So mancher Leser und manche Leserin kennt den Spruch "Leben, wie Gott in Frankreich", was einen bestimmten Lebensstil repräsentieren soll. Kürzlich ist mir ein anderer Begriff, das "Nonna Maxxing", als neuer Trend unter jungen Frauen untergekommen. Kann auch mal "schief gehen", wenn man so keine Ahnung hat.
"Nonna Maxxing" leitet sich vom italienische Wort "Nonna" (die Großmutter) ab. Und "Maxxing" steht für maximieren, also bestmöglich alles übernehmen, was eine Nonna ausmacht. Es beschreibt den ironischen oder ernst gemeinten Versuch junger Social Media-affiner Frauen der Gen Z, den Omi-Lifestyle in einem bestimmten Lebensbereich auf die Spitze zu treiben.
Leben wie Omi in Italien?
Man kocht wie Omi aus Italien, zieht Gemüse im eigenen Garten, kann Nudeln herstellen und was weiß ich alles. Soll ein erfüllteres und längeres Leben gewährleisten, ist eine mögliche Vorstellung. Der Schweizer Kanal 20 Minuten hatte das im April 2026 in diesem Beitrag angesprochen. Und der SWR hat das Thema im Mai 2026 hier aufgegriffen und beleuchtet.
Nur echt, wenn das auf Instagram gepostet wird
Ist aber nur echt, wenn Gen Z das auch gebührend auf Instagram oder anderen Social Media-Kanälen feiert. Wäre an mir vorbei gegangen, wenn ich nicht über diesen n-tv-Beitrag zufällig auf das Thema gestoßen wäre. Dachte bereits beim Überfliegen des Titels "wäre ein Aufhänger für einen Blog-Beitrag".
Das harte Leben vieler Nonnas
Natürlich ist es nicht schlecht, wenn die jungen Leute dem Optimierungswahn, der auch ein Trend auf Social Media war, entsagen und vielleicht auch mal traditionell einfach kochen, Gemüse ziehen und basteln oder Hobbys nachgehen. Die Älteren unter der Leserschaft, die vielleicht auf dem Land groß geworden sind, kennen aber vermutlich das "harte Leben" hinter der Fassade. Bereits im Kindesalter arbeiten und mit helfen. Ständig ist was zu tun – und Sorgen hat die italienische Nonna auch, da bin ich mir sicher.
Koch-Parodie und Vorurteile …
Aber gut, leben und leben lassen. Sollen die Leute mit Nonna-Maxing glücklich werden. So ganz zufällig ist mir dann noch etwas vor die Füße gefallen, was von den Vorurteilen über junge Frauen und Social Media wunderbar passt.
Tief im Hinterkopf habe ich da dieses Video (ist eine Parodie, die z.B. auf YouTube abrufbar ist), wo eine junge Frau um die 20 ein Rührei in einer Pfanne herstellen soll. Sie steht mit einem Pfannenwender etwas hilflos vor dem Herd, während die Mutter im Hintergrund telefoniert. Mit der Hand macht die Mutter eine "Wenden Geste", die Tochter soll das Ei in der Pfanne wenden. Die junge Frau kann damit nichts anfangen, und fasst die Pfanne am Stil an, um diese am Stil etwas im Uhrzeigersinn auf der Herdplatte zu drehen. Die Mutter macht die Geste des Wendens noch ein paar Mal, und die Tochter dreht die Pfanne am Stil mit oder gegen den Uhrzeigersinn, teilweise unter Zuhilfenahme des Pfannenwenders, auf der Herdplatte.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Soll parodieren, dass manche Leute nicht mal die einfachsten Sachen am Herd können. Wird aber nur bei ganz wenigen Leuten zutreffen, schätze ich. Ich war ganz platt, im TV in Kochsendungen sehr junge Leute gesehen zu haben, die mit 20 ein perfektes Menü auf hohem Niveau präsentiert haben. Aber dann ist mir noch folgender Social Media-Post (hier als Screenshot gezeigt) auf Instagram von Herzogin Meghan, der Frau des britischen Prinzen Harry, über diesen Focus-Artikel untergekommen.
Auf dem Instagram-Kanal zeigt die Frau "Szenen aus ihrem Alltag". Das obige Foto zeigt Meghan mit umgebundener Schürze in einer Küche in England, wie sie in einem Topf irgend etwas umrührt und "kocht". Auf Social Media löste das Foto Spott aus, weil der Gasherd wohl ausgeschaltet ist.
Und damit sind wir bei der perfekten, ziemlich unsinnigen Geschichte, die Nonna-Maxing und Social Media-Trends aufgreift und schöne Vorurteile bedient – Ausnahmen von der Regel natürlich nicht ausgeschlossen.



