Aktuell laboriere ich seit 11 Tagen mit den Folgen eines umgeknickten Fußgelenks herum. Wollte es zwar mit kühlen und aussitzen in drei Tagen wuppen, wird aber eine langwierige Geschichte. Inklusive Ärztebesuche und spezieller Erfahrungen. Dazu ist mir dann eine Geschichte "vom Esel, der ungewollt aufs Eis musste" und einer unnötigen OP eingefallen. Zeit, für einen neuen Blog-Beitrag, von dem man vielleicht was lernen kann.
Wenn man älter wird, kommen Erkrankungen, die damit verbundenen Arztbesuche und sich daraus ergebende Probleme mit hinzu. Nichts ist schlimmer, als "unmündiger" Patient durch die Instanzen in der Medizin geschickt zu werden. Gut, bei manchen Fällen muss ein Arzt-Marathon sein, weil nicht klar ist, was die Ursache ist. Aber bei "klareren Fällen" ist es gut, als Patient "das Heft des Handelns" in der Hand zu behalten, so dass denn möglich ist.
Um keine falschen Schlüsse aufkommen zu lassen: Ich habe viele fähige Ärzte und medizinisches Fachpersonal erlebt und wir leben in einer Zeit unglaublicher medizinischer Möglichkeiten. Und ich habe als heutiger Patient schier unglaubliche Möglichkeiten, mich zu informieren. Birgt unglaubliches Potential (um sich vorzubereiten, Fragen stellen und Entscheidungen treffen zu können), hat aber auch Risiken (falsche Ratschläge und Scharlatane im Internet). Da geht mein Daumen hoch.
Aber es gibt auch die Gefahr, dass beim Durchschleusen im Medizinsystem Fehler passieren. Sollte man als Patient erkennen und möglichst vermeiden, sofern das möglich ist. Wir führen in Deutschland gerade die elektronische Patientenakte (ePA) ein, und mir verschlägt es regelmäßig die Sprache, ob der Naivität vieler Zeitgenommen. Eine Gemengelage, die geradezu Stoff für einen Artikel bietet, zumal ich gerade einen Unfall hatte.
Auf dem falschen Fuß erwischt
Ich habe es im Anreißertext skizziert: Ich bin mit dem Fuß umgeknickt – im eigenen Haus, auf normalem Fußboden, kein Teppich oder so als Stolperfalle. Eine falsche Bewegung beim Gehen gemacht, und das Gehirn hat den linken Fuß etwas schräg aufgesetzt. Passiert mir gelegentlich, da ich mich nach einem schweren Sportunfall mit inkompletter Querschnittsymptomatik vor 10 Jahren über 18 Monate zurück ins Leben kämpfen musste. Im aktuellen Fall bin ich schlicht umgefallen. Dachte, außer einer Prellung am Hintern ist nichts passiert und bin sogar noch 3,3 km spazieren gegangen – das hatte ich eigentlich vor, als ich umgefallen bin.
Ende vom Lied: Geschwollener Fuß und Eisbeutel drauf. Ist Dienstag passiert, Frau meinte "geh zum Arzt", aber ich wollte etwas abwarten, hatte Freitags eh seit langem einen Termin beim Hausarzt. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, und der Arzt war neu. Er hat mich zum Röntgen geschickt, um einen Bruch auszuschließen, und mir eine Überweisung in die Hand gedrückt.
Lief gut, die haben sogar das richtige Bein geröntgt, nur nicht den Bereich, den der Arzt wollte und auf der Überweisung angegeben hatte. Hieß am Ende des Tages, bzw. nach weiteren drei Tagen Schmerzen und Wiedervorstellung beim Hausarzt, dass "die Hände über dem Kopf" zusammen geschlagen wurden, und ich in die Notfall-Ambulanz einer Klinik geschickt wurde, damit sich deren Arzt das fachgerecht ansieht und Röntgenbilder anfertigen lässt. Die Geschichte habe ich drüben im IT-Blog im Beitrag Bis auf weiteres reduzierte Aktivitäten/Moderation mit etwas mehr Details aufgeschrieben.
Als ich so bei dem – aus meiner Sicht sehr kompetenten jungen – Arzt saß und auf die Röntgenbilder schaute, ergab sich "da ist eine Verletzung am Knochen, dürfte aber älter sein, und da ist ein Teil des Wadenbein-Köpfchens abgesplittert, braucht aber nicht operiert zu werden". Es lief sofort ein Film bei mir im Kopf ab, und ich fragte "kann die Absplitterung alt sein?" Konnte der Arzt nicht ausschließen, kann man im MRT feststellen, was ich zur Untersuchung der Bänder noch brauche. Und damit sind wir voll in der zweiten Geschichte.
