Landwirtschaft: Ackerrandstreifen können Pestizid-Einsatz senken

Auf Getreidefeldern sieht man gelegentlich mit Blumenmischungen angesäte Ackerrandstreifen. Diese sind nicht nur hübsch anzusehen, wenn die Blumenmischungen blühen. Ackerrandstreifen können auch den Einsatz von Pestiziden senken, wie Schweizer Wissenschaftler herausgefunden haben.

Hier im Blog hatte ich 2020 schon mal in einer Artikelreihe, siehe Foto-Projekt: Blühender Ackerrandstreifen – Teil I, die Entwicklung eines Ackerrandstreifens über mehrere Wochen fotografisch dokumentiert.

Blühender Ackerrandstreifen: Phazelia, Kornblume, Phazelia
(Blühender Ackerrandstreifen: Phazelia, Kornblume, Klatschmohn)

Aber das Ganze ist nicht nur schön anzusehen. Kürzlich bin ich über nachfolgenden Tweet auf eine interessante Erkenntnis gestoßen. Es heißt dort: "Landwirte haben erkannt, dass ein Blumenstreifen das günstigste Pflanzenschutzmittel ist, und Wissenschaftler haben dies bestätigt."

Schweizer Forscher legten auf 10 Winterweizenfeldern Ackerrandstreifen mit Blumen an und verglichen diese mit 15 Feldern ohne diese Blumenrandstreifen. Das Ergebnis war frappierend:

  • Die Zahl der Larven des Getreideblattkäfers sank um 40 %.
  • Die Zahl der ausgewachsenen Käfer der zweiten Generation ging um 53 % zurück.
  • Die Schäden am Weizen sanken um 61 %.

Dadurch sank der Schädlingsbefall unter die Schwelle, ab der sich der Einsatz von Pestiziden überhaupt noch lohnt. Eine Folgestudie zu mehrjährigen Blumenstreifen ergab einen Rückgang der Käferlarven um 66 % und einen Ertragsanstieg von 10 % beim Weizen daneben.

Der Haken daran ist, dass dies nur funktioniert, wenn die Streifen gezielt dafür angelegt werden. Bei diesen Schweizer Versuchen wurden bestimmte Pflanzen verwendet, die als Nahrung für bestimmte Raubinsekten ausgewählt wurden: Kornblume, Koriander, Buchweizen, Mohn. Eine allgemeine Wildblumenmischung am Feldrand erfüllt diesen Zweck nicht zuverlässig.

Das gleiche Prinzip lässt sich auf den Garten übertragen. Pflanzen Sie einen Streifen aus Schafgarbe, Dill, Fenchel oder Bergminze mitten durch Ihre Gemüsebeete, nicht nur am Rand, heißt es in obigem Tweet.

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