Am Fluss … die Loreley und die Rheinromantik

Haltering für Schiffe am RheinEinfach mal am Fluss sitzen, und zuschauen, wie das Wasser (und die Zeit) an einem vorbei fließt. Hat etwas tief meditatives – Angler dürften das kennen. Die Sonne scheint, es ist frühlingshaft warm, obwohl wir erst April haben. Und Du denkst an nichts … keine Verpflichtungen, keine Sorgen, nichts zu tun … dabei sitzt Du an einer Stelle am Fluss, die Jahrhunderte Dramen erlebt hat. Ich spreche vom Rhein und der Engstelle der "Loreley" am Fluss.

Das Bild hier zeigt einen gelben Festmacherring für Schiffe am Rhein. Im Hintergrund ist das "mittlere Rheintal" zu erkennen.

Festmacherring für Schiffe am Rhein

Es ist ein "geniales Plätzchen", und es sieht alles so friedlich aus. Links fließt der Fluss träge dahin, rechts gibt es ein befestigtes Areal mit dem Festmacherring, und dem Myriameterstein, der die Hunderter (Hektometer) angibt. Außerhalb des Bilds befindet sich rechts neben der "Mole auf der Halbinsel" ein natürlicher Rheinhaften. Als das Foto entstand, herrschte Frühling, die Sonne schien, es hatte 18 Grad Celsius an Temperatur, die Bäume hatten bereits Laub angesetzt und überall blühte es. Läuft man an der fotografierten Stelle den befestigten Uferstreifen entlang, kommt man an die Spitze einer kleinen Halbinsel, auf der die nachfolgende Figur sichtbar ist.

Loreley
Loreley am Rhein

Insider erkennen die Figur am Ende der Inselspitze: Es ist die Abbildung der "Lore Ley". Der Begriff "Loreley" steht sowohl für einen Schieferfelsen am Rhein bei Sankt Goarshausen (bei Stromkilometer 555) im mittleren Rheintal. Der Name steht aber auch für eine weibliche Sagenfigur (Nixe), die über Jahrhunderte Schiffer ablenkte und so zahlreiche Schiffsunglücke verursacht haben soll. Verewigt wurde die Lore Ley von Clemens Brentano in einer Ballade im Jahr 1800.

Ist natürlich Unsinn, denn der Loreley-Felsen befindet sich an der engsten und gefährlichsten Rheinpassage, die bis zur Freiräumung des Schifffahrtswegs durch zahlreiche Untiefen, Riffe und schnell fließendes Gewässer gekennzeichnet war. Diese Gefahrenstellen waren für zahlreiche Schiffsunglücke über den Lauf wer Jahrhunderte bekannt.

Und am gestrigen 14. April 2026 habe ich das schöne Wetter genutzt, bin ins Auto gestiegen, um nach guten Autostunde auf den historischen Spuren von William Turner, Goethe und vielen weiteren "Vorgängern" zu wandeln, vom Rheinörtchen Sankt Goarshausen am Rhein entlang, um denn zum Loreley-Plateau hochzusteigen (400 Treppenstufen wollten genommen werden, also einmal hoch, und einmal runter). Aber auch die Halbinsel unterhalb des Felsplateaus und die Figur der Loreley galt es im Anschluss zu besichtigen.

Dabei sind die obigen Aufnahmen und Eindrücke "am Fluss" entstanden. Ach ja, Rüdesheim und die Drosselgasse musste es diesmal auch sein (da braucht es ein "gewisses Alter", um das überstehen zu können), alleine, um etwas abseits der üblichen Touristenströme etwas zu essen. Alles in allem, ein genialer Frühlingstag. Ich denke, ich schreibe noch das Eine oder Andere zu dieser "Reise" – auch im Reise-Blog.

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2 Kommentare zu Am Fluss … die Loreley und die Rheinromantik

  1. MaxM sagt:

    @Günter: Ich hoffe, Du bist nicht zu schwer geworden: "nach dicken Autostunde"

    • guenni sagt:

      Hab das "dicken" durch "guten" ersetzt – zufrieden?

      Ansonsten: Keine Chance fett zu werden – die 400 Stufen vom Rhein-Niveau, hoch zum Plateau auf der Loreley, wollen genommen werden. Also einmal hoch, und einmal runter. Zusammen mit einer Stunde Sport (ab 8:30 Uhr), samt 1,6 km Laufen zur Sporthalle hatte ich gestern 11,58 km Walking auf dem Tacho – kaum Chance, fett zu werden. Aber am späten Abend, als ich wieder Zuhause war, war ich platt (nichts geschafft, aber trotzdem kaputt – aber sehr zufrieden). War ein genialer Tag, wo ich das Leben – und vor allem dass ich das noch so machen kann – so richtig genossen und "gefeiert" habe (eigentlich mache ich das fast täglich, wenn ich unterwegs bin). Denn als ich die Treppenstufen hoch und runter bin, und die Beine etwas "geglüht" haben, ging mir mein Sportunfall vor ziemlich genau 11 Jahren durch den Kopf. Da lag ich am 12.3.2015 mit gebrochener Halswirbelsäule und partieller Querschnittsymptomatik in der Sporthalle und habe keine Beine mehr gespürt. 18 Monate später war ich wieder am Start – wenn auch die Füße gelegentlich nicht da stehen, wo der Kopf sie erwartet und ich gerne stolpere, und der Nacken als Spätfolge zwickt, feiere ich, dass ich nicht im Rollstuhl sitze und solche Touren oder fast tägliche Wanderungen im Taunus unternehmen kann.

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