Wenn der Esel aufs Eis muss und in der Klinik landet
Es ist viele Jahre her, unser Sohn war noch klein, als immer noch beste Ehefrau von Welt mit einer anderen Mutter auf die glorreiche Idee kam: "Die Väter können am Samstag mit den Kindern auf die Eisbahn nach Frankfurt fahren." Meine Vorbehalte "ist aber doof, bestimmt passiert was" wurden mit "geh, immer meckerst Du, mach mal was mit deinem Kind" gekontert. Ok, ich gab mich geschlagen …
Auf der Eisbahn kam es, wie es kommen musste. Ich bin mit den Schlittschuhen aus dem Gleichgewicht geraten und auf den ausgestreckten Arm gestürzt. Nachdem es am Montag nicht gut war, bin ich in eine Klinik und geröntgt worden. Am Speichenköpfchen des Ellbogens sah man ein abgesplittertes Knochenstück. Muss operiert werden, hieß es …
War nicht meine Wunschvorstellung, aber muss wohl sein – ich war jung und unerfahren, und die Klinik brauchte das Geld … Kleiner Zeitsprung: Ich gerade aus der Narkose nach der Operation erwacht und dachte "endlich hinter mit", als der operierende Arzt kam. "Wir haben nichts gemacht, sondern gleich wieder zugenäht. Das ist eine alte Verletzung, gab sogar Schleifspuren im Gelenk."
Na prima, für nix operiert. Der Arzt meinte noch, ich werde mit dem Gelenk Probleme bekommen, wegen der "Schleifspuren". Und auf meine Frage, was ich tun können, kam die Antwort "viel schwimmen" … ich bin nun 70, schwimme nicht mehr (wegen anderer Baustelle), aber das Gelenk macht keine Probleme.
Und beim Gespräch mit dem Arzt fiel mir ein, das die kleinere Schwester mich im Alter von 9 oder 10 Jahren vom Heuwagen geschubst hatte. Ich fiel auf den ausgestreckten Arm und hatte arges Aua. Also anderntags zum Arzt im übernächsten Ort. Der bog den schmerzenden Arm gerade, legte eine Schiene an, und wickelte Binden drum. Musste ich sechs Wochen tragen, dann kam der Verband ab. Damals musste das Speichenköpfchen teilweise abgeplatzt sein.
Nach sechs Wochen war mein Arm im Ellenbogengelenkt steif, ich konnte den nicht biegen, sondern nur gerade gestreckt halten. Der Doktor stellte sich an die Wand, mach mal nach, und ließ mich mit ausgestrecktem Arm die Finger in Höhe meines Beckens an die Wand legen. Und jetzt krabbelst Du mit den Fingern nach oben, bis sich der Arm am Ellenbogen nicht mehr biegst. Das übst Du jetzt täglich, bis der Arm wieder angewinkelt werden kann.
So machte man das in den sechziger Jahren, nix röntgen, sondern schienen, wird schon gut gehen. Ich habe lange an der Wand geübt, bis sich mein Arm wieder richtig anwinkeln ließ. Und Arme anheben, und mit den Fingern an die Schulter fassen, ging rechts über weitere viele Jahre nicht. Erst mit 20 Jahren oder so, war es möglich, mit der Hand des abgewinkelten Arms auf die Schulter zu fassen.
Inzwischen bin ich 70 und mit der Schulterübung wieder auf "Los, zurück auf 10", denn es bleiben beim Anwinkeln seit dem Schlittschuh-Unfall gut vier Zentimeter Luft zwischen Finger und Schulter – zumindest auf der rechten Seite – links ist es kein Problem. Sieht beim Sport immer Quasimodo-mäßig aus, wenn eine Hand angelegt werden kann, während die andere irgendwie in der Luft verharrt.
Die Episode hat mich bewogen, inzwischen sehr genau hinzuschauen, wenn Ärzte irgend etwas diagnostizieren. Fehler können passieren, und ich möchte nicht erneut erfolglos an einem alten Bruch operiert werden, wenn dieser verheilt ist. Im aktuellen Fall hatte ich das Glück, dass der Arzt gleich sagte "muss nicht operiert werden". Aber ich erinnere mich an Behandlungen in 2024, als Kardiologen vor jedem Eingriff gefragt haben "wissen Sie, wofür sie hier sind und was gemacht werden soll". Ein Arzt erklärte es mir so: Ich muss sicher sein, den richtigen Patienten vor mir zu haben, und dass dieser weiß, was geplant ist.
Beim Kieferchirurg erinnere ich, dass die Sprechstundenhilfe einen "Folgetermin" ausgemacht hatte und ich mich mental auf das Setzen eines Implantats vorbereitet hatte. Und mir ging "Scheibenkleister" durch den Kopf, als der Chirurg meinte "So, Sie sind heute hier, um den Weisheitszahn heraus operiert zu bekommen". Haben wir auch an dem Tag gemacht, aber Shit happens. Wäre mir nicht passiert, wenn ich jeweils bei jedem Schritt kritisch nachgefragt hätte. Das Implantat habe ich auch längst, aber da konnte ich mich dann mental vorbereiten und vorher im Internet informieren. Denn dem Kieferchirurgen gingen Weisheitszahn-mäßig die Optionen aus.
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