"Blaue Explosionen": Wenn Sterne von Schwarzen Löchern zerstört werden

Astronomen sind einem kuriosen Phänomen im Weltall auf die Spur gekommen: Es gab immer wieder "Blaue Lichtblitze" in fernen Galaxien. Nun ist der Grund wohl klar: Da wurden ganze Sterne von einem Schwarzen Loch verschluckt.

Es war eine merkwürdige Beobachtung von Astronomen: Diese beobachteten in der Vergangenheit massive blaue Strahlungsausbrüche in fernen Galaxien. Nachfolgendes Foto kombiniert zwei Fotos, die solche Ausbrüche dokumentieren.

Blauer Strahlungsausbruch
Blaue Strahlungsausbrüche; Quelle: Harvard und Berkly

Das obige Bild zeigt zusammengesetzte Röntgen- und optische Daten eines sogenannten leuchtenden schnellen blauen optischen Transienten (LFBOT) namens AT 2024wpp. LFBOTs sind eine Klasse von Objekten, die helle Blitze von blauem und ultraviolettem Licht erzeugen, die allmählich verblassen und schwache Röntgen- und Radiosignale hinterlassen.

LFBOTs haben ihren Namen, weil sie hell sind – sie sind über Entfernungen von Hunderten von Millionen bis Milliarden von Lichtjahren sichtbar – und bestehen nur wenige Tage lang. Dabei erzeugen sie hochenergetisches Licht, das vom blauen Ende des optischen Spektrums über Ultraviolett bis hin zu Röntgenstrahlen reicht. Das erste dieser Ereignisse wurde 2014 beobachtet, aber das erste mit ausreichenden Daten für eine Analyse wurde 2018 aufgezeichnet und gemäß der Standard-Namenskonvention AT 2018cow genannt.

Der neueste LFBOT mit dem Namen AT 2024wpp wird in zwei Artikeln analysiert, die kürzlich von The Astrophysical Journal Letters angenommen wurden. Nayana A.J., Postdoktorandin an der UC Berkeley, ist Erstautorin einer Analyse der Röntgen- und Radioemissionen von AT 2024wpp, während Natalie LeBaron, Doktorandin an der Berkeley, Erstautorin einer Analyse der optischen, ultravioletten und nahinfraroten Emissionen ist. Margutti ist Seniorautor beider Artikel. Berkly und Havard haben Mitte Dezember 2025 entsprechende Meldungen veröffentlicht.

Die Röntgendaten des Chandra-Röntgenobservatoriums der NASA zeigen AT 2024wpp (in obigem Bild) als blauen Punkt innerhalb seiner Heimatgalaxie, die in den optischen Daten der Legacy Survey (rot und weiß) zu sehen ist. Als hellster jemals beobachteter LFBOT ist AT 2024wpp trotz seiner Entfernung von etwa 1,1 Milliarden Lichtjahren von der Erde leicht zu erkennen.

Astronomen beobachteten dieses rätselhafteste kosmische Phänomenen in den letzten Jahrzehnten, weil es kurze und sehr helle Blitze aus blauem und ultraviolettem Licht gab, die allmählich verblassen und schwache Röntgen- und Radiostrahlung hinterlassen. Bislang wurden etwas mehr als ein Dutzend dieser Blitze entdeckt, schreiben Harvard und Berkly. Astronomen diskutierten, ob diese blauen Blitze durch eine ungewöhnliche Art von Supernova oder durch interstellares Gas entstehen, das in ein Schwarzes Loch fällt.

Nun kam ein Team von Astronomen unter der Leitung von Forschern der University of California, Berkeley, zu dem Schluss, dass diese sogenannten leuchtenden schnellen blauen optischen Transienten (LFBOTs) durch ein Schwarzes Loch mit bis zu 100-facher Masse unserer Sonne seinen massereichen Begleitstern innerhalb weniger Tage vollständig zerreißt.

Zwar ist bekannt, dass Schwarze Löcher mit mehr als 100 Sonnenmassen existieren, da ihre Verschmelzungen durch Gravitationswellenexperimente wie das Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory (LIGO) nachgewiesen wurden. Aber diese Objekte wurden noch nie direkt beobachtet. Und wie sie zu dieser Größe heranwachsen, ist nach wie vor ein Rätsel. Die Untersuchung des obigen Ereignisses und ähnlicher Ereignisse könnte Aufschluss über die stellare Umgebung geben, in der sich große Schwarze Löcher neben einem massereichen stellaren Begleiter entwickeln. Neben den Mitteilungen von Harvard und Berkly (englisch) ist mir dieser deutschsprachige Artikel zum Thema untergekommen.

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2 Antworten zu "Blaue Explosionen": Wenn Sterne von Schwarzen Löchern zerstört werden

  1. Barchfeld sagt:

    Moin,
    zum Objekt
    ApJ:
    *https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ae00c0/pdf
    *https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ae0b4d/pdf
    *https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ae2910/pdf

    GB: Hab alle drei Links durch einen * vor dem https deaktiviert – der iopscience.io.org-Server schaltet eine Captcha-Anfrage vor jeden Abruf, was mir kaputte Links und den Besuchern Stress bereitet – ich war binnen 10 Sekunden nicht in der Lage, irgend einen der Links in ein Dokument aufzulösen. Damit macht die Verlinkung hier im Blog keinen Sinn.

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