Nierensteine enthalten Biofilme aus Bakterien und Pilzen

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Viele Menschen haben Nierensteine – das Wort "Steine" besagt, dass es irgend etwas "unbelebtes" ist, was den Harnleiter verstopfen und Schmerzen verursachen kann. Nach einer Zertrümmerung der Steine erleiden manche Patienten eine Sepsis. Nun ist nach einer neuen Studie klar warum: Durch die Zertrümmerung werden Bakterien und Pilze freigesetzt, die die Sepsis verursachen.

Nierensteine bestehen aus Ansammlungen kleiner Kristalle. Ihre Häufigkeit hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen, sodass heute etwa jeder elfte Mensch im Laufe seines Lebens daran erkrankt. Zu den Risikofaktoren zählen familiäre Vorbelastung, metabolisches Syndrom und geringe Flüssigkeitsaufnahme. Die Steine beginnen sich zu bilden, wenn Kristalle im Urin wachsen und so groß werden, dass sie nicht mehr mit dem normalen Urinfluss ausgeschieden werden können.

Jahrzehntelang glaubten Ärzte daher, dass die häufigsten Nierensteine (Kalziumoxalat) rein chemisch – durch die Ablagerung von Mineralien in der Niere – entstanden sein. Das ist aber ein großer Irrtum, wie eine neue Studie gerade enthüllt hat. Ich bin über einen Post auf X auf das Thema gestoßen.

Nierensteine sind Bakterienbomben

Es gibt mehrere Unterarten von Nierensteinen. Während von einer seltenen Nierenstein-Art bekannt ist, dass diese Bakterien enthält, ist der mit Abstand häufigste Stein der Kalziumoxalatstein (CaOx). Dieser macht fast 80 % aller Nierensteine aus, und es wurde angenommen, dass dieser nur als Kristallen besteht. Bei der Untersuchung von Daten aus der Elektronen- und Fluoreszenzmikroskopie entdeckten die Forscher unerwartet lebende Bakterien sowie Schichten oder Biofilme von Bakterien, die in die Kristalle integriert waren.

"Dieser Durchbruch stellt die lang gehegte Annahm"Wir haben einen neuen Mechanismus der Steinbildung entdeckt, der möglicherweise erklärt, warum diese Steine so häufig vorkommen", sagte Dr. Kymora Scotland, Assistenzprofessorin für Urologie an der David Geffen School of Medicine der UCLA. "Diese Ergebnisse könnten auch dazu beitragen, den Zusammenhang zwischen wiederkehrenden Harnwegsinfektionen und wiederkehrender Nierensteinbildung zu erklären, und liefern Erkenntnisse über mögliche zukünftige Behandlungsmethoden für diese Erkrankungen. Durch die Aufdeckung dieses neuartigen Mechanismus öffnet die Studie die Tür zu neuen therapeutischen Strategien, die auf die mikrobielle Umgebung von Nierensteinen abzielen"

Gerard Wong, Professor an den Fachbereichen Bioingenieurwesen und Chemie der UCLA sowie am California NanoSystems Institute der UCLA, war Mitautor der Studie, die in PNAS publiziert wurde. Die Forscher entdeckten, dass die in Nierensteinen lebenden Bakterien und pilzähnlichen Biofilme in den Steinen eingeschlossen sind, und dabei als Gerüst (Nidus) fungieren, das es den Mineralien ermöglicht, zu kristallisieren und Schicht für Schicht zu wachsen.

Diese Entdeckung löst auch ein seit langem bestehendes medizinisches Rätsel: Warum kommt es bei Patienten nach einer Zertrümmerung der Nierensteine (Lithotripsie) manchmal zu schweren Infektionen (Sepsis), selbst wenn ihr Urin steril war? Die Antwort: Durch das Zerkleinern des Steins werden die darin eingeschlossenen Bakterien freigesetzt. Diese Erkenntnis könnte die Behandlung von Nierensteinen revolutionieren und den Fokus von einer reinen Ernährungsumstellung auf die Bekämpfung des versteckten Mikrobioms in der Niere verlagern.

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