Die EU-Kommission hegte Pläne, dass Autos, die älter als 10 Jahre sind, jährlich zum TÜV vorgeführt werden müssen. Begründet wurde dies mit steigenden technischen Mängeln. Automobil-Clubs widerlegten diese Behauptung. Nun ist dieser Vorschlag der EU-Kommission – bei dem es unter dem Tisch um Abzocke der PKW-Besitzer und -Besitzerinnen geht, vorerst vom Tisch.
Die Pläne der EU zum jährliche TÜV
Neue PKWs müssen nach dem Kauf nach drei Jahren erstmals zur Hauptuntersuchung (HU), volkstümlich auch Tüv genannt. Danach ist alle zwei Jahre eine neuen HU notwendig.
Bereits Ende Dezember 2024 gab es Forderungen des TÜV Süd, dass Fahrzeuge ab dem Alter von 10 Jahren jedes Jahr zur Hauptuntersuchung müssen. Begründet wurde dies mit "technischen Mängeln", ich hatte im Beitrag Alt-PKWs über 10 Jahre demnächst jährlich zum Tüv? berichtet. Für mich stand der Verdacht auf "Abzocke" im Raum.
Denn was kam jemand: 2018 hat das EU-Parlament laut diesem Artikel beschlossen, dass Neufahrzeuge erstmals nach vier Jahren nach Erstzulassung zur Hauptuntersuchung müssen. Hat in Deutschland aber keine Relevanz, da hier die strengere Regel mit den drei Jahren bis zur Erstuntersuchung beibehalten wurde. Der ADAC hat hier die Fristen für die Hauptuntersuchen für Fahrzeuge aufgeschlüsselt.
Die jahrelange Lobby-Arbeit von Verbänden hatte dann wohl gefruchtet. Im April 2025 wurde bekannt geworden, dass die EU-Kommission will, dass Autos, die älter als 10 Jahre sind, jährlich zum TÜV vorgeführt werden müssen. Ich hatte im Beitrag EU-Kommission will für Alt-PKWs über 10 Jahre jährlichen TÜV berichtet. Löste eine Sturm der Entrüstung aus.
Der Jahres-TÜV ist (wahrscheinlich) vom Tisch
Jetzt wurde die Woche bekannt, dass die Pläne der EU-Kommission absehbar keine Mehrheit in den EU-Ländern bekommen. Auto Motor Sport berichtete in diesem Artikel über die neue Entwicklung. Auch der ADAC hat das Thema in diesem Artikel aufgegriffen.
Die Pläne der EU-Kommission sind das Eine, ob diese in EU-Verordnungen und dann in nationale Gesetze umgesetzt werden, das Andere. Den Plänen der EU-Kommission muss der sogenannte Länderrat zustimmen. Das ist das Gremium der EU-Länder, und dieses hat den Plänen eine Absage erteilt – es gibt schlicht keine Mehrheit unter den EU-Ländern, die für diese EU-Kommissionspläne sind. Speziell Deutschland und das Verkehrsministerium sind strikt gegen diese Pläne.
Der ADAC schrieb in diesem Artikel, dass am Donnerstag, den 4. Dezember 2025, sich der Rat der EU gegen diese Neuerung ausgesprochen habe. Zur Begründung der Absage führten die Verkehrsminister zusätzliche Kosten für Autofahrer an. Der ADAC schreibt: Allerdings können Millionen Autofahrende trotzdem noch nicht aufatmen. Die Positionierung des EU-Parlaments und die Trilog-Verhandlungen finden erst im Frühjahr statt.
Nun ja, zumindest einen Durchmarsch gibt es noch nicht. Das Thema erinnert mich daran, Montag bei der Werkstatt anzurufen, um einen Termin für meine Jahres-Inspektionen zu vereinbaren. Das Auto wird 10 Jahre alt, und soll noch einige Jahre fit bleiben. Und ich möchte mit die Mobilitätsgarantie des Herstellers erhalten, die es bei jeder Jahresinspektion für weitere 12 Monate gibt. War schon mal Gold wert für mich, als ich mit Plattfuß auf der Autobahn liegen bliebt (ADAC-Abschleppdienst und 3 Tage Leihwagen wurden übernommen).
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Sie versuchen es immer wieder – aber es gibt kein Zahlenmaterial, welches das stützt.
Zum Glück haben alte Autos inzwischen eine Lobby, so dass gewissen Interessengruppen die Gäule nicht vollkommen durchgehen können.
Was die Sicherheit angeht ("aber so ein altes Auto ist doch allgemein so unsicher"), stelle ich immer die Frage, warum ich dann so lächerlich wenig Verscherung bezahle (btw. mit Schutzbrief), wenn mein Auto doch ohne all diese Systeme eine Gefahr für mich und die Allgemeinheit darstellt. Versicherungen sind rein kapitalistisch-rational am rechnen, die Beiträge basieren auf statistischen Daten. Mit den alten Kisten passiert offenbar nicht viel, weil ihre Fahrer die Grenzen ihrer Fahrzeuge kennen und sie entsprechend umsichtig bewegen. Außerdem sind Schäden bei kleineren Zwischenfällen günstiger zu reparieren.
Ebenso sieht es mit der Wartung aus: Wer sein Auto langfristig erhalten will, kümmert sich darum.