Der "Steinzeit-Faustkeil" in einem Mittelalter-Gemälde

Der französische Maler Jean Fouquet hat im 15. Jahrhundert ein Gemälde geschaffen, in dem mutmaßlich ein Faustkeil aus der Steinzeit in einer Szene enthalten ist. Warum der  Maler dieses Relikt dort im Bild platzierte, ist ein Rätseln.

Es geht um die in nachfolgender Abbildung gezeigten Szene aus dem Diptychon von Melun – welches als zweiteiliges Ölgemälde (Tafeln) entstand. Entstanden um das Jahr 1455 zeigt eine Tafel den Heiligen Stephanus mit einem seltsam geformten Stein auf einem Buch.

Gemälde aus dem Mittelalter

Stephanus gilt in der christlichen Lehre als erster Märtyrer, der durch Steinigung starb. Die beiden Teile des Diptychon, sind heute getrennt. Die linke Tafel (obiges Bild) befindet sich in der Gemäldegalerie in Berlin, die rechte Tafel im Königlichen Museum der Schönen Künste in Antwerpen, Belgien.

So weit so normal. Spannend wird aber die Frage, warum der Maler diesen komischen Stein im Bild verwendet hat. Es hätte ja auch ein Feldstein oder ein Flusskiesel sein können. Diese Frage muss offen bleiben – aber die Frage, was dieser "Stein" darstellt, könnte geklärt sein.

Forscher der Dartmouth University und der University of Cambridge haben den Stein analysiert und kamen zum Schluss, dass es sich bei dem auf dem sogenannten Melun-Diptychon abgebildeten Stein höchstwahrscheinlich um eine prähistorische Steinaxt (sprich Faustkeil) handelt. Konkret soll es sich um einen Faustkeil aus Feuerstein aus der Acheuleen-Kultur handeln, der wahrscheinlich aus Nordfrankreich stammt. Dort lebte auch der Maler Fouquet.

Das Ganze geht aus einem im Juli 2023 im Cambridge Archaeological Journal veröffentlichten Artikel hervor. Dort lassen sich die Forscher über dieses ungewöhnliche Relikt in obigem Bild aus. Mir ist das Ganze in diesem englischen Beitrag untergekommen, der sich mit dem ungewöhnlichen Gegenstand im betreffenden Bild befasst. Rangiert aber alles etwas unter der Rubrik "Unnützes Wissen".

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