Mysteriöse Sabu-Scheibe als Grabfund in Ägypten

Im Jahr 1936 wurde von dem britischen Archäologen Walter Bryan Emery eine sehr seltsame "Scheibe" im Grab des ägyptischen Beamten Sabu in Saqqara entdeckt. Seitdem rätselt die Wissenschaft über die sogenannte Sabu-Scheibe und deren Zweck.

Ich bin vor einiger Zeit auf X über einen Tweet (wie nachfolgend gezeigt) erneut auf dieses Mysterium gestoßen (was mir schon mal vor Jahren irgendwo untergekommen war).

Sabu-Scheibe

Der im Englischen als Schist Disk bezeichnete Gegenstand ist in Deutschland als Sabu-Scheibe bekannt. Bei der Entdeckung des Grabs, was bereits durch Grabräuber geöffnet war, fand man die zerbrochene Sabu-Scheibe vor. Obiges Foto zeigt eine Rekonstruktion dieser Scheibe.

Gefertigt war der Gegenstand aus Siltstein (eine Art Schiefer) und hat die Form einer flachen Schüssel mit einem Durchmesser von 61 Zentimetern und einer maximalen Höhe von 10,6 Zentimetern. In der Mitte weist die Scheibe eine Bohrung mit einem Durchmesser von etwa 8 Zentimetern auf, die mit einer Fassung versehen ist, deren Höhe ungefähr der Tiefe der Schüssel entspricht. Vom leicht hochgezogenen äußeren Rand sind drei „Flügel" oder „Loben" rotationssymmetrisch nach innen, zur zentralen Bohrung hin, umgeschlagen. Der äußere Rand an den "umgeschlagenen Stellen" ist in Form schmaler Bögen erhalten geblieben.

Bis heute ist der Zweck des Gegenstands unklar. Der Entdecker, Walter Bryan Emery, deutete das Artefakt aufgrund der zentralen Bohrung vorsichtig als ein Gefäß, das auf einen Ständer gesteckt wurde. Aus der 1. bis 3. Dynastie Ägyptens sind aber Funde großer, flacher, steinerner Schalen aus Schiefer generell keine Seltenheit. In dieser Epoche des Alten Ägypten erreichte die Herstellung von Steinobjekten laut Wikipedia generell einen Höhepunkt. In den Gräbern von Sakkara kamen mehrere qualitativ äußerst hochwertige Schieferobjekte mit ähnlicher Entstehungszeit ans Tageslicht. Allerdings gilt die Sabu-Scheibe auf Grund der auffälligen Gestaltung als einzigartiges Stück in der Ägyptologie.

Es wurde vermutet, dass die Sabu-Scheibe eine Nachahmung eines metallenen Gegenstands in Schiefer sein könnte. Was aber deren Funktion nicht erklärt. In Kreisen der Prä-Astronautik wurde argumentiert, dass die ägyptischen Handwerker irgend eine technische Einrichtung einer anderen Zivilisation in Schiefer nachgeahmt hätten. Archäologen bezeichneten die Scheibe aber als "Öllampe".

Im Forschungszentrum der Firma Airbus wurden mit Hilfe eines 3D-Druckers Kopien der "Sabu-Scheibe" angefertigt und die physikalischen Eigenschaften der Form untersucht. Grundsätzlich zeigten die Kopien aerodynamische Eigenschaften, weshalb sie auch als Wurfscheibe dienen konnten. Aufgrund ihrer Radialsymmetrie ist eine Verwendung als Propeller oder Turbine jedoch ausgeschlossen. Es konnte zudem gezeigt werden, dass die Verwendung der "Sabu-Scheibe" als Öllampe möglich war. Aber das Rätsel, was hinter der Scheibe steckt, ist bisher ungelöst.

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