Getunte eScooter, ein (Sicherheits-)Problem?

eScooterSind getunte eScooter, die schneller als die zulässigen 20 km/h fahren, ein Problem auf deutschen Straßen? Mir sind in Facebook-Gruppen einige Posts zu Tuning-Maßnahmen aufgefallen. Und die Polizei Neuburg-Schrobenhausen hat alleine die letzten Tage zwei massiv getunte eScooter aus dem Verkehr gezogen.

Elektrokleinstfahrzeuge, hier als eScooter bezeichnet, dürfen ab 14 Jahren auch ohne Führerschein gefahren werden. Aber es gilt: Keine Mitnahme anderer Personen, und die Fahrzeuge müssen versichert sein. Natürlich gelten auch für eScooter die Verkehrsregeln und die Promillegrenzen im Straßenverkehr. Und die Roller müssen mindestens 6 km/h schnell sein, dürfen aber nicht schneller als 20 km/h fahren.

Geht man die Pressemitteilungen der Polizei durch, fallen einem immer wieder schwere eScooter-Unfälle, mit oder ohne Beteiligung Dritter auf. Die Fahrzeuge sind auf Grund ihrer kleinen Räderdurchmesser "nicht laufstabil" und ein kurzes Verkanten des Lenkers reicht für einen Sturz. Selbst bei weniger als 20 km/h Geschwindigkeit kommt es zu schweren Verletzungen – weshalb inzwischen ein Helm empfohlen wird (was aber niemand berücksichtigt).

Und nun kommen noch "getunte" eScooter hinzu. Während in Deutschland solche Fahrzeuge nur 20 km/h schnell sein dürfen, lässt Österreich 25 km/h zu. Die Importeure drosseln die eScooter für die deutsche Zulassung per App auf die zulässigen 20 km/h. Da ist es naheliegend, dass einige (i.d.R. männliche) Besitzer die Fahrzeuge über Software (App) von dieser Sperre befreien.

Aber es geht da definitiv noch mehr. Der Donau Kurier berichtet zum 29. Juni 2026 in diesem Artikel von einem 15-jährigen eScooter-Fahrer. Dieser wurde von der Polizei Neuburg bei Rennertshofen aus dem Verkehr gezogen, nachdem Zeuge den jungen Mann "als deutlich zu schnell" gemeldet hatten. Der eScooter des von der Polizei gestoppten 15-Jährigen erreichte bei Messungen bis zu 85 km/h statt der erlaubten 20 km/h. Das Gefährt war nicht versichert und besaß keine Zulassung. Das Fahrzeug wurde sichergestellt. Gegen den 15-Jährigen wird nun wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis und eines Verstoßes nach dem Pflichtversicherungsgesetz ermittelt.

Am heutigen 30. Juni 2026 berichtet der Donau Kurier in diesem Artikel, dass die Polizei in Neuburg einen 14-jährigen eScooter-Fahrer mit seinem Gefährt aus dem Verkehr gezogen hat. Dieser war gegen 7.40 Uhr einer Polizeistreife aufgefallen, weil die Geschwindigkeit deutlich zu hoch war. Eine Nachmessung ergab, dass das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von rund 60 km/h erreicht habe. Der Fahrer hatte keinen Führerschein und muss sich nun wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis und eines Verstoßes nach dem Pflichtversicherungsgesetz verantworten.

Zudem stellte die Polizei Veränderungen am Versicherungskennzeichen fest, mit denen der Jugendliche offenbar eine Identifizierung verhindern wollte. Daher wird auch wegen Kennzeichenmissbrauchs gegen den 14-Jährigen ermittelt und die Mutter des Jugendlichen muss sich als Halterin des E-Scooters ebenfalls wegen eines Verstoßes nach dem Pflichtversicherungsgesetz strafrechtlich verantworten. Der Roller wurde zudem sichergestellt.

Dazu passt diese Meldung vom 29. Juni 2026: Ein 27-jähriger Radfahrer aus Neuburg ist in der Nacht auf Sonntag bei einem Frontalzusammenstoß mit einer 18-jährigen E-Scooter-Fahrerin aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen schwer verletzt worden. Die Meldung zeigt, wie es bereits bei bis zu 20 km/h Geschwindigkeit zu schweren Unfällen kommt. Bei getunten Fahrzeugen steigen dann das Risiko und die Unfallfolgen.

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