Es ist ein Ereignis, an das ich mich noch sehr gut erinnern kann und was sich die Woche vor 40 Jahren ereignete. Am 28. Januar 1986 explodierte das US Space-Shuttle 73 Sekunden nach dem Start, wobei die gesamte Besatzung umkam.
Das Space Shuttle Challenger (englisch für Herausforderer) war eine Raumfähre der NASA, die zwischen April 1983 und Januar 1986 zehn Raumflüge absolvierte. Am 28. Januar 1986, 73 Sekunden nach dem Start der Mission STS-51-L, explodierte die Raumfähre in etwa 15 Kilometer Höhe. Dabei starben alle sieben Astronauten, und das Ereignis ging als Challenger-Katastrophe in die Geschichtsbücher ein.
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Challenger Katastrophe; Quelle: Wikimedia
Als Grund für die Explosion förderte eine Untersuchung später zutage, dass einer oder mehrerer Dichtungsringe in einer der seitlichen Feststoffraketen versagt hatten. Da es am Morgen des Starts besonders kühl war, wurden die Dichtungsringe (O-Ringe) in den Feststoffraketen undicht. So konnten heiße Gase der Feststoffrakete in einer Stichflamme austreten und so die Halterung zur Befestigung am Treibstofftank komplett durchbrennen.
Daraufhin löste sich die Feststoffrakete von dem Haupttank und flog in die obere Spitze des Haupttanks. Darauf folgte die Explosion. Dies war der bis dahin schwerste Unfall in der Raumfahrtgeschichte der USA. Die Untersuchung legte auch schonungslos ein Führungsversagen bei der US-Raumfahrtbehörde NASA offen. Ein Ingenieur, der für die Raketen verantwortlich war, hatte vor dem Start eindringlich gewarnt und vergeblich auf das Risiko eines Schadens durch die zu tiefen Temperaturen hingewiesen. heise hat in diesem Artikel die Ereignisse nachgezeichnet. Ich selbst erinnere mich noch an den Schock, den dieser Unfall bei mir hinterlassen hat.
Am Samstag, dem 1. Februar 2003, zerbrach die Raumfähre Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über Texas und Louisiana, wobei alle sieben Astronauten an Bord ums Leben kamen. Auch hier war es die Technik: Hitzschutzkacheln, die beim Start beschädigt wurden und zum Absturz führten. In der Folge wurde das Space Shuttle-Programm der NASA in den Folgejahren eingestellt.


Ich erinnere mich so gut. Ich habe die Starts der Shuttles immer gerne geschaut und ich weiß noch, daß ich hier mitten rein geschaltet hatte – und somit nicht wußte, ob der Flug bemannt war – und als sie explodierte, war mein erster Gedanke: hoffentlich war niemand an Bord… Und dann hörte ich den Sprecher, der auf Christa McAuliffe hinwies und die Kamera schwenkte in Richtung ihrer Eltern und man konnte auf deren Gesichtern ablesen, wie ihnen klar wurde, was geschehen war… Gräßlich!
Und Jahre später habe ich gelesen, daß die Astronauten ALLES noch mitkriegten – bis das Cockpitteil mit 330 km/h auf dem Meer aufschlug. Erst da war es vorbei und die 2.45 Minuten müssen eine verdammt lange Zeit für die Betroffenen gewesen sein…
Es ist eine ziemliche Ironie, daß 2003 am 1. Februar (also zwei Tage später)die Columbia explodierte und wieder Astronauten mit in den Tod riß.
Die Dichtungsringe (Challenger) und die Kacheln (Columbia und andere) waren eigentlich bekannte Probleme. Man hätte es verhindern können…
Bin jetzt etwas geschockt: War 40 Jahre lang im Glauben, dass die Explosion alles schnell beendet hatte für die Astronauten. Das Untersuchungsergebnis war irgendwie komplett an mir vorbeigegangen, dass sie die 3 Minuten bis zum Aufprall noch bewusst gelebt hatten…
Geht mir auch so. Ich war ja damals noch recht jung, gerade der Grundschule entwachsen, aber daran habe ich noch Erinnerungen, u.a. auch daran, dass die Lehrerin Christa McAuliffe mitflog und Unterricht aus dem Weltraum erteilen sollte. Ich hatte auch immer gedacht, die Besatzung sei in Sekundenbruchteilen tot gewesen.
Es gibt ein sehr interessantes Buch von Richard Feynman (Titel: Kümmert Sie, was andere Leute denken?), der damals in der Untersuchungskommission zum Unglück mitgearbeitet hat.
Berühmt auch sein O-Ring Test vor der Kommission, der bewies das der O-Ring ab einer bestimmten Temperatur nie mehr in seine Ausgangsposition zurückkehrt.
Eine sehr lesenswerte Lektüre für alle die sich für die Hintergründe dieser tragischen Katastrophe interessieren.