Ariane 64: Erfolgreicher Erstflug – Europa ist zurück

Europa ist zurück, bzw. da, wo SpaceX bereits vor 10 Jahren stand. Am 12. Februar 2026, um 17:45 Uhr (MEZ), startete eine Ariane 6-Rakete in französisch Guana erfolgreich ins All. Die Premiere bestand darin, dass die Ariana 6 mit vier Boostern bestückt war, um mehr Nutzlast ins All heben zu können.

Ariane 6: Europas Trägerrakete für den Weltraum

Die Ariane 6 ist eine europäische Trägerrakete aus der Ariane-Serie und für eine Nutzlast von 5 t bis 11,5 t (oder 12 t) in eine Geostationäre Transferbahn (GTO) ausgelegt. Die zweistufige Trägerrakete verwendet in der ersten Stufe ein Vulcain-2-Triebwerk. In der zweiten Stufe kommt ein Vinci-Triebwerk zum Einsatz. Beide Triebwerke verbrennen Wasser- und Sauerstoff und liefern einen hohen spezifischem Impuls. Es gibt eine Version  der Ariane 6 mit zwei und eine mit vier Feststoff-Boostern (Ariane 64) zur Schubverstärkung beim Start.

Ariane 6
Ariane 6; Quelle ESA / M. Pedoussaut CC-BY SA 3.0

Die Ariane 6 löst die Ariane 5 ab, die als Arbeitspferd der europäischen Raumfahrt galt, aber 2023 ihren letzten Flug absolvierte. Die Startkosten liegen bei 100 Millionen Euro, die Kosten für den Transport pro Kilogramm in die Erdumlaufbahn sind halb so hoch wie bei der Ariane 5. Der Bau der Ariane 6 wurde bereits 2014 beschlossen. Der erfolgreiche Erstflug fand am 9. Juli 2024 statt, ich hatte im Beitrag Klappt der Jungfernflug der Ariane 6? Ja! berichtet.

6. Flug der Ariane 6, aber Erstflug mit vier Boostern

Am 12. Februar 2026 erfolgte bei der Mission VA267 der erste Start einer Ariane 6-Rakete mit vier Feststoff-Boostern. Mit vier Feststoff-Boostern vom Typ P120C verfügt die Ariane 6 über eine Nutzlastkapazität von 21,6 Tonnen in einen niedrigen Erdorbit (entspricht der Leistung der SpaceX Falcon 9 Trägerrakete, die das seit 2016 beherrscht und rund 30 % günstiger ist). Das ist das doppelte Gewicht im Vergleich zur Version mit zwei Boostern.

Bei der Mission VA267 handelte sich um den ersten von insgesamt 18 gebuchten Starts für den Aufbau des Amazon-Breitbandnetzwerks. Für Europa bedeutet dies, dass man eine eigene, leistungsfähige Trägerrakete für Satellitenstarts ins All hat und nicht mehr auf die Amerikaner oder Russland angewiesen ist. Die Kollegen von Golem haben in diesem Artikel noch einige Details zum Thema zusammen getragen.

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