{"id":9860,"date":"2019-08-17T00:50:00","date_gmt":"2019-08-16T22:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=9860"},"modified":"2019-08-15T19:54:58","modified_gmt":"2019-08-15T17:54:58","slug":"psa-tests-zur-prostatakrebs-frherkennung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/08\/17\/psa-tests-zur-prostatakrebs-frherkennung\/","title":{"rendered":"PSA-Tests zur Prostatakrebs-Fr&uuml;herkennung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" alt=\"Gesundheit\" width=\"60\" height=\"56\" align=\"left\" border=\"0\" \/>Wir M\u00e4nner k\u00f6nnen ja einen sogenannten PSA-Test zur Bestimmung des Prostata spezifischen Antigens durchf\u00fchren lassen. Das l\u00e4sst sich zur Prostatakrebs-Fr\u00fcherkennung verwenden. Der PSA-Test zur Krebsfr\u00fcherkennung ist aber umstritten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Der PSA-Test<\/h2>\n<p>Die Messung des prostataspezifischen Antigens (PSA) ist im Hinblick auf die Prostatakrebs-Fr\u00fcherkennung ein stark diskutiertes Thema. Auf der einen Seite ist der PSA-Test sehr sensitiv, was bedeutet, dass mit ihm der Prostatakrebs bereits erkannt werden kann, wenn sich dieser noch im Anfangsstadium befindet. Auf der anderen Seite ist er jedoch nicht sehr spezifisch. Das f\u00fchrt dazu, dass viele mit dem Verdacht auf Prostatakrebs konfrontiert werden, obwohl sie nicht erkrankt sind. Der PSA-Test liefert n\u00e4mlich nur einen ersten Verdacht auf Prostatakrebs.<\/p>\n<p>Die tats\u00e4chliche Diagnose wird mithilfe von Gewebeproben gestellt, die der Arzt dem Patienten bei Verdacht auf Prostatakrebs aus der Prostata entnimmt (Biopsie). Diese werden im Anschluss auf Krebszellen untersucht. Ein weiterer stark diskutierter Punkt bez\u00fcglich des PSA-Tests bei der Fr\u00fcherkennung ist, dass mit dem PSA-Test viele Prostatakrebse erkannt werden, die niemals Beschwerden verursacht h\u00e4tten. Wegen der genannten Nachteile ist der PSA-Test f\u00fcr die Krebsfr\u00fcherkennung umstritten.<\/p>\n<p>Ich selbst lasse den Test, nach Absprache mit meinem Hausarzt, zur Kontrolle alle zwei Jahre, im Rahmen einer Gesundheitsuntersuchung, durchf\u00fchren. Da es direkt mit dem Labor abgerechnet wird, verdient der Arzt nichts an dieser individuellen Gesundheitsleistung (IGEL). Aber wie steht es denn nun um den Nutzen und die Risiken des PSA-Tests?<\/p>\n<h2>Eine Studie untersucht Nutzen und Risiken<\/h2>\n<p>Wissenschaftler aus Davis (USA) wollten einen \u00dcberblick \u00fcber Nutzen und die Risiken die eine standardm\u00e4\u00dfige Anwendung des PSA-Tests zur Fr\u00fcherkennung von Prostatakrebs mit sich bringt, erstellen. In einer Studie haben sich Forscher mit dem Nutzen und den Risiken,\u00a0 Hierf\u00fcr sichteten die Wissenschaftler bereits ver\u00f6ffentlichte Studien zu dieser Thematik und fassten deren Ergebnisse zusammen.<\/p>\n<h2>Ergebnisse \u00e4lterer Studien zusammengefasst<\/h2>\n<p>Die Wissenschaftler suchten in internationalen Datenbanken nach englischsprachigen Studien, die sich mit der Prostatakrebs- Fr\u00fcherkennung besch\u00e4ftigt hatten. Dabei konzentrierten sie sich vor allen auf das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, auf Komplikationen bei der Gewebeprobeentnahme (Biopsie) und auf die sogenannte \u00dcberdiagnose (damit ist gemeint, dass Patienten mit einem Prostatakrebs konfrontiert werden, der niemals Beschwerden bereitet h\u00e4tte). Die Wissenschaftler fanden insgesamt 63 Studien mit insgesamt 1904950 Teilnehmern, die ihre Kriterien erf\u00fcllten. Sie fassten die Ergebnisse dieser Studien zusammen und bewerteten die Qualit\u00e4t der einzelnen Studien.<\/p>\n<h2>Uneinheitliche Daten bez\u00fcglich des Nutzens<\/h2>\n<p>Bei der Analyse der Daten stellten die Wissenschaftler fest, dass es widerspr\u00fcchliche Ergebnisse dazu gibt, ob die routinem\u00e4\u00dfige Verwendung des PSA-Tests das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, reduzieren kann oder nicht.<\/p>\n<ul>\n<li>In einer US-amerikanischen Studie (mit 76683 Teilnehmern) und einer Studie aus England (mit 408825 Teilnehmern) konnte ein positiver Effekt des PSA-Tests auf das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, nicht best\u00e4tigt werden. Es ist jedoch anzumerken, dass diese Studien nicht unwesentliche M\u00e4ngel aufwiesen.