Isar Aerospace hat 2. Teststart seiner Rakete am 25.3.2026 wegen Fischerboot abgebrochen

Eigentlich war am 25. März 2026 ein zweiter Testflug der Spektrum Rakete vom norwegischen Raketenstartplatz Andøya Spaceport geplant. Weil ein Fischerboot unerlaubt in der Sperrzone eingedrungen war, musste der Countdown abgebrochen werden. Jetzt wird ein neues Startfenster gesucht.

Hintergrund: Isar Aerospace und die Spektrum Rakete

Isar Aerospace ist ein deutsches Weltraum-Start-up-Unternehmen mit Sitz in Ottobrunn bei München. Gegründet wurde das Unternehmen im Februar 2018 von den Raumfahrtingenieuren Daniel Metzler, Markus Brandl und Josef Peter Fleischmann. Ich hatte hier im Blog bereits über Isar Aerospace, die von verschiedenen Unternehmen und der Nato mit Wagniskapital ausgestattet wurden, berichtet.

Spektrum-Rakete von Isar Aerospace
Spektrum-Rakete von Isar Aerospace, Quelle: Isar Aerospace

Das Unternehmen will mit seiner zweistufigen, zwei Meter Durchmesser messenden Spektrum-Rakete kleine Nutzlasten (700 bis 1000 Kilogramm) in den nahen Erdobit bringen. Das Projekt wird mit großer Spannung verfolgt, da es Europas Fähigkeiten, Nutzlasten in den Weltraum zu bringen, herstellen soll. Bundeskanzler Merz war erst Mitte März 2026 zu Besuch auf dem Weltraumstartplatz in Norwegen (siehe diese Pressemitteilung).

Erster Teststart gescheitert; zweiter Testflug geplant

Der erste Testflug von Isar Aerospace vom Andøya Spaceport in Norwegen wurde Ende März 2025 unternommen (siehe mein Beitrag Isar Aerospace: Erster Testflug nach 30 Sekunden gescheitert). Dort kam es aber direkt nach dem Start zu einer Anomalie, bei der die Rakete vom Kurs abkam und dann nach 30 Sekunden ins Meer stürzte. Die Regelung des Schubstrahls der Raketentriebwerke konnte diese nicht auf Kurs halten.

Nachdem die damaligen Probleme erkannt und behoben wurden, ist ein zweiter Testflug für 2026 geplant. Im Januar 2026 Monat hatte ich im Blog-Beitrag Isar Aerospace: Beim 2. Testflug (ab 21. Jan. 2026) ins Weltall? über die Pläne zum zweiten Startversuch  im Januar berichtet. Kurz vor dem Start teilte das Unternehmen aber mit, dass man diesen wegen technischer Probleme verschieben muss – ein Ventil klemmte. Aber das Startfenster im Januar 2026 konnte nicht genutzt werden, die Rakete wurde wieder vom Startkomplex abgebaut.

Nun sollte der zweite Testflug am 25. März 2026 stattfinden – ich hatte im Beitrag Isar Aerospace: Zweiter Testflug wohl im März 2026 darauf hingewiesen. Aber auch dieser Termin musste ohne Startversuch verstreichen. Während der Startvorbereitungen musste der Countdown angehalten werden, weil sich ein Fischerboot unerlaubt in der Sicherheitszone, in der die Rakete abstürzen könnte, aufhielt.

Isar Aerospace Mitteilungen

Kurz bevor die Startsequenz in die finale Autosequenz überging, wurde der Start für 15 Minuten unterbrochen. Erst als das Boot die Zone verlassen hatte, konnte die Startzone um 21:18 Uhr für sicher erklärt werden, woraufhin der Countdown fortgesetzt wurde.

Infolge der Verzögerung kam es aber zu einem Anstieg der Treibstofftemperatur im Triebwerk, der innerhalb des verkürzten Countdowns nicht behoben werden konnte und somit den Abbruch der Mission erzwang. Dies geht aus den oben wiedergegebenen Mitteilungen des Unternehmens auf X hervor. Der Startversuch wurde abgebrochen. Jetzt sucht Isar Aerospace einen neuen Starttermin für den Andøya Spaceport in Norwegen.

Bei heise wurde dieser Beitrag zum Startversuch vom 25. März 2026 veröffentlicht. Auf n-tv gibt es diesen Bericht, der unterschwellig nahelegt, dass das Fischerboot geplant, aus Protest gegen die Nutzung des Startgeländes, in der Zone war. Die Fischer sehen ihre Fanggründe gefährdet. Aber das dürfte dem Fischer nicht nachzuweisen sein.

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4 Kommentare zu Isar Aerospace hat 2. Teststart seiner Rakete am 25.3.2026 wegen Fischerboot abgebrochen

  1. André sagt:

    Moin,
    den Satz verstehe ich nicht: "Das Projekt wird mit großer Spannung verfolgt, da es Europas Fähigkeiten, Nutzlasten in den Weltraum zu bringen, herstellen soll."
    Das klingt so, als gäbe es in Europa keine Möglichkeiten. Was ist denn mit der Ariane?

    • guenni sagt:

      Das Problem bei der Ariane 6 (die Ariane 5 ist außer Dienst) sind die Kosten und die für einen Start erforderliche Nutzlast. Da lohnt sich ein Start nur für große Nutzlasten oder mehrere Satelliten, die dann auf unterschiedlichen Bahnen ausgesetzt werden. Kleinere Nutzlasten in eine polare Umlaufbahn zu bringen, ist mit der Ariane 6 nicht möglich. Da sitzt Isar Aerospace in einer Fähigkeitslücke für Europa und hat gefüllte Auftragsbücher, noch bevor die Rakete den Weltraum mit einem erfolgreichen Testflug erreicht hat.

  2. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Auch ein lohnendes Geschäft wäre es mal, den ganzen kreisenden Weltraumschrott einzusammeln, da das Zeug inzwischen eine echte Gefahr für jeden weiteren Flug samt Ladung darstellt. Reicht schon, wenn ein kleiner Brocken in ein bemanntes Shuttle oder was auch immer einschlägt – dann sind wieder alle erstaunt, wenn es Tote gibt, obwohl das Problem bekannt ist.

    • guenni sagt:

      Ob es ein "lohnendes Geschäft" wird, ist offen. Die technischen Schwierigkeiten und der Aufwand sind enorm – selbst eine kleine Schraube, die mit 28.000 km/Std. unterwegs ist, wird zum tödlichen Geschoss (wenn auch die Relativgeschwindigkeiten geringer sind). Das ist eine Herausforderung, die sich vom Aufwand nur bei größeren Gegenständen lohnt – und wer bezahlt am Ende des Tages? Selbst Reparaturmissionen für Satelliten kommen seit Jahren nicht aus den Startlöchern. Ich würde jedenfalls nicht in ein solches Unternehmen investieren.

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