Herzinfarkt und Herzinfarkt-Risiko

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Im Jahr 2023 wurden 185.804 Menschen in Deutschland wegen Herzinfarkten in Krankenhäuser aufgenommen. Koronare Herzkrankheiten (KHK) und Infarkte sind der häufigste Anlass für eine Krankenhausbehandlung in Deutschland. Da ware es sicher hilfreich, wenn man sein persönliches Herzinfarktrisiko – und im Fall der Fälle auch die Anzeigen für einen Herzinfarkt – kennt.

Herzinfarkt und koronarer Herzkrankheiten (KHK)

In Deutschland gab es 538.675 Krankenhausaufnahmen im Jahr 2023 (2022: 538.277) wegen Herzinfarkt und koronarer Herzkrankheiten (KHK). Davon sind 185.804 Aufnahmen wegen Herzinfarkten. Diese Krankheiten sind der häufigste Anlass für eine Krankenhausbehandlung in Deutschland.

Arzt
(Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)

Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt sind trotz leichtem Rückgang Todesursache Nummer 1. Der Handlungsdruck aufgrund hoher Krankheitslast bleibt auch weiterhin bestehen. Das geht aus dem Deutscher Herzbericht – Update 2025 hervor. Eine Zusammenfassung der Fakten aus diesem Bericht findet sich hier. Aus der Altersgruppe der über 65-Jährigen kommt der größte Teil der Herzpatienten in Deutschland.

KHK-Ergebnisse 2025 - Kurzfakten

Rund 4,7 Millionen Betroffene in Deutschland haben die Diagnose KHK, die damit eine Volkskrankheit ist. Oft bedeutet die Erkrankung einen harten Einschnitt in das Leben der Patienten und Patientinnen – insbesondere, wenn die nicht heilbare KHK ein akutes Koronarsyndrom (ACS) verursacht.

Ein ACS ist die Konsequenz aus einem plötzlichen Verschluss einer Koronararterie, etwa ein Herzinfarkt oder seine Vorstufe, die instabile Angina pectoris (anhaltende oder sich verschlechternde Brustenge).

Zugleich ist die zugrundeliegende KHK die häufigste Todesursache und außerdem Hauptursache für Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und für den plötzlichen Herztod. Allein an einem plötzlichen Herztod sterben jedes Jahr über 65.000 Menschen in Deutschland.

Wie ist mein persönliches Herzinfarktrisiko?

Ein Baustein wäre bereits, wenn Menschen ihr persönliches Herzinfarktrisiko kennen und entsprechend handeln, bevor es zu spät ist. Auch Vorsorgeuntersuchungen können helfen, das Risiko durch Maßnahmen zu bestimmen. Ärzte nennen die "Big Five" unter den Risikofaktoren (ermittelt aus Rehabilitanden):

  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) wiesen 49,7 Prozent der Patienten auf (35.885),
  • Fettstoffwechselstörung (47,3 Prozent/32.329),
  • Diabetes mellitus Typ 1/2 (24 Prozent/17.309),
  • Adipositas (21,1 Prozent/14.243)
  • Rauchen (19 Prozent/10.326).

Alarmierend sei, dass mit Ausnahme der Raucher, der Anteil von Patienten, die diese ,Big Five' aufwiesen, im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei, heißt es in obigem Herzbericht 2025. Führende Vertreter der deutschen Herzmedizin drängen auf verstärkte Maßnahmen, um zentralen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Cholesterin, Diabetes und Adipositas vorzubeugen und gleichzeitig die Therapie zu verbessern.

Platt ausgedrückt, hatte Oma recht: "Höre auf zu rauchen, saufe nicht so viel, iss dein Gemüse auf, achte auf dein Gewicht und gehe mehr zu Fuß". Wer es genauer wissen will, wo er mit seinem persönlichen Herzinfarktrisiko steht, kann den SCORE2-Rechner benutzen. Der befindet sich auf verschiedenen Webseiten und kann auch von Patienten und Patientinnen ohne Vorwissen zur Abschätzung des Herzinfarktrisikos verwendet werden.