<\/li>\n<li>Zu einem anderen Ergebnis kam eine europ\u00e4ische Studie (mit 162243 Teilnehmern). In dieser Studie konnten die Forscher zeigen, dass das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, um 21 % reduziert werden k\u00f6nnte, wenn der PSA-Test standardm\u00e4\u00dfig zur Fr\u00fcherkennung angewandt werden w\u00fcrde. Laut ihrer Berechnungen w\u00fcrde durch den PSA-Test j\u00e4hrlich einer von 10.000 M\u00e4nnern vor einem Tod aufgrund von Prostatakrebs bewahrt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Allerdings: Viele der durch den PSA-Test entdeckten Prostatakrebse h\u00e4tten keine Beschwerden verursacht.<\/p>\n<h2>Zu den Risiken des PSA-Tests<\/h2>\n<p>Der PSA-Test selbst hat eigentlich keine Risiken, es wird nur ein wenig Blut gebraucht. Allerdings tritt ein Problem auf, wenn der PSA-Test einen Anstieg des prostataspezifischen Antigens (PSA) anzeigt. Dann obliegt es dem Arzt zu entscheiden, wie man weiter vorgeht. Wird eine Biopsie zur Abkl\u00e4rung des Krebsverdachts durchgef\u00fchrt, liegen nat\u00fcrlich Risiken auf der Hand. Bei drei Patientengruppen (insgesamt 15136 Patienten) wurde untersucht, wie h\u00e4ufig es bei der Entnahme von Gewebeproben zu Komplikationen kam, die aufgrund von erh\u00f6hten PSA-Werten durchgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei 0,5 % bis 1,6 % der Patienten Komplikationen auftraten, die einen Krankenhausaufenthalt n\u00f6tig machten.<\/li>\n<li>Zudem wurde gesch\u00e4tzt, dass 20,7 % bis 50,4 % der durch den PSA-Test entdeckten Prostatakrebse nie Beschwerden bereitet oder das Leben der Patienten bedroht h\u00e4tten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Autoren der Studie sehen dies vor allem deswegen kritisch, weil eine Behandlung des Prostatakrebses durch Operation oder Bestrahlung, welche nach der Diagnose h\u00e4ufig durchgef\u00fchrt werden, mit Komplikationen wie Harninkontinenz und Erektionsst\u00f6rungen verbunden sein k\u00f6nnen. Somit kann es durchaus sein, dass ein Patient unter den Folgen einer Therapie leidet, die eigentlich nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<h2>Das Fazit der Studie<\/h2>\n<p>Wenn der PSA-Test standardm\u00e4\u00dfig zur Prostatakrebs-Fr\u00fcherkennung eingesetzt werden w\u00fcrde, k\u00f6nnten somit vermutlich Todesf\u00e4lle aufgrund von Prostatakrebs verhindert werden. Diesem Umstand stehen jedoch Komplikationen bei der Biopsie, die im Anschluss an einem PSA-Test durchgef\u00fchrt wird, und die Konfrontation (oder gar die Behandlungen) mit einem Prostatakrebs, der weder die Lebensdauer noch die Lebensqualit\u00e4t beeinflusst h\u00e4tte, gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Es muss somit abgewogen werden, ob der Nutzen tats\u00e4chlich die Risiken \u00fcberwiegt. Denn nur dann ist es sinnvoll, den PSA-Test standardm\u00e4\u00dfig zur Krebsfr\u00fcherkennung anzuwenden. Weitere Studien, die den Nutzen des PSA-Test zur Krebsfr\u00fcherkennung belegen oder widerlegen, w\u00e4ren somit w\u00fcnschenswert, um bei dieser Debatte einen Schritt weiter zu kommen.<\/p>\n<p>\u00a9 Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal.de<\/p>\n<p><b>Referenzen:<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>Fenton JJ, Weyrich MS, Durbin S, Liu Y, Bang H, Melnikow J. Prostate-Specific Antigen-Based Screening for Prostate Cancer: Evidence Report and Systematic Review for the US Preventive Services Task Force. JAMA. 2018 May 8;319(18):1914-1931. doi: 10.1001\/jama.2018.3712.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir M\u00e4nner k\u00f6nnen ja einen sogenannten PSA-Test zur Bestimmung des Prostata spezifischen Antigens durchf\u00fchren lassen. Das l\u00e4sst sich zur Prostatakrebs-Fr\u00fcherkennung verwenden. Der PSA-Test zur Krebsfr\u00fcherkennung ist aber umstritten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[83],"class_list":["post-9860","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheit","tag-gesundheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9860"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9860\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}