Forscher finden zahlreiche neue Objekte in Hubble-Aufnahmen

Forschern ist es gelungen, mit Hilfe künstliche Intelligenz zahlreiche neue, bisher unbekannte Objekte im Weltall auf alten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble zu entdecken.

Forscher nützen künstliche Intelligenz, um Himmelsaufnahmen des Weltraumteleskops Hubble nach bisher unbekannten Objekten zu untersuchen. Anders ist die riesige Datenmenge einfach nicht zu beherrschen.

Neue Objekte im Weltraum

Problem ist, wenn diese KI-Software "den falschen Blick" hat und so zahlreihe Objekte auf den Fotos einfach "übersieht". Forscher haben jetzt neue KI-Modelle genutzt, um astrophysikalische Anomalien im Hubble-Archiv aufzudecken. Dieses KI-Tool identifizierte in nur 2,5 Tagen mehr als 1.300 anomale Objekte, von denen mehr als 800 noch nie in der wissenschaftlichen Literatur dokumentiert worden waren, schreibt die NASA in diesem Artikel.

  • Die meisten auf den Fotos neu entdeckten Anomalien waren Galaxien, die sich in einem Verschmelzungs- oder Wechselwirkungsprozess befanden und ungewöhnliche Morphologien oder langgestreckte Ströme aus Sternen und Gas aufwiesen.
  • Andere waren Gravitationslinsen, bei denen die Schwerkraft einer Vordergrundgalaxie die Raumzeit verzerrt und das Licht einer Hintergrundgalaxie zu Bögen oder Ringen ablenkt.
  • Weitere Entdeckungen waren Galaxien mit massiven sternbildenden Klumpen, quallenähnliche Galaxien mit gasförmigen „Tentakeln" und kantige, hamburgerähnliche Scheiben in unserer eigenen Galaxie, in denen sich Planeten bilden.

Bemerkenswert ist, dass mehrere Dutzend Objekte sich bestehenden Klassifizierungsschemata völlig entzogen, schreibt die NASA.

Die Identifizierung einer so vielfältigen Reihe seltener Objekte innerhalb des riesigen und wachsenden Archivs von Hubble- und anderen Teleskopdaten stellt eine gewaltige Herausforderung dar. Nie zuvor in der Geschichte der Astronomie stand eine solche Menge an Beobachtungsdaten für die Analyse zur Verfügung.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, entwickelten die Forscher David O'Ryan und Pablo Gómez von der ESA (Europäische Weltraumorganisation) ein KI-Tool, das in der Lage ist, Millionen von astronomischen Bildern in einem Bruchteil der Zeit zu untersuchen, die menschliche Experten dafür benötigen würden. Ihr neuronales Netzwerk namens AnomalyMatch wurde darauf trainiert, seltene und ungewöhnliche Objekte zu erkennen, indem es Muster in Daten erkennt – ähnlich wie das menschliche Gehirn visuelle Informationen verarbeitet.

Die Kollegen von Golem haben hier einen Artikel darüber in deutscher Sprache verfasst. Vor einigen Tagen kam mir eine weitere Meldung (z.B. hier) unter. Ein 17 jähriger Schüler aus den USA hat sich hingesetzt und ebenfalls eine KI trainiert, um Sterne in alten Aufnahmen des NEOWISE-Weltraumteleskops zu finden. Er hat 1,5 Millionen bislang unbekannte Objekte im Weltall mit der neuen Software identifiziert und es mit seiner Entdeckung in ein wissenschaftliches Fachblatt geschafft.

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