Mir ist die Tage eine Nachricht zu einem jungen chinesischen Ehepaar untergekommen, das durch Nachwuchs etwas in Zweifel geriet. Die kleine Tochter bekam nach ihrer Geburt blonde Haare und hatte blaue Augen. Soll ja bei chinesischen Eltern nicht so häufig vorkommen.
Hierzulande sind Kinder mit auffallend roten Haaren anzutreffen, obwohl die Eltern diese Haarfarbe nicht aufweisen. Und ich erinnere mich an Besuche im Westen der Türkei, wo mir auf Bauerndörfern Kinder mit blonden Haaren auffielen – war bei den schwarzharigen Kindern recht ungewöhnlich.
Obiger Tweet behandelt den Sachverhalt. Es heißt, dass das Paar in Yancheng in der chinesischen Provinz Jiangsu eine Tochter bekam, die mit auffallend blondem, lockigem Haar und strahlend blauen Augen zur Welt kam. Das sind Merkmale, die sehr kaukasisch/europäisch wirkten, obwohl beide Elternteile ein typisch ostasiatisches Aussehen hatten (schwarzes Haar, dunkle Augen).
Da gehen einem als Eltern natürlich alle möglichen Gedanken durch den Kopf – einschließlich der Frage, ob das Kind vertauscht wurde. Das Paar ließ mehrere DNA- und Vaterschaftstests durchführen, die alle bestätigten, dass die Tochter zu 100 % ihr leibliches Kind ist.
Wer in der Schule aufgepasst hat, weiß, dass Mendel eine Erklärung für so etwas bereit hält. Die Wissenschaft spricht von Atavismen, die genetisch möglich sind. Denn helle Haar- und Augenfarben werden rezessiv vererbt und können nach mehreren Generationen wieder auftreten, ähnlich wie bei anderen verborgenen Vorfahrenmerkmalen.
Das Paar hat dann etwas nachgeforscht und herausgefunden, dass der Ururgroßvater des Kindes ein Russe war, der eine eine Chinesin aus Henan heiratete und in China lebte.