Herzinfarkt-Risiko-Test

Ich habe die Seite Herzinfarkt-Risiko-Test der deutschen Herzstiftung in obigem Bild verlinkt – in diesem Focus-Artikel mit einem Interview mit einer Kardiologin zum Thema wird eine weitere Seite mit einem SCORE2-Rechner genannt. In einfachen Fragen werden Alter, Krankheiten etc. abgefragt. Wenn man etwas nicht weiß, lässt sich mit nein antworten.

Mein Test ergab, dass mein Herz fünf Jahre jünger als mein Alter ist. Und am Ende des Tests gibt es einige Tipps, um die Herzgesundheit zu erhalten – nicht so hemdsärmelig wie von meiner oben zitierten Oma. Wem ein erhöhtes Risiko ausgewiesen wird, sollte seine Lebensgewohnheiten überprüfen und ggf. mal mit seinem Arzt über das Thema sprechen.

Ich selbst kenne meinen Blutdruck, weiß, dass meine Herzkranzgefäße frei sind, und nehme Blutdruck-Senker, Blutverdünner sowie (nach einer Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader) Statine zur Kontrolle meines Cholesterins ein. Alles, weil diese Medikamente nach bisherigem medizinischem Wissen bestimmte Risiken reduzieren und Arteriosklerose bremsen bzw. ein Fortschreiten verhindern. Denn nach einem Infarkt ist dein Leben nie wieder wie vorher – selbst wenn Du es überlebst.

Vorzeichen eines Herzinfarkts

Atemnot, Brustenge oder Brustschmerzen unter körperlicher Anstrengung sind zumindest typischen Symptome einer koronaren Herzkrankheit (KHK), die mit einem Infarkt enden kann. Wenn sich diese typischen Symptome bemerkbar machen, ist meist schon über viele Jahre unbemerkt eine Schädigung der Herzkranzgefäße abgelaufen, sagt die deutsche Herzstiftung.

Die Deutsche Herzstiftung hat auf dieser Seite viele Informationen zum Thema Herzinfarkt, vom oben erwähnten SORE2-Risiko-Rechner, über Erkennung eines Infarkts, bis hin zum Leben nach der Reha zusammen getragen. Die Hinweise, wie man einen Herzinfarkt erkennen kann, finden sich auf dieser Seite (siehe auch folgender Text).

Symptome eines Herzinfarkts

Noch kompakter werden die Anzeigen auf dieser Seite beschrieben. Bei entsprechenden Beschwerden heißt es im Zweifelsfall sofort die Rettung rufen (112 in Deutschland, 114 in Österreich und Schweiz) und sich bei Verdacht auf Herzinfarkt in die nächste Chest Pain Unit fahren lassen. Je schneller ein Infarkt behandelt wird, umso besser sich die Überlebens- und Rehabilitationschancen.

Ich habe oben in der Abbildung die 5-Minuten-Regel für Brustschmerzen rot markiert. Ich weiß aus einer Herzkatether-Untersuchung aus 2024, dass meine Herzkranzgefäße frei sind und nehme auch bestimmte Medikamente. Kürzlich vernahm ich beim Aufstehen aus einem Bürostuhl stechende Schmerzen im Brustmuskel über dem Herzen. Waren aber im Sitzen sofort weg, kamen aber beim kräftigen Atmen wieder. Konnte es ein Herzinfarkt sein? Unwahrscheinlich – ich habe mir dann obige Auflistung angesehen und die 5-Minuten-Regel erinnert. Das war für mich ein weiteres Ausschlusskriterium, nicht sofort die 112 zu rufen, sondern zu beobachten. Kurze Zeit später war der Schmerz weitgehend weg und am anderen Morgen verschwunden. Ich tippte gleich drauf, dass sich ein verspannter Brustmuskel bei der Bewegung – quasi wie ein Hexenschuss – bemerkbar machte. Aber im Zweifelsfall gilt: Lieber die 112 oder die 116 117 (in Deutschland) einmal zu viel, als zu spät rufen.

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