Ende Juli 2026 machte eine Meldung die Runde, dass der Schulterstern des Orion, Beteigeuze, einen Begleitstern habe, der die Helligkeitsschwankungen verursacht. Ich hatte aber bereits im Juli 2025, also vor einem Jahr, auf den Sachverhalt hingewiesen. Nachfolgend nochmals ein Blick auf die aktuelle Meldung und die Historie.
Meldung über Begleitstern im Juli 2026
Ohne meine Suche im Blog hier wäre ich kommentarlos auf die aktuell in diversen Medien verbreitete Nachricht, dass ein Begleitstern habe, eingegangen. Ich verweise mal auf diese Pressemitteilung der Universität von Köln vom 28. Juli 2026 sowie die Mitteilung der ESO zum 27. Juli 2026.
Dort heißt es, dass ein ein internationales Team von Astronomen mithilfe des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile den bislang überzeugendsten Beweis dafür erbracht habe, dass Beteigeuze einen Begleitstern habe. Weiterhin heißt es, dass Wissenschaftler seit Jahren spekuliert haben, dass Beteigeuze einen stellaren Begleiter haben könnte. Doch bislang sei jede Suche ergebnislos geblieben, oder lieferte keine eindeutigen Ergebnisse. Die aktuelle Studie aber ist der bislang stärkste direkte Beweis dafür, dass Beteigeuze "sein Leben von Beginn an mit einem viel kleineren Stern teilt". Dessen Licht war bisher lediglich zu schwach, um es aus dem gleißenden Licht des Riesensterns herauszuheben.
Rätselhafter Beteigeuze und die Meldung aus 2025
Beteigeuze (auch Betelgeuze genannt) ist der Schulterstern im Sternbild Orion. Diese Sonne wird der Klasse der Roten Überriesen zugerechnet, hat er doch etwa den achthundertfachen Durchmesser unserer Sonne und eine etwa zehntausendmal so große Leuchtkraft im sichtbaren Bereich. Die Entfernung zur Sonne wird zwischen 499 und 700 Lichtjahren geschätzt.
Von der Erde aus gesehen ist Beteigeuze der zehnthellste Stern und von großem astronomischen Interesse, da der Radius um zirka 15 Prozent schwankt. Auch die Helligkeit des Sterns schwankt mit einer halbregelmäßigen Periode von 2070 Tagen (Halbregelmäßig Veränderlicher vom Typ SRc).
Er ist neben Mira, Altair und Antares einer der wenigen Sterne, die von der Erde aus mit Teleskoptechnik als Fläche sichtbar sind, sein Winkeldurchmesser beträgt 0,05 Bogensekunden.
Als Roter Überriese wird Beteigeuze seine Existenz als Supernova beenden. Verdunklungen in den letzten Jahren führten zur Annahme, dass dieser Prozess unmittelbar bevorsteht (siehe Links am Artikelende). Inzwischen gibt es aber verschiedene Theorien für die Helligkeitsschwankungen der Oberfläche des Sterns, u.a. dass diese durch ausgeschleuderte Materie hervorgerufen werden.
Ein Team von Astronomen um Steve Howell konnten mit dem von der NASA und der U.S. National Science Foundation finanzierten 'Alopeke-Teleskop" auf Gemini North, Hawai nun den Begleitstern direkt nachweisen, wie ich im Beitrag Beteigeuze-Rätsel gelöst, es gibt einen Begleitstern vor einem Jahr schrieb.
Damit ist der obige Fund quasi die Bestätigung der Bestätigung eines Begleitsterns. Die Forschenden beobachteten Beteigeuze in den Nächten vom 3. und 6. Dezember 2024. Dieser Zeitpunkt wurde gewählt, weil frühere Arbeiten vorausgesagt hatten, dass der hypothetische Begleiter zu dieser Zeit von der Erde aus gesehen am weitesten vom Stern entfernt und daher am leichtesten zu erkennen sein würde.
Das Team entdeckte, dass Beteigeuze B ein junger Stern ist, der massereicher ist als prognostiziert. Ursprünglich ging man davon aus, dass er etwa so massereich wie die Sonne sei; die neuen Beobachtungen zeigen jedoch, dass Beteigeuze B etwa das Zwei- bis Dreifache der Sonnenmasse besitzt.
Um formal nachzuweisen, dass Beteigeuze B gravitativ an Beteigeuze gebunden ist und es sich nicht um einen zufällig in derselben Sichtlinie liegenden, nicht mit ihm verbundenen Stern handelt, müssen Astronomen ihn voraussichtlich im kommenden Jahr erneut auf der gegenüberliegenden Seite seiner Umlaufbahn beobachten.
Die vom Team für das Sternenpaar abgeleitete minimale Umlaufzeit von mindestens 5,5 bis 5,9 Jahren stimmt gut überein mit einem lange bekannten, aber kaum verstandenen, etwa sechsjährigen Helligkeitszyklus von Beteigeuze – seiner "langen sekundären Periode". Dies lässt vermuten, dass der langsame Puls des Sterns, der alle sechs Jahre an Helligkeit ab- und wieder zunimmt, zumindest teilweise ein Hinweis auf diesen Begleiter ist, der seine Umlaufbahn beschreitet, mutmaßen die Wissenschaftler. Eine Frage, die das Team mit Folgebeobachtungen klären möchte.
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