Warnung vor unerbetenen Sendungen mit Samen aus China im Briefkasten

Stop - PixabayGestern ist mir eine Warnung der Behörden zugegangen, die vor unbestellten Briefen oder Warensendungen im Briefkasten warnt. Die Sendungen stammen aus China (oder Asien) und enthalten scheinbar Samen. Dieses unbestellte Saatgut sollte keinesfalls im Garten oder in der Natur ausgesät werden. Vielmehr  soll die Sendung im Hausmüll, nicht jedoch im Kompost oder in der Bio-Tonne entsorgt werden. Die Samen könnten Krankheiten oder invasive Pflanzenarten verbreiten.

Die Hessenschau hat zum 3. September 2025 diesen Beitrag dazu veröffentlicht. Der Hintergrund ist, dass bei Kontrollen am Frankfurter Flughafen Zehntausende Päckchen mit Saatgut aus Asien (China) aus dem Verkehr gezogen wurden. Das Seltsame: die meisten der angegebenen Empfänger hatten keinen Samen bestellt.

Im Jahr 2025 wurden bereits 65.000 Sendungen mit Saatgut aus China ohne notwendige Papiere entdeckt. Diese Sendungen gehen dann, wegen fehlender Pflanzengesundheitszeugnisse, an den Absender zurück. Auffällig sei die Häufung der Sendungen in 2025. Oft fielen die Päckchen dadurch auf, dass fälschlicherweise etwa "Ohrschmuck" oder "Grußkarten" als Inhalt angegeben war, heißt es vom Julius Kühn-Institut (JKI) und den zuständigen Landespflanzenschutzdiensten.

"Von solchem unbekannten Saatgut geht eine Gefahr für unsere Natur, das urbane Grün mit Gärten und Parks und sogar die Landwirtschaft aus", wird Bernhard Schäfer vom Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen im HR zitiert. "Denn es kann sich dabei um invasive Arten handeln, die sich unkontrolliert ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen." Das Saatgut könne auch von Krankheiten und Schädlingen befallen sein.

Die zuständigen Behörden empfehlen dringend, unbestellte Samen nicht auszusäen, sondern im Hausmüll zu entsorgen. Auf keinen Fall soll man diese Samen in den Kompost  geben oder in der Biotonne entsorgen.

Aktuell ist unklar, was genau hinter der Masche steckt. Im Jahr 2020 hatte es schon einmal gehäuft solche Sendungen gegeben. Damals wurden mehr als 126.000 Sendungen gestoppt. Möglicherweise handelt es sich um "Brushing Scam", um höhere Verkaufszahlen zu signalisieren oder Nutzerbewertungen zu erhalten (Saatgut ist leicht und günstig, um als Briefsendung verschickt zu werden).

Ein weiteres mögliches Szenario sei, dass Eintrittspunkte in die EU getestet würden, um Stellen zu finden, an denen nicht einfuhrfähige Sendungen leichter durchkämen, zitiert die Hessenschau das Regierungspräsidium Gießen. Nach Angaben der Bundesbehörden sind auch in anderen EU-Ländern ähnliche Fälle bekannt.

Generell wird vor Bestellungen von Saatgut aus Asien gewarnt, da dieses ohne Gesundheitszeugnis nicht eingeführt werden darf. Auch mit korrekten Papieren ist die Gefahr, invasive Arten einzuführen, gegeben. Der japanische Knöterich, das Himalaja-Spring-Kraut, der Japan-Käfer, alles Insekten und Pflanzen, die uns hier Probleme bereiten.

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