Japanischer Staudenknöterich im Garten? Der Hauswert ist bedroht

Das hört sich nicht gut an: Wer die invasive Pflanze in Form des japanischen Staudenknöterich im Garten hat, läuft in das Problem, dass der Wert der Immobilie sinkt.

Der Japanische Staudenknöterich

Der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica), auch Kamtschatka-Knöterich oder kurz Japanknöterich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schling- oder Flügelknöteriche (Fallopia) bzw. Staudenknöteriche (Reynoutria) innerhalb der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae).


Staudenknöterich, Quelle: Wikimedia, CC BY-SA 3.0

In Europa und in Nordamerika zählt diese Pflanzenart zu denjenigen Neophyten, die als problematische, unerwünschte invasive Pflanzen („Plagepflanzen") bewertet und bekämpft werden. Die Wikipedia schreibt dazu, dass die Pflanze im Frühling aus seinen Rhizomen („Wurzelstöcken", Erdkriechsprossen) austreibt. Die Stängel erreichen unter günstigen Bedingungen innerhalb weniger Wochen eine Wuchshöhe von 3 bis 4 Metern.

Im Bereich der Pflanze wächst nichts mehr. Im Winterhalbjahr kann der dadurch nackte Oberboden zwischen den dann blattlosen röhrigen Stängeln bei Starkniederschlägen großflächig abgespült werden und das Bachbett auffüllen. Am Harmersbach im mittleren Schwarzwald führte dies beim „Weihnachtshochwasser" 1991 zu Millionenschäden, weil durch die reißenden Fluten des über die Ufer getretenen Baches daneben verlaufende Straßen unterspült und Brücken fortgerissen wurden.

Mir fallen diese Bestände an Straßenrändern auf (auch in unserem Ort wuchert die Pflanze an einem Bachlauf), und Gemeinden versuchen die Pflanze zu bekämpfen. Im Beitrag Japanischer Knöterich: Mit 4.000 Volt gegen das Unkraut hatte ich eine Möglichkeit zur Bekämpfung genannt.

Der Hauswert kann durch die Pflanze sinken

Wer den Japanischen Staudenknöterich auf dem Grundstück hat, bekommt die Pflanze kaum ausgerottet. Ende August bin ich auf nachfolgenden ZEIT-Artikel aufmerksam geworden.

Japanischer Staudenknöterich reduziert Hauswert

Die Botschaft lautete, dass die Pflanze der Horror britischer Immobilienbesitzer sei. Erfahren Banken bei einem Immobilienerwerb davon, dass ein Grundstück vom Japanischen Staudenknöterich befallen ist, "platzt die Finanzierung", heißt es.

Hintergrund ist, dass die Beseitigung dieser Pflanze auf einem Grundstück stark ins Geld gehen kann. In Großbritannien hätten Immobilienkäufer Zehntausende Pfund für Maßnahmen zur Beseitigung der Pflanze ausgegeben. Manche Hauskäufer standen anschließend vor dem finanziellen Ruin, was die Vorsicht der Banken erklärt.

Im Schnitt verliert eine betroffene Immobilie in Großbritannien laut ZEIT rund fünf Prozent ihres Wertes. Das entspricht laut einer aktuellen britischen Studie im Schnitt rund 13.500 Pfund. In Großbritannien sind 1,58 Millionen Häuser betroffen. Laut einer aktuellen Studie würde fast jeder dritte Brite kein Haus kaufen, wenn dort Staudenknöterich wächst.

In Deutschland scheint das Ganze aber noch kein Thema zu sein. Aber ich sage es mal so: Ich würde kein Grundstück kaufen, auf dem Giersch, Japanischer Knöterich oder Riesen Bärenklau wächst. Das Zeugs wirst Du kaum mehr los.

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