Alle Wege führen nach Rom; wirklich?

Heute noch ein kleiner Artikel aus der Rubrik "unnützes Wissen". Jemand hat mal untersucht, ob der Spruch "Alle Wege führen nach Rom" wirklich stimmt. Das Ergebnis einer Datenanalyse: Wer den Spruch verwendet, lügt.

Es gibt das Sprichwort "Alle Wege führen nach Rom". Es steht für die übertragene Aussage, dass man über verschiedene Wege ans Ziel kommen kann. Die Wurzeln der Aussage sind nicht so ganz klar. Manche Leute vermuten, dass die Grundlage für den Ausspruch das Milliarium Aureum und der Straßenbau der Römer gewesen sein könnte.

Der Hintergrund: Die Römer ließen unter Kaiser Augustus zahlreiche Straßen quer durch ihr Reich anlegen, wobei die wichtigsten Straßen strahlenförmig auf die Stadt Rom zuliefen. Kaiser Augustus ließ dann im Jahre 20 vor Christus auf dem Forum Romanum in Rom eine vergoldeten Bronze-Säule aufstellen. Auf der Säule waren die Namen aller Hauptstädte der Provinzen des Römischen Reiches mit ihrer jeweiligen Entfernung von Rom zu lesen.

Auf dieser Webseite hat man Informationen über dieses Straßennetz zusammen getragen. Ist ganz spannend, zu schauen, wo die Straßen damals in Germanien verliefen. Ich habe gleich mal für Trier geschaut, weil ich nicht weit davon entfernt geboren wurde und in den Wäldern der näheren Umgebung zahlreiche Hinterlassenschaften der Römer (römische Töpfereien bei Herforst etc.) zu finden sind.

Aber die Karte zeigt auf den ersten Blick, dass dieses Sprichwort "Alle Wege führen nach Rom" für diese Straßen eher nicht zutrifft. Wissenschaftler der Aarhus University in Dänemark haben sich in einer Datenanalyse mit der Frage auseinandergesetzt, wie die Römer ihre Straßen angelegt haben und (mit einem Augenzwinkern gefragt, ob alle nach Rom führen). Die Erkenntnisse sind in einem Artikel in Nature veröffentlicht worden. heise hat das Ganze in diesem Beitrag aufbereitet.

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