Bimmel-Alarm: Neue Autos und die nervenden Assistenzsysteme

VW-KäferNeue Fahrzeuge müssen inzwischen in der EU durch allerlei Assistenzsysteme "sicherer gemacht werden". Diese Systeme sollen den Fahrer oder die Fahrerin unterstützen und die Fahrt sicherer machen. Zum Jahreswechsel 2026 stehen neue Assistenzsysteme an, die neue Fahrzeuge besitzen müssen. Mich nerven diese vielen Warnungen inzwischen, es herrscht "Bimmel-Alarm".

Mein 10 Jahre altes Auto

Mein nun 10 Jahre altes Auto hat zwar Notbremssystem, Spur-Assistent, Rückfahrkamera und auch Abstandswarner. Aber beim Fahren stört es kaum, wenn man der Spur-Assistent kurz piepst oder beim Einparken die Abstandswarner piepen. Das sieht bei neuen Autos aber deutlich anders aus.

Im Dezember 2025 hatte ich mein Auto zur Inspektion gebracht und ein aktuelles Fahrzeug als Ersatzwagen bekommen. Da bimmelte es fast ununterbrochen: Der Warner bei Gewindigkeitsübertretungen schlug an, und beim Rückwärtsfahren aus unserem Car-Port gab es einen veritablen Bimmel-Alarm. Die Abstandssensoren sind wohl so sensitiv, dass es ununterbrochen bimmelte – auch wenn noch 50 cm Platz war.

Das große Display mit dem Bild der Rückfahrkamera fand ich zwar besser als bei meinem Auto. Aber dieses ständige Bimmeln macht mich nervös, weil ich nicht wusste, ob ich nun an irgend etwas anstoße oder es nur ein Fehlalarm war. Von der Nachbarin weiß ich, dass diese die erste Zeit mit ihrem neuen VW nicht in die Garage fuhr, weil ständig irgend etwas piepste.

Neue Autos nerven

Kürzlich bin ich im Fokus auf den Artikel Bimmel-Alarm! Welche neuen Systeme uns im Auto am meisten nerven gestoßen, der perfekt die Problematik beschreibt. Ein Warn-Konzept, das mehr "mitunter mehr ablenkt als hilft". Neuere Assistenzsysteme führen schon mal Bremsungen aus, obwohl nicht ist (Nachbar bestätigte das an Silvester erneut "an der Straße mit der leichten Kurve bremst das Auto gerne"). Und in diesem Artikel heißt es, dass neue Autos nur noch mit Klebeband zu ertragen seien.

Weitere Assistenzsysteme kommen

Der Fokus hat die Tage im Artikel Pflicht ab 2026: Diese neuen Assistenzsysteme müssen Autofahrer kennen aufgezeigt, welche neuen Assistenzsysteme künftig bei neuen Autos Pflicht sind. Der Overkill nimmt also zu. Ich weiß nicht, ob wir da auf einen guten Weg sind.

Vor einigen Tagen machte die Meldung die Runde, dass selbst Reden am Steuer die Reaktionen des Fahrers oder der Fahrerin verlangsamt. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die Ende 2025 erschien. Mein Gefühl: Wir haben uns durch Bürokratie und EU-Auflagen inzwischen vom sicherheitstechnischen Optimum entfernt und die Technik ist leider weit weg von "perfekt". Autonomes Fahren sehe ich auch in naher Zukunft noch nicht. Ich versuche nun, mein altes Auto, was derzeit perfekt in Schuss ist und gerade einmal 80.000 km gelaufen ist, so lange als möglich zu fahren.

Dieser Beitrag wurde unter Sicherheit, Technik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Bimmel-Alarm: Neue Autos und die nervenden Assistenzsysteme

  1. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Ein Link stimmt nicht – Bei "Pflicht ab 2026…" kommt eine seltsame Seite in Englisch, ich glaube nicht, daß die was mit dem Thema zu tun hat. Oder mein Englisch ist zu schlecht.

    Und zum Thema – wundern sich die Autohersteller wirklich, daß ihre Kundschaft keinen Bock auf neue Autos hat? Ich nicht.

  2. Werner sagt:

    Es ist toll, womit man zwangsbeglückt wird, obwohl _einfache_ aber sicherheitskritische Dinge weiterhin oft fehlen:

    Check-Control: Gab es als Sonderausstattung schon bei meinem Kadett E, zeigt defekte Leuchten an – besonders effektiv beim Bremslicht, das kann man allein nur schwer prüfen… Technisch sehr einfach realisierbar.

    Auch bei vielen modernen Fahrzeugen fehlt eine Warnung, wenn das Wischwasser zur Neige geht. Im dümmsten Fall bekommt man dann die Scheibe bei Winterwetter unvermittelt nicht mehr sauber.

    Kostet beides in der Großserie nur ein paar Klicker, wird aber gespart. Dafür hat man dann lauter teure Zwangsbeglückungen, die oft nicht ausentwickelt sind – hatte da schon interessante Erlebnisse mit dem Spurhalteassistent.

  3. noway sagt:

    Ich weigere mich inzwischen, mich hinter das Steuer von solchen Bimmel-und-Blink-Kisten zu setzen, die ständig irgendwas von selbst machen, die aufs Gasgeben verzögert nach Gusto des zwischengeschalteten Computers reagieren oder eben nicht (schön, wenn man z.B. aus einer Nebenstraße auf eine vielbefahrene Vorfahrtsstraße fahren will und dann die Anfahrschwäche es knapp werden lässt) und wo die elektronische Servolenkung sich auch mit ausgeschaltetem Spurhalteassistent anfühlt wie der Controller einer Playstation. Auch will ich mich nicht durch grelle Screens blenden lassen. Das soll sich antun wer will, ich habe am Steuer eines solchen Autos regelrecht Angst, weil ich nicht das Gefühl habe, dass ich es kontrollieren kann. Und wozu braucht man Rückfahrkameras? Mit einer gescheiten Karosserie braucht man die nicht, wenn man eine braucht, ist es ein praxisfremdes, unübersichtliches, schlechtes Design.

    Baujahr 2015 oder 2016 und 80.000 km ist ja noch nicht alt. Solange das Auto noch so halbwegs reparierbar ist (wobei 2015/16 schon hart an der Grenze liegt) – gut pflegen und warten, behalten, selbst größere Investitionen können sich lohnen. Der Wertverlust eines Neuwagens ist immer größer.

    Alles, was heute vom Band läuft und an allen Ecken bimmelt, hat genau aufgrund dessen ein festgeschriebenes Ablaufdatum. Ein Bekannter hat neulich mal die erste Hauptuntersuchung bei einem Benz beobachtet, das läuft ja viel übers OBD, alles wird ausgelesen und auf Fehler gecheckt. Die Kiste hatte 146 (!!) Steuergeräte verbaut, alle vernetzt, jedes, das ausfällt kann einige andere mit lahmlegen, ein Kurzschluss vielleicht gleich Dutzende. Und die sitzen überall, wo sie bei der Produktion hinpassen – und nicht dort, wo man sie zwecks Reparatur erreichen könnte. Elektronik mag weder starke Temperaturschwankungen, noch Erschütterungen, noch Feuchtigkeit – all das hat man in Autos. Diese Elektronik wird somit versagen und ist nicht wirtschaftlich reparierbar, zumal ohnehin nur Vertragswerkstätten den proprietären Zugang dazu bekommen, sowohl zu Software als auch zu Teilen. Es gibt keine Aftermarket-Teile mehr von Drittherstellern. Und wenn der Hersteller entscheidet, das gibt es nicht mehr – ja, dann gibt es halt nichts mehr, dann hat man ein Ornament für die Einfahrt.

    Autos mag ich diese Produkte nicht mehr nennen, es ist tatsächlich etwas anderes, hat halt vier Räder, fährt und sieht so ähnlich aus, ist aber näher am Smartphone als an einem traditionellen Auto. Und man nutzt sie nur noch, besitzt sie aber nicht mehr. Dabei ist es auch egal, ob Verbrenner, EV oder Hybrid, sie sind nun alle so.

    Wir werden irgendwann ein Straßenbild wie auf Kuba haben (neben den auf Firmenkosten geleasten neuen Wegwerffahrzeugen natürlich), denn nicht jeder kann sich das Leasing eines 30.000-50.000 Euro-Fahrzeugs leisten (kaufen wäre noch teurer). Aber es ist m.E. auch nicht erstrebenswert, dafür das viele Geld auszugeben, ich sehe da keinen Fortschritt. Ich sehe nur, dass etwas verkompliziert und von der Nutzererfahrung her verschlechtert wurde. Und Assistenzsysteme, die selbst schon ein Sicherheitsrisiko darstellen, braucht kein Mensch.

Schreibe einen Kommentar zu noway Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert