Größte bronzezeitliche Siedlung in Irland und GB entdeckt

Forscher haben wohl die größte bronzezeitliche Siedlung auf den Inseln Irland und Großbritannien entdeckt. Vor rund 3000 Jahren umfasste die Siedlung wohl 600 Häuser. Die Grabungsstelle liefert Hinweise, wie Menschen in dieser Zeit in Irland lebten und welche gesellschaftlichen Zusammenhänge sich daraus ergeben.

Im irischen Wicklow (Verwaltungssitz, als Country bezeichnet, im Süden von Dublin) finden sich eine ganze Anzahl steinzeitlicher Monumente, schreibt die Wikipedia. Mithilfe der LiDAR-Technologie und 3D-Modellen konnten Archäologen antike Spuren nachweisen, die durch jahrhundertelanges Pflügen weitgehend zerstört waren. Zu den auffälligsten gehörten Reste von fünf in Irland äußerst seltenen Cursus-Monumenten bei Baltinglass (Ortschaft im Verwaltungssitz). Der Cursus-Cluster ist die größte Gruppe derartiger Monumente in Irland.

Brusselstown Ring

Im November 2025 haben Archäologen einen Artikel über den sogenannten Brusselstown Ring im Fachblatt Antiquity veröffentlicht – der Link führt auf die Veröffentlichung der University of Cambridge zum Thema. Die Forscher konnten mehr als 600 mutmaßliche "Hausplattformen" anhand von Luftbilddaten aus dem Hügelfort Brusselstown Ring  identifizieren. Das alleine ist schon eine riesige Menge.

Anschließend wurden vier Testgrabungen an bestimmten Stellen des Rings durchgeführt, die Hinweise auf eine Besiedlung in der späten Bronzezeit und frühen Eisenzeit (also vor ca. 3000 Jahren) ergaben. Dadurch gilt der Brusselstown Ring zur größten, bisher identifizierten Kernsiedlung im prähistorischen Irland und Großbritannien. Unter anderen wurde (vermutlich) die erste Zisterne Nordeuropas entdeckt. Zudem scheinen die Bewohner ziemlich egalitär in der Siedlung, die eine Art Bergfeste war- gewohnt zu haben. Es hat schon einen gewissen Wow-Effekt, wenn man bedenkt, dass die Bewohner so dicht aufeinander wohnten und sich vom Umland ernähren mussten.

Details und vor allem Fotos finden sich in dem in englisch verfassten Artikel. Als ich den Beitrag vor einigen Tagen geschrieben habe, gab es diesen deutschsprachigen Artikel auf Nordisch Info, sowie diesen Beitrag in Focus Online.

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