Aufregung um die alternde Raumsonde Voyager 1, die fast einen Lichttag von der Erde entfernt in die Weiten des Alls fliegt (siehe 15. November 2026 wird Voyager 1 einen Lichttag von der Erde entfernt sein). Die Bodenstationen konnten Mitte Oktober 2026 mehrere Tage keine Funksignale mehr empfangen und glaubten Voyager 1 verloren. Aber es gab wieder ein Funksignal – unklar ist, was passiert ist.
Tage lange Funkstille bei Voyager 1
Zum 29. Oktober 2026 hat die US-Raumfahrtbehörde NASA ein Status-Update zur Raumsonde Voyager 1 gegeben. Im Beitrag NASA's Voyager 1 Conserves Power, Resolves Brief Communications Pause heißte es, dass eine "kurze Kommunikationspause" aufgelöst worden sei.
Funkstille weckte Befürchtungen
Die Antennen des Deep Space Network der NASA konnten bei zwei geplanten Kommunikationsversuchen im Abstand von 24 Stunden am 18. und 19. Oktober 2026 kein Funksignal von der Sonde empfangen. Das weckte schon große Befürchtungen, dass etwas gravierendes passiert und Voyager 1 ausgefallen sei. Aber am 20. Oktober 2026 wurde wieder ein Signal des Raumfahrzeugs empfangen und das Team der Missionskontrolle steht seitdem wieder in Verbindung mit der Sonde.
Die Ingenieure untersuchen noch immer, was den Kommunikationsausfall verursacht hat. Bislang wurde lediglich festgestellt, dass eine Gruppe von Triebwerken ausgefallen ist und deren Ersatztriebwerke sich eingeschaltet haben. Ein solcher Wechsel ist so programmiert, dass er automatisch erfolgt, wenn die Bordcomputer des Raumfahrzeugs eine Störung bei den aktiven Triebwerken feststellen.
Diese automatische Reaktion wird als Fehlerschutz bezeichnet und weist das Raumfahrzeug an, sich in eine sichere oder stabile Konfiguration zu versetzen und den normalen Betrieb zu unterbrechen, um den Ingenieuren Zeit zu geben, das Problem zu diagnostizieren und Maßnahmen zu ergreifen.
"Das ist das erste Mal, dass wir beobachten, wie das Raumschiff so etwas tut, aber wir befinden uns auch an einem Punkt der Mission, an dem wir mit dem Unerwarteten rechnen müssen", sagte Kareem Badaruddin, Voyager-Missionsleiter am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien. "Wir sind erleichtert, wieder Kontakt zu Voyager 1 zu haben, und wollen unbedingt verstehen, was passiert ist."
Energieversorgung gestreckt
Im September 2026 konnten die Ingenieure des Kontrollteams eine monatelange Maßnahme, mit der die schwindende Energieversorgung der Raumsonde gestreckt werden sollte, erfolgreich abschließen.
Anfang September schalteten die Ingenieure erfolgreich drei Geräte an der Sonde „Voyager 1" aus und ersetzten sie durch drei energieeffizientere Alternativen. Diese als „Big Bang" bezeichnete Energiesparmaßnahme wurde etwa sechs Wochen nach dem gleichen Austausch an der Sonde „Voyager 2" durch das Missionsteam abgeschlossen. Der „Big Bang" soll es den verbleibenden wissenschaftlichen Instrumenten von „Voyager 1" ermöglichen, länger als ursprünglich erwartet zu funktionieren. Aber das Team ist auf unerwartete Überraschungen, und auch den Ausfall der Sonden, eingestellt.
Alternde Raumsonden Voyager 1 und 2
Als diese Voyager Raumsonden Anfang der siebziger Jahre gebaut wurden, war ich teilweise noch Lehrling. Als die US-Raumsonde Voyager 1 am 5. September 1977 gestartet wurde, war ich noch ein junger Ingenieurstudent im dritten Semester, der der Mission entgegen fieberte. Als die Sonde am 5.3.1979 an Jupiter vorbei flog, war ich Ingenieurstudent, kurz vor seinem Abschluss. Am 8. Dezember 1982 mein erstes Kind geboren wurde, war Voyager 1 längst (2.11.1980) am Planeten Saturn vorbei geflogen. Ich habe die Mission aus persönlichem Interesse immer am Rande verfolgt – war sogar kurzzeitig als Ingenieur in der Luft- und Raumfahrtindustrie tätig, konnte aber nie an Weltraumprojekten mitarbeiten. Und heute funktionierte die Raumsonde immer noch.
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Es gibt aber noch eine Schwestersonde, Voyager 2, die am 20. August 1977 gestartet wurde. Voyager 1 und 2 fliegen seit mehr als 49 Jahren im All und sind die einzigen beiden Raumfahrzeuge, die im interstellaren Raum unterwegs sind und immer noch funktionieren – der helle Wahnsinn.
Der interstellare Raum zwischen den Sternen wurde zwischen 2010 und 2012 (genau weiß man das nicht, da das betreffende Messgerät ausgefallen ist) erreicht. Das Gleiche ist bei Schwestersonde Voyager 2 der Fall. Beide Sonden forschen mit den Instrumenten, die noch funktionieren und senden Daten zur Erde zurück.
Ihr fortgeschrittenes Alter führt aber dazu, dass die Häufigkeit und Komplexität technischer Probleme zugenommen hat und neue Herausforderungen für das Missionsteam entstanden sind. Speziell sinkt die Stromerzeugung durch eine Radio Nukleoid-Batterie, so dass Instrumente auch wegen Strommangel abgeschaltet werden müssen. Hier im Blog hatte ich ja über diverse Herausforderungen berichtet (siehe folgende Links).
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