a> Ethnie, die im Norden Mosambiks und in Tansania lebt, popul\u00e4r ist) abgeleitet sein. Eine These von der Abstammung aus Mosambik geht auf den Umstand zur\u00fcck, dass erste Afrikaner im Jahr 1546 als Sklaven Japan erreichten.<\/p>\n<p>Als Kind wurde er wohl, laut Thomas Lockley, von arabischen oder indischen Sklavenh\u00e4ndlern gefangen genommen und verschleppt. Er arbeitete wahrscheinlich als Sklave und wurde zum Kindersoldaten ausgebildet, der in Gujarat und Goa in Indien k\u00e4mpfte. Sp\u00e4ter wurde er von Jesuitenmissionaren aus Portugal als Diener eingestellt. Damals war Goa ein wichtiges Handels-, Missionars- und Milit\u00e4rzentrum f\u00fcr die Portugiesen in Indien und eines der gr\u00f6\u00dften Zentren des afrikanischen Sklavenhandels. Und die Portugiesen waren in Mosambik aktiv, so dass viele der Afrikaner wohl portugiesische Sprachkenntnisse aufwiesen.<\/p>\n<h2>Die Zeit in Japan<\/h2>\n<p>Der Buchautor Thomas Lockley spekuliert, dass Yasuke den Jesuitenmissionar Alessandro Valignano traf. Dieser war der m\u00e4chtigste Missionare seiner Zeit in Asien. Jedenfalls machte ein Missionar Yasuk zu seinem Diener und Leibw\u00e4chter, denn er plante in Japan zu missionieren \u2013 kein leichtes Unterfangen. Valignano war vorher sechs Jahre lang von Rom aus \u00fcber L\u00e4nder wie Portugal, Mosambik, Indien, Malaya und Macau gereist, um Menschen zum Christentum zu bekehren.<\/p>\n<p>Der Missionar und sein Diener sowie das Gefolge kamen 1579 mit dem Schiff im Hafen von Kuchinotsu in Nagasaki, auf der s\u00fcdjapanischen Insel Kyushu, an. Auf der Insel Kyushu befindet sich der Sitz der Jesuitenmission in der kleinen Stadt Arima, nicht weit von Nagasaki entfernt, schreibt man in (Seite nicht mehr erreichbar). Damals waren schwarzh\u00e4utige Menschen eine Sensation in Japan und Japaner reisten hunderte Kilometer, um solche Menschen zu sehen.<\/p>\n<p>Bei der Ankunft in Japan war das Land in einen brutalen B\u00fcrgerkrieg verwickelt, der erst 1603 endete. In der als \"\u00c4ra der kriegf\u00fchrenden Staaten\" bekannten Zeit k\u00e4mpften Hunderte von lokalen Kriegsherren aus Miniaturstaaten im ganzen Land um die Macht.<\/p>\n<p>Der Afrikaner Yasuke war gro\u00df und nutzte seine milit\u00e4rische Erfahrung, um Risiken f\u00fcr die Jesuiten zu erkennen. Die Jesuiten schlossen Allianzen mit lokalen Kriegsherren, sagt Lockley. Der Afrikaner trainierte wohl andere Milizion\u00e4re und erlernte wahrscheinlich selbst neue Techniken, einschlie\u00dflich japanischer Kampfkunst und Schwertkunst. Am 8. M\u00e4rz 1581 verlassen Yasuke und Alessandro Valignano die Insel Kyushu und reisen nach Kyoto. Dort treffen sie den lokalen Kriegsherrn Oda Nobunaga.<\/p>\n<p>Oda hatte noch nie zuvor einen Afrikaner gesehen. Und wie die Einheimischen in Japans damaliger Hauptstadt Kyoto war er von der Gr\u00f6\u00dfe (1,90 m), K\u00f6rperbau und Hautfarbe des Afrikaners beeindruckt. Da der Afrikaner auch japanisch sprach, glaubte Oda, Yasuke sei entweder ein W\u00e4chterd\u00e4mon oder ein \"Daikokuten\", ein Gott des Wohlstands, der normalerweise durch schwarze Statuen in Tempeln dargestellt wird. Er versuchte, das Pigment von Yasukes Haut zu reiben, weil er glaubte, es sei schwarze Tinte. Es gibt wohl Darstellungen wo der Afrikaner gewaschen wird, um die schwarze Farbe abzubekommen. Sobald Oda \u00fcberzeugt war, dass Yasuke echt war, gab er ein Fest zu seinen Ehren.<\/p>\n<p>In einer Zeit, die von politischer Spionage, gnadenlosen Attentaten und Ninja-Angriffen gepr\u00e4gt war, wurde Yasuke, der als Kindersoldat ausgebildet wurde, als Gewinn angesehen. Als der Jesuitenmissionar Alessandro Valignano Japan verlassen muss, bittet Oda diesen, ihm den Afrikaner zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Der junge Afrikaner wird schnell in den Rang eines Samurai erhoben. Schlie\u00dflich wird er einer der Leibw\u00e4chter des Kriegsherrn. Zus\u00e4tzlich zu den zwei Schwertern, die er tragen darf, vertraute der Japaner ihm seinen eigenen Speer an. F\u00fcr den jungen Afrikaner wird der Traum seines Lebens wahr. Er ist der erste Ausl\u00e4nder, der die Attribute der ber\u00fchmten japanischen Ritter tr\u00e4gt. Niemand vor ihm, nicht einmal ein Europ\u00e4er, hatte diese Ehre! Ihm wird auch ein Haus und sogar die Adoptivtochter des Kriegsherrn als seine Ehefrau angeboten.<\/p>\n<p>Im Jahr 1582 zeichnete Yasuke sich w\u00e4hrend der Schlacht von Tenmokuzan gegen Takeda Katsuyori, einen anderen Kriegsherrn, aus. Im Juni 1582 griff Odas Samurai-General, Mitsuhide Akechi, die Residenz von Oda in Kyoto an. Der Angriff, der die so genannte Schlacht am Honno-ji-Tempel ausl\u00f6ste, beendete Odas Pl\u00e4ne zur Machtkonsolidierung in Japan. Der Kriegsherr Oda beging dann 'Sepukku', den traditionellen Selbstmord mit einem Kurzschwert, welches sich in die Eingeweide gesto\u00dfen wird. Meist schl\u00e4gt ein Begleiter dem Selbstm\u00f6rder dann den Kopf ab.<\/p>\n<p>Damit war Yasuke ein 'Ronin', d.h. ein Samurai ohne Herr. Laut Lockey verlieren sich dann die Spuren des Afrikaners. (Seite nicht mehr erreichbar) schreibt man, dass er gefangen genommen und mit den Jesuiten nach Indien zur\u00fcckgeschickt wurde. Spannende Geschichte \u2013 erinnert mich an die Serie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roots_(Fernsehserie)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Roots<\/a> aus dem Jahr 1977, die vom Sklaven <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kunta_Kinte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kunta Kinte<\/a> und sieben Generationen seiner Familie erz\u00e4hlt: Sie beginnt damit, dass er als 17-J\u00e4hriger aus seinem Dorf in Gambia verschleppt wird, um auf einem Sklavenmarkt in Nordamerika verkauft zu werden, und endet mehr als ein Jahrhundert sp\u00e4ter mit der Befreiung der Sklaven nach dem Ende des B\u00fcrgerkriegs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Geschichte, die mir die Tage unter die Augen gekommen ist. Sie handelt von einem Afrikaner, der um 1600 in Japan als schwarzen Samurai bekannt wurde. 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