Derzeit tun sich aus Beobachtungen des James Webb Weltraumteleskops spannende neue Erkenntnisse in der Astronomie auf. Astronomen haben jetzt eine Konstellation entdeckt, bei der ein supermassives sogenanntes schwarzes Loch so viel Gas abzieht, dass eine Galaxie keine neuen Sterne mehr bilden kann und sozusagen "langsam verhungert".
Astronomen wunderten sich, dass sie in Aufnahmen des James Webb Weltraumteleskops, welches hinter dem Mond positioniert ist und die bisher präzisesten Bilder ferner Objekte im Weltraum liefern kann, zahlreiche "tote" Galaxien fanden. Das sind Galaxien, in denen sich keine neuen Sterne mehr bilden.
Dieses Rätsel scheint nun gelöscht und die Ursache gefunden. Bereits im September 2024 berichteten Medien wie hier, dass Astronomen auf eine Galaxie gestoßen sind, bei der es durch Entzug des Rohstoffs (Gas) zum Stopp der Sternenbildung gekommen sei. Ursache sei ein Schwarzes Loch, welches die Gase ins All "bläst" und so seine Galaxie aushungert.

Astronomen haben die Galaxie GS-10578 erneut mittels des James Webb Weltraumteleskops genauer unter die Lupe genommen. Zum 12. Januar 2026 ist mir dann die Veröffentlichung 'Death by a thousand cuts': young galaxy ran out of fuel as black hole choked off supplies der University of Cambridge untergekommen.
Die Forscher unter der Leitung der Universität Cambridge verwendeten Daten des James-Webb-Weltraumteleskops und des Atacama Large Millimeter Array (ALMA), um eine Galaxie im frühen Universum – entstanden etwa drei Milliarden Jahre nach dem Urknall – zu untersuchen.
Die Galaxie mit der Bezeichnung GS-10578, die nach dem Astronomen, der sie erstmals detailliert beobachtet hat, den Spitznamen „Pablos Galaxie" trägt, ist für eine so frühe Phase im Universum enorm groß: Sie hat etwa die 200-milliardfache Masse unserer Sonne, und die meisten ihrer Sterne entstanden vor 12,5 bis 11,5 Milliarden Jahren.
Pablos Galaxie scheint „schnell gelebt und jung gestorben" zu sein, schreiben die Astronomen: Trotz ihres relativ jungen Alters bildete sie keine neuen Sterne mehr, da das kalte Gas, das für die Entstehung von Sternen notwendig ist, fast vollständig fehlte.
Verantwortlich dafür scheint das supermassive Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie zu sein. Aber statt eines einzigen katastrophalen Ereignisses erlitt die Galaxie einen „Tod durch tausend Schnitte", da das Schwarze Loch das Gas in und um die Galaxie wiederholt erhitzte, wodurch es verhindert wurde, dass die Galaxie mit frischem Gas versorgt wurde, und die Sternentstehung langsam erstickt wurde.
Die Ergebnisse wurden im Januar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht. Ein deutschsprachiger Artikel zu diesen Erkenntnissen findet sich bei heise.